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Leipzig bessert bei Google Street View nicht nach – Neue Aufnahmen im Frühjahr

Leipzig bessert bei Google Street View nicht nach – Neue Aufnahmen im Frühjahr

Die Stadt will das Street-View-Angebot des Internet-Kartendienstes Google nicht zur Tourismuswerbung nutzen. Ein Antrag von Stadtrat Bert Sander und seinem krankheitsbedingt mittlerweile ausgeschiedenen Ratskollegen Arnold Winter (beide Wählervereinigung Leipzig), wichtige Sehenswürdigkeiten in die weltweit abrufbaren Straßenansichten zu integrieren, wurde vom Rat am Mittwoch abgelehnt.

Leipzig. „Leipzig könnte besser dargestellt werden und hat viel mehr zu bieten, als dort zu sehen ist“, hatte Sander zuvor seinen Antrag begründet.

Bei einem positiven Votum der Ratsversammlung, hätte sich Oberbürgermeister Burghard Jung (SPD) mit Google in Verbindung setzen sollen, um die Sehenswürdigkeiten Leipzigs bei Google Street View nachträglich einzubinden.  

Die Straßen Leipzigs sind bei Google Street View seit dem 18. November 2010 virtuell begehbar. Bei der Einführung stieß das Projekt parteiübergreifend im Stadtrat  auf massive Skepsis. Aspekte des Datenschutzes und Befürchtungen um die Verletzung der Privatsphäre bis hin zu häufigeren Wohnungseinbrüchen standen im Mittelpunkt der Debatten. „Offenbar ist alles halb so schlimm, wie zunächst vermutet“, sagte Sander. Denn nicht nur „Kriminelle“ würden die Straßenansichten im Internet nutzen, sondern auch potentielle Touristen.

Doch für Reisende präsentiere sich laut Sander die Messestadt als ein kunterbuntes Zusammengestoppel aus verschiedenen Jahreszeiten und ein großes Lückenpuzzle. Während andere Städte wie Dresden mit der Semperoper oder Köln mit dem Dom Werbung für sich machen können, fehlen Sander beispielsweise aktuelle Einblicke in die Mädler-Passage oder auf die Nikolaikirche. „Die Messestadt wird mit Bildern von vorgestern dem interessierten Publikum präsentiert.“

Doch Änderungswünsche bei der Darstellung von Sehenswürdigkeiten sind laut Oliver Klug von der Presseagentur a-und-o, die für das Unternehmen Google Germany arbeitet, weder „technisch noch juristisch“ möglich. Zum einen seien derzeit keine weiteren Aufnahmen geplant. „Street View ist kein Dienst, der ständig aktualisiert wird“, sagte Klug. Zum anderen könne aus rechtlichen Gründen das aufgenommene Filmmaterial nicht nachträglich an bestimmten Stellen überarbeitet werden – davon ausgenommen ist natürlich das Unkenntlichmachen von Gebäuden. „Aber die Originalaufnahmen dürfen nicht beliebig verbessert und überarbeitet werden.“

Die umstrittenen Kamerawagen kehren schon bald auf die deutschen Straßen zurück. Sie werden Ende März neben Leipzig, Dresden und Chemnitz insgesamt neun sächsische Landkreise ins Visier nehmen.

Zwar setze man auch bei diesen Touren die Street-View-Wagen mit ihren in einer Höhe von etwa 2,90 Meter angebrachten Kamera-Aufbauten ein. Eine Verwertung für den gleichnamigen Dienst, bei dem sich die Nutzer im Internet virtuell durch Städte und Straßenzüge bewegen können, sei derzeit nicht geplant, heißt es auf Anfrage.

Die Fahrten im Frühjahr würden ausschließlich der Verbesserung des Kartendienstes Google Maps dienen, der im Netz Straßenpläne zur Verfügung stellt. Es gehe beim Fotografieren ausschließlich um Straßenschilder, die Überprüfung lokaler Geschäfte mithilfe von Ladenschildern oder 3D-Umrisse von Gebäuden für die Handy-Navigation, so Produktmanager Raphael Leiteritz im hauseigenen Blog.

Thomas Voigt/Christine Gräfe

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