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Leipzig bekennt sich zum Wave-Gotik-Festival auf der Agra

Stadtrat beauftragt Entwicklungskonzept Leipzig bekennt sich zum Wave-Gotik-Festival auf der Agra

Mit Konzepten für das Agra-Gelände hat die Leipziger Verwaltung kein glückliches Händchen. Zunächst sollte ein Supermarkt entstehen, dann ein hochwertiges Wohnareal und ein Hotel, ein Caravanplatz. Für Empörung sorgte dabei vor allem die Idee, das Wave-Gotik-Treffen und die Verkaufsausstellungen zu verbannen. Das ist nun vom Tisch.

Herbstidylle im Agra-Park an der Bornaischen Straße in Dölitz. Bis Frühsommer 2016 muss die Verwaltung ein neues Konzept vorlegen, wie es mit dem Areal künftig weitergeht.

Quelle: Foto: André Kempner

Leipzig. Es ist ein Juwel: Das Agra-Gelände, das Leipzig und Markkleeberg gehört. Die Messestadt ist für das östlich des Erholungsparks gelegene Ausstellungsgelände in Dölitz mit Freiflächen und Hallen zuständig, die immer mehr verfallen. Diese Gebäude werden zwar noch genutzt, der Ertrag reicht aber nicht aus, um das notwendige Geld für Investitionen einzutreiben. Deshalb legte die Verwaltung im Frühjahr 2015 das gefühlt x-te Konzept vor, das eine langfristige Entwicklung des Areals als hochwertigen Wohn-Standort für etwa 600 Menschen entlang der Mühlpleiße vorsah. Ebenfalls entstehen sollten ein Hotel sowie ein Camping- und Caravanstellplatz (die LVZ berichtete). Die Hallen sollten nach und nach abgerissen werden. Das führte zu viel Unmut im Stadtrat. Denn für beliebte Veranstaltungen würde dies das Aus bedeuten – zumindest auf dem Areal an der Bornaischen Straße in Dölitz. Die „schwarzen Gesellen“, die alljährlich zu Pfingsten die Stadt bevölkern, nutzen das Agra-Gelände beispielsweise als Campingplatz. Die Verwaltungsspitze hatte einkalkuliert, dass „eine bauliche Neuentwicklung“ des Geländes mit dem Wave-Gotik-Treffen nicht möglich ist. Linke, Grüne und CDU zogen nun die Notbremse. „Ein schleichender Umbau der Agra zum Wohngebiet bedeutet für das Wave-Gotik-Treffen den Tod auf Raten“, betonte Siegfried Schlegel (Linke). Und es widerspreche vor allem der viel gepriesenen Attraktivität Leipzigs für junge Leute.

Ziel müsse daher sein, auf dem 40 Hektar großen Leipziger Teilareal weiterhin eine öffentliche Nutzung zu ermöglichen – für vielfältige Kulturveranstaltungen und Verkaufsmessen, aber auch für den beliebten Antikmarkt. Einstimmig hat der Stadtrat am Mittwoch die Verwaltungsspitze beauftragt, bis Frühsommer 2016 ein neuerliches Strategie- und Nutzungskonzept zu erarbeiten. Natürlich in enger Abstimmung mit Markkleeberg sowie unter breiter Einbeziehung der Bürgerschaft, der Veranstalter, der Umweltverbände. Vorhandene Pflanzungen – etwa zu den Grünräumen – sollen dabei integriert werden. Geprüft wird zudem, ob die Leipziger Entwicklungs- und Vermarktungsgesellschaft (LESG) im Prozess die Regie übernehmen kann. „Die LESG hat auf der Alten Messe alle Hände voll zu tun und sich dort auch nicht nur Lorbeeren verdient“, entgegnete Karsten Albrecht (CDU), der andere Entwickler ins Boot holen will.

Norman Volger (Grüne) sieht die Intentionen seiner Fraktion berücksichtigt. Denn beschlossen wurde auch, die gegenwärtig genutzten Hallen sowie die technische Infrastruktur instandzuhalten. Sobald klar ist, was dauerhaft genutzt wird, können grundlegende bautechnische Maßnahmen – vor allem die Verbesserung des Brandschutzes – beginnen. Damit bekommen die Veranstalter Sicherheiten für ihre Planungen und die Akquise weiterer geeigneter Veranstaltungen. Gefordert wird ebenfalls, den Leipziger Teil des Geländes öffentlich zugänglich zu machen. Wer von Markkleeberg-West kommt, steht oft vor einem verschlossenen Tor. Eine Öffnung will die Verwaltung aber nicht, weil es sich um ein Veranstaltungsgelände handelt und nicht um einen öffentlichen Park.

Von Mathias Orbeck

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