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Leipzig arbeitet an Verhaltenskodex für Grünanlagen

Nach Bürgerwerkstatt Leipzig arbeitet an Verhaltenskodex für Grünanlagen

Bei jedem Wetter wird der Clara-Zetkin-Park von Spaziergängern, Radlern, Skatern, Erholungssuchenden genutzt. Bis Jahresende will die Verwaltung ein überarbeitetes Entwicklungskonzept vorlegen .

Bei nahezu jedem Wetter gut besucht: der Clara-Zetkin-Park. Oft kollidieren jedoch die Interessen der Leipziger. Die Stadt plant nun eine Grünanlagen-Verordnung.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Im beliebten Inselteich im Clara-Zetkin-Park ist derzeit kein Wasser. Dieser wird derzeit komplett entschlammt, die Böschung gesichert, das Be- und Entwässerungssystem sowie letztlich die durch das jüngste Hochwasser geschädigte Terrasse saniert. Zu guter Letzt wird die Fontäne nach historischem Vorbild erneuert. „In diesem Jahr können wir auch noch einige Wege, wie einen Teil der Max-Reger-Allee sowie an der Dahlienterrasse, sanieren“, kündigt Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) an. Saniert und verlegt wird auch der Spielplatz an der Max-Reger-Allee, der durch das Hochwasser geschädigt worden war. Saniert ist inzwischen eine der beiden Teich-Brücken im Johannapark, die zweite folgt 2017. Die Verwaltungsspitze will dieses Jahr noch eine überarbeitete Entwicklungskonzeption für Clara-Zekin-Park und Johannapark vorlegen. Zumindest die Diskussion, die sie seit 2014 mit Bürgern über Entwicklungsziele in einer Werkstatt geführt hat, ist nun für den Stadtrat  dokumentiert. „Nun müssen wir beziffern, wie viel Geld wir in den nächsten Jahren investieren können, um vorhandene Probleme im Park zu lösen. Schließlich wollen wir kein Konzept für die Schublade“, so der Bürgermeister. Dabei muss ein Spagat zwischen Denkmalpflege und Nutzungsdruck hingelegt werden.

Prinzipiell sind die Leipziger mit dem Park sehr zufrieden. Punktuell müsse aber nachjustiert werden, da es als Folge der intensiven Nutzung Schäden an Wegen, Gehölzen, Gebäuden sowie Brücken gibt.  Das betrifft beispielsweise die Nutzung der Wiesen, auf denen Jugendliche sich abends zum Grillen und Party feiern treffen. Besonders im Johannapark, der besonders in den frühen Morgenstunden vermüllt aussieht – obwohl genügend Behälter vorhanden sind.  „Wir werden eine Grünanlagen-Satzung vorlegen, wo wir  das Verhalten von Grün-  und Parkanlagen sowie Spielplätzen näher definieren wollen. Dabei geht es nicht um Verbote, vielmehr um einen Verhaltenskodex“, kündigt Rosenthal an. Der Stadtrat habe jüngst zwar ein generelles Alkoholverbot auf Spielplätzen abgelehnt. Die Stadt will aber definieren, dass sie einen übermäßigen Konsum samt der damit verbundenen „Ausfallerscheinungen“ auf ihren Grünflächen nicht duldet. Oder wie mit Einweg-Grillschalen, die den Rasen schädigen, umgegangen wird. Die Einhaltung der Regeln soll kontrolliert werden, wobei der Bürgermeister im kommenden Jahr mit zehn zusätzlichen Stellen beim Stadtordnungsdienst rechnet. „Diese Satzung wird aber all unsere Parks betreffen.“

Im Zetkinpark ärgert viele, dass es an der vielgenutzten Anton-Bruckner-Allee oft zu Kollisionen von Radlern, Skatern und Fußgängern kommt. In sensiblen Bereichen, wie auch am Spielplatz Johannapark, wird an kleine Bodenwellen gedacht. Fairness-Zonen nach dem Vorbild des Donaukanals in Wien sind  im Gespräch. Dort haben sich Markierungen bewährt, die Leute daran erinnern, Rücksicht zu nehmen. „Diese Variante wird aber noch detailliert diskutiert, da Piktogramme und mögliche Barrieren ja auch Geld kosten. Wir wollen sie aber dem Stadtrat vorschlagen, weil dies in anderen Städten auch funktioniert hat“. Ferner sollen intensiv und extensiv nutzbare Areale ausgewiesen werden, damit Leute in den Parks auch Ruhe finden.

Entwickelt werden die Gaststätten sowie die Parkbühne jeweils in Eigenregie der Pächter. Der Stadtrat hat kurz vor Ostern beschlossen, über eine Verlängerung des Erbbaupachtvertrages mit einer Laufzeit von 30 Jahren mit dem Betreiber der Parkbühne zu verhandeln. Ein leidiges Problem sind die Toiletten. Die Stadt geht davon aus, dass die Pächter weiterhin „ein Grundgerüst“ anbieten. Wie berichtet, beabsichtigt der Pächter des Musikpavillon seit Jahren eine öffentliche Toilettenanlage zu bauen – bislang ohne Ergebnis. Rosenthal: „Ein Insellösung für den Clara-Zetkin-Park wird es nicht geben. Wir denken aber darüber nach, ob generell in allen Parks Toiletten nötig sind“, so Rosenthal. Das betreffe aus seiner Sicht vor allem den Mariannenpark, das Rabet, den Friedenspark.

Von Mathias Orbeck

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