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Lokales Leipzig bei Digitalangeboten im Nahverkehr bundesweit Spitze
Leipzig Lokales Leipzig bei Digitalangeboten im Nahverkehr bundesweit Spitze
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14:57 12.06.2017
Die App "Leipzig mobil" der Leipziger Verkehrsbetriebe. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Intelligente Parkleitsysteme, Bahnverbindungssuche und Ticketkauf via Smartphone-App, Navigation per GPS, autonomes Fahren: Wer sich heute über längere Strecken bewegt, der kann seine Reise durch digitale Angebote wesentlich komfortabler gestalten als noch vor einigen Jahren. Doch wie ist es um die Digitalisierung der Mobilität in deutschen Großstädten bestellt?

Mit dieser Frage hat sich das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PWC) beschäftigt. Zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) untersuchten die Experten den digitalen Entwicklungsstand der 25 größten deutschen Städte in Sachen Mobilität. Leipzig schneidet dabei gut bis sehr gut ab.

Hamburg ist Spitzenreiter, Leipzig im vorderen Mittelfeld

Bereits beachtlich: In der Gesamtwertung kommt die Messestadt auf den siebten Platz, während sich Hamburg, Stuttgart und Berlin das Treppchen teilen. Die Hansestadt schafft es auch in den vier Unterkategorien in die Top drei und ist damit Spitzenreiter der Studie. Leipzig hingegen belegt bei der Digitalisierung der Infrastruktur und Elektromobilität jeweils den elften Platz, beim Sharing immerhin Platz sieben. In der Kategorie „Öffentlicher Personennahverkehr“ (ÖPNV) ist Leipzig Sieger – auch zur Überraschung der Forscher.

„Wir haben uns nicht die Qualität und Struktur des ÖPNV an sich angeschaut, sondern den digitalen Entwicklungsstand des städtischen Nahverkehrs“, erklärt Michael Jahn, Mitautor der Studie, das Ergebnis. Zu verdanken sei das vor allem der App „Leipzig mobil“ der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB). Sie biete „Echtzeitinformationen, mobile Bezahlfunktion, ist zentraler Kontaktpunkt und wichtigstes Kommunikationsmittel mit den Kunden“, heißt es in der Studie. Auch die Vernetzung mit privaten Bike- und Carsharing-Anbietern sowie die gemeinsame Abrechnung aller genutzten Dienste werden lobend hervorgehoben.

Experten vom Ergebnis überrascht

Service und Angebot stimmen also: Der Verweis auf andere Angebote, ein breiter Funktionsumfang und Vergünstigungen für Nutzer des Bezahlmodells zeichnen „Leipzig mobil“ als eine der Top ÖPNV-Apps in Deutschland aus. Das trage maßgeblich zur Spitzenposition Leipzigs in dieser Kategorie bei. „Das Ergebnis hat auch uns ein wenig überrascht“, gibt Jahn zu. Der Leipziger mahnt jedoch an: „Deutschlandweit befindet sich die Digitalisierung des ÖPNV noch ganz am Anfang, vor allem was die Nutzung großer Datenmengen betrifft.“

Denn die Analyse von Fahrgastdaten – und von denen würde bereits ein Prozent genügen – ermögliche unter anderem eine Optimierung der Strecken und Fahrzeugauslastung. „Das verringert Wartezeiten, vermeidet Überfüllung und erhöht die Sicherheit.“ Genau solche Konzepte fehlten in Deutschlands Städten aber noch. Immerhin: Der Großteil habe – so die Erkenntnis der begleitenden Umfrage unter 110 ÖPNV-Unternehmen und -Verbünden – dieses Potenzial inzwischen erkannt und arbeite derzeit an digitalen Strategien.

„Noch viel Luft nach oben“

Bei den LVB wird die Auszeichnung freudig angenommen: "Die Ergebnisse der Studie bestätigt die Innovationskraft der Leipziger Verkehrsbetriebe. Mit ‚Leipzig Mobil’ haben wir sehr frühzeitig ein Produkt auf den Markt gebracht, das dem wachsenden Bedürfnis nach flexibler und intermodaler Mobilität gerecht wird“, teilt Ulf Middelberg, Sprecher der LVB-Geschäftsführung, mit. „Wir wissen aber auch, dass IT-technische und konzeptionell gut bewertete Plattformen einen langen Atem brauchen."

Genau deshalb und um im Bereich digitaler Mobilität nicht noch weiter hinter Vorreitern wie Amsterdam, Kopenhagen oder Boston zurückzufallen, müssten sich Kommunen, Städte und öffentliche Verkehrsanbieter aktiv einbringen, raten die Experten von PWC. Leuchtturmprojekte vorantreiben, digitale Konzepte entwickeln und die Zukunft selbst mitgestalten, anstatt sie privaten Großunternehmen zu überlassen. „Die Städte und ihr ÖPNV müssen in dieser Entwicklung eine führende Rolle übernehmen“, meint Jahn. „Momentan gibt es noch viel Luft nach oben.“

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