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Leipzig bittet private Vermieter um Hilfe bei Unterbringung von Flüchtlingen

Leipzig bittet private Vermieter um Hilfe bei Unterbringung von Flüchtlingen

In Leipzig fehlen bis Jahresende etwa 900 Unterbringungsplätze für Asylsuchende. Deswegen sucht das Sozialamt nun nach privaten Immobilien, in die kurzfristig Flüchtlinge einziehen können.

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Ab November soll die Notunterkunft für Asylbewerber in der Zschortauer Straße bezugsfertig sein. Sie reicht aber nicht aus, um alle Neuankömmlinge unterzubringen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Gefragt sind Objekte, die im Stadtgebiet liegen und Platz für 50 bis 150 Personen bieten. Auch Pensionen, Hotels und Ferienwohnungen mit einfacher Ausstattung kämen in Frage, so das Amt.

Vor dem Hintergrund rasch steigender Zahlen von Asylbewerbern kommt die Stadt derzeit nicht mehr mit der Bereitstellung eigener Unterbringungsmöglichkeiten hinterher. Kamen 2013 insgesamt noch 658 Neuankömmlinge, waren es bis zum September des laufenden Jahres schon 516. Ihre Zahl könnte bis zum Jahresende auf insgesamt 1600 Menschen steigen, erwartet Sozialamtsmitarbeiterin Evelin Renner. „Ab November wird eine Notunterkunft in der Zschortauer Straße bereit stehen. Aber viele Objekte, die wir derzeit vorbereiten, sind erst kommendes Jahr bezugsfähig“, so Renner.

Leipzig verfügt derzeit über drei Gemeinschaftsunterkünfte mit insgesamt 690 Plätzen. Hinzu kommen fünf Häuser für gemeinschaftliches Wohnen mit 194 Plätzen und 75 sogenannte Gewährleistungswohnungen. „Wir klären jetzt in den Gemeinschaftsunterkünften mit den Bewohnern, wer von ihnen in eine eigene Wohnung umziehen kann. Auf diese Weise könnten dort ein paar Plätze frei werden“, sagt Renner. Dabei arbeitet das Sozialamt eng mit der städtischen Leipziger Wohnungsbaugesellschaft (LWB) zusammen.

Bei den Neuankömmlingen sei es jedoch wichtig, sie zunächst gemeinsam an zentralen Orten unterzubringen. Denn es müsse geklärt werden, welche Menschen welche Betreuung brauchten, etwa wenn sie aus Bürgerkriegsländern kämen, erklärt die Mitarbeiterin im Sozialamt. „Um die sozialen Dienste organisieren zu können, brauchen wir Unterkünfte, in denen 50 bis 150 Personen untergebracht werden können.“

Der Stadtrat hat sich in einem Ratsbeschluss vom Juli 2012 zu einer menschenwürdigen Unterbringung von Flüchtlingen bekannt. Aufgrund der steigenden Zahl von Antragsstellern werde es aber von Monat zu Monat schwieriger, geeignete Immobilien zu finden. Evelin Renner setzt daher auf die Hilfe von Vermietern, Hotel- und Pensionsbesitzern. Containerunterkünfte könnten aufgrund der behördlichen Genehmigungsverfahren nicht kurzfristig errichtet werden. „Es soll nicht so weit kommen, dass die Flüchtlinge in Turnhallen oder Zelten untergebracht werden müssen“, hofft die Sozialamtsmitarbeiterin.

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Clemens Haug

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