Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipzig bekommt Fördergelder für Denkmalpflege in Waldstraßenviertel und Innenstadt
Leipzig Lokales Leipzig bekommt Fördergelder für Denkmalpflege in Waldstraßenviertel und Innenstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:03 26.09.2011
Der Liviaplatz am Elstermühlgraben im Leipziger Waldstraßenviertel. Quelle: Wolfgang Zeyen
Anzeige
Leipzig

Für den Denkmalschutz vergeben Bund und Land erneut eine Finanzspritze: 3,274 Millionen Euro. „Das ist eine schöne Summe. Aber eigentlich ist es gar nicht mehr nötig, dort weiter zu sanieren“, meint Wolfgang Hocquél. Der Geschäftsführer der Kulturstiftung Leipzig kennt andere Gebiete, wo noch beachtliche Missstände herrschen.

„Das Problem ist, dass die Fördermittel in bestehende Projekte fließen“, erklärt Hocquél auf Anfrage von LVZ-Online. „Aber wir wären ja dumm, uns zu beschweren.“ Sowohl Waldstraßenviertel als auch die Innenstadt seien, im Vergleich zu anderen Stadtgebieten, in der Vergangenheit weitgehend saniert wurden.

Die 1,9 Millionen Euro für das Waldstraßen- und Bachstraßenviertel seien für den zweiten Bauabschnitt des Elstermühlgrabens vorgesehen. „Anders als in den Stadterneuerungsschwerpunkten Leipziger Osten/Westen und Grünau werden keine Maßnahmen an Gebäuden oder für die soziale Infrastruktur gefördert“, erklärt Fachreferentin Anne Kraft vom Dezernat Stadtentwicklung und Bau. Mit der erneuten Finanzspritze sollen die Ausgaben des Grünflächenamtes aus den Vorjahren finanziert werden. Die 1,374 Millionen Euro für die Innenstadt sollen unter anderem der Schloßgasse, dem Brunnen am Ring-Cafe, der Petersstraße, dem Umfeld der Höfe am Brühl und der Fassade der Oper zu Gute kommen.

„Tropfen auf dem heißen Stein“

Die Fördersumme von 1,9 Millionen Euro, von der ein Teil auch in das angrenzende Bachviertel fließt, bezeichnet der Vorsitzende des Bürgervereines Waldstraßenviertel, Torsten Rischk, als „einen Tropfen auf dem heißen Stein“. Im Vergleich zur Größe des Waldstraßenviertels, laut Büro-Leiterin Kirsten Schmidt das größte zusammenhängende Gründerzeitviertel Europas, sei die Summe nichts. Auch wenn der Stadtteil bereits umfassend saniert wurde, so gebe es vereinzelt noch Objekte, die baulich verbessert werden könnten.

Problemgebiete sind heute andere, so Hocquél. „Sinnvoll wäre es, zukünftig neue Fördergebiete auszuweisen." Ein Dorn im Auge sind ihm bislang noch Teile der Ostvorstadt, Plagwitz oder Lindenau. „Wohnhäuser oder Fabriken, aber auch der Felsenkeller haben noch Mängel“, weiß der ehemalige Referatsleiter für Denkmalschutz. „Dort fehlt das Geld.“

Auf Anfrage der Stadt heißt es dazu: Eine Neuaufnahme von Gebieten sei durch den Freistaat ausgeschlossen. „Plagwitz oder Lindenau sind aktuelle Schwerpunkte der Stadterneuerung“, sagt Fachreferentin Anne Kraft. Hier würden Mittel vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie Mittel aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentre“ eingesetzt.

Gründerzeitgebäude sind Charme der Stadt

In Summe ist Hocquél sehr zufrieden mit dem Denkmalschutz in Leipzig. „Es herrscht eine großartige Qualität. Die Denkmalpflege ist hier eine Erfolgsstory.“ Überall in Leipzig seien Gebäude der Gründerzeit, die um 1900 gebaut wurden, zu sehen. „Das macht den

Charme in der Stadt aus“, betont er.

Im Vergleich zu Dresden oder Magdeburg seien seiner Meinung nach viele Häuser nach dem 2. Weltkrieg gut erhalten. „Viele sagten damals, Leipzig sei eine Ruinenstadt und nicht mehr zu retten“, erinnert sich Hocquél. „Insgesamt 15.000 Kulturdenkmäler haben wir hier. Von rund 40.000 Gebäuden stehen also etwa 30 Prozent unter Denkmalschutz. Das ist beachtlich.“

Annett Böhm

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gute Bildung ist einer der wichtigsten Bausteine für Integration. Mit einem speziellen Förderprogramm soll Schülern mit ausländischen Wurzeln der Zugang zu einem höheren Bildungsabschluss erleichtert werden.

26.09.2011

Gegen Ausbeutung, Kinderarbeit und existenzbedrohende Preise: Die Stadt Leipzig kann künftig offiziell den Titel „Fairtrade-Town“ führen. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat am Montag im Neuen Rathaus die Urkunde vom Vorstandsvorsitzenden des Vereins Transfair, Heinz Fuchs, entgegen genommen.

26.09.2011

Peter Krutsch ist nicht mehr Sprecher der Stadt Leipzig. Wie die Kommune am Montag mitteilte, verlässt der 39-Jährige auf eigenen Wunsch und aus persönlichen Gründen die Stadtverwaltung.

26.09.2011
Anzeige