Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipzig: Warnstreik legt Teile des Uni-Klinikums lahm
Leipzig Lokales Leipzig: Warnstreik legt Teile des Uni-Klinikums lahm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:16 08.03.2017
Warnstreik am Leipziger Uni-Klinikum: Für das nichtärztliche Personal wird in den laufenden Tarifverhandlungen eine Lohnerhöhung von 7,5 Prozent gefordert. Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

Im Tarifkonflikt am Leipziger Uni-Klinikum (UKL) hat die Gewerkschaft Verdi die Gangart verschärft. Ihrem Aufruf zum Warnstreik folgten am Mittwoch mehr als 200 Beschäftigte, die von 6 Uhr bis 9.30 Uhr in den Ausstand traten und ihren Forderungen auf dem Medizin-Campus an der Liebigstraße lautstark Nachdruck verliehen. Nach Gewerkschaftsangaben blieben das Herzkatheter-Labor und die Endoskopie-Abteilung geschlossen, zu massiven Einschränkungen kam es auch im OP-Bereich.

In den vergangenen zwei Verhandlungsrunden für das nichtärztliche Personal habe der UKL-Vorstand kein Angebot vorgelegt, sagte Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper während der Aktion. „Die Belegschaft des UKL darf im Vergleich zu anderen Universitätsklinika bei den Entgelten nicht weiter abgehängt werden“, so Pieper. Die Bezahlung in Leipzig liege nicht nur weit unter der im Westen, sondern bleibe mittlerweile auch hinter der an den Uni-Kliniken in Halle und Magdeburg sowie den kommunalen Krankenhäusern zurück. „Die Lohnlücke muss geschlossen werden. Wir senden heute ein erstes starkes Zeichen an den Vorstand, zu konstruktiven Verhandlungen zurückzukehren.“

Für die rund 3300 nichtärztlichen UKL-Mitarbeiter verlangt die Gewerkschaft eine Lohnerhöhung von 7,5 Prozent, für die Auszubildenden monatlich 100 Euro mehr. Pieper warf dem Arbeitgeber eine Verschleppungstaktik vor, nachdem der letzte Tarifvertrag Ende 2016 ausgelaufen war. Stufenweise waren dabei die Gehälter um rund neun Prozent angehoben worden. Aus Sicht der UKL-Leitung ist die jetzige Lohnforderung wirtschaftlich nicht verkraftbar. Vorstandssprecher Professor Wolfgang Fleig sagte, er gehe aber davon aus, dass in den weiteren Verhandlungen schnell im Interesse der Patienten und Beschäftigten zu einer konstruktiven Lösung gefunden werde. Der nächste Termin ist für den 15. März angesetzt. Für den Fall, dass es dann nicht zu einer Einigung kommt, kündigte Pieper die Ausweitung des Arbeitskampfes an. „Lohnerhöhungen fallen nicht vom Himmel, wir müssen sie immer wieder erkämpfen und dafür viele Kollegen mobilisieren“, erklärte er bei der Streikkundgebung am Mittwochmorgen begleitet von Beifall und einem Trillerpfeifenkonzert.

In der Vergangenheit war das als Anstalt öffentlichen Rechts firmierende UKL aus der Tarifgemeinschaft der Länder ausgestiegen und schließt seitdem sogenannte Haustarifverträge ab. Wirtschaftlich hatte es 2013 und 2014 einen Einbruch gegeben, das Uni-Klinikum verbuchte Verluste von 7,3 Millionen Euro und fünf Millionen Euro. 2015 kehrte es mit zwei Millionen Euro in die Gewinnzone zurück. Für 2016 liegt das Jahresergebnis noch nicht vor. Zum Neujahrsempfang im Januar wurde aber davon ausgegangen, dass es positiv ausfällt.

Von Mario Beck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Security im Conne Island hat einen Mann Hausverbot erteilt, der eine Frau sexuell attackiert haben soll. Im Bericht der Polizei wird dem Soziokulturzentrum unter anderem Rassismus vorgeworfen.

08.03.2017

Bayreuth will er keineswegs kopieren: Doch Leipzig braucht ein Richard-Wagner-Haus. Das sagt zumindest der Richard-Wagner-Verband und hat dabei eine konkrete Immobilie im Blick: das Naturkundemuseum am Goerdelerring, das mit dem Umzug der Sammlung in Halle 7 der Baumwollspinnerei Ende 2020 praktisch frei wird.

08.03.2017

Die Blicke vieler Leipziger gehen dieser Tage ins Leere. Woran beim gemütlichen Spaziergang oder während der Terminhatz bis eben noch die Blicke kleben blieben, klafft jetzt vielerorts eine Lücke. Die Zahl der öffentlichen Normaluhren wird auf 20 begrenzt.

10.03.2017
Anzeige