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Leipzig braucht zehn neue Schulen

Immer mehr junge Familien Leipzig braucht zehn neue Schulen

Leipzig muss zusätzlich 250 Millionen Euro in neue Schulgebäuden investieren. Derzeit werden zehn neue Standorte in der Stadt geplant. Oberbürgermeister Burkhard Jung fordert Hilfe vom Freistaat.

(Archivbild: Kunstunterricht in der Louise-Otto-Peters-Schule in Leipzig)

Quelle: André Kempner

Leipzig/Dresden. Während im ländlichen Umfeld Schulen schließen, muss Leipzig neue bauen. Vier Grundschulen, vier Oberschulen und zwei Gymnasien sind in den nächsten Jahren zusätzlich notwendig. Diese kommen zu den mehr als ein Dutzend Projekten hinzu, die bereits entstehen oder in der Planung sind. „Dringenden Handlungsbedarf sehe ich vor allem bei den Oberschulen, da wird es eng – da müssen wir kurzfristig reagieren“, sagt Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) mit Blick auf den überarbeiteten Schulentwicklungsplan. Dieser erhöht den vor drei Jahren ermittelten Bedarf um zehn weitere Schulen.

Hintergrund ist eine erfreuliche Entwicklung: Die Zahl der Geburten steigt, zudem ziehen viele Familien nach Leipzig. Die Stadt steht daher unter Druck. „Wir brauchen zwischen 2015 und 2024 rund 250 Millionen Euro zusätzlich für den Ausbau von Schulen – also zusätzlich zu den jetzt geplanten Mitteln von 125 Millionen“, betont OBM Burkhard Jung (SPD): „Ohne Förderung des Freistaates werden wir das nicht schaffen: Ich brauche weiterhin ein Schulbauprogramm für kreisfreie Städte. Es geht um Erweiterungen, Neubauten und die Reaktivierung geschlossener Schulen.“

Um diese Riesenaufgabe zu schultern, will Jung die Entschuldungskonzeption der Stadt anpassen „und zwei, drei, vier Jahre nicht in dem Maß entschulden wie vorgesehen“. Jung: „Wir wollen jetzt laut Plan 23 bis 25 Millionen Euro pro Jahr tilgen, um 2038 schuldenfrei zu sein. Ich werde dem Stadtrat vorschlagen, die Entschuldung zumindest für die Haushalte 2017/2018 und 2019/2020 zurückzunehmen oder auszusetzen.“

Dass der Freistaat die Gelder deutlich aufstockt, ist unwahrscheinlich. „Der Schulhausbau ist eine kommunale Pflichtaufgabe. Deren Erfüllung und damit auch Finanzierung liegen somit bei der Stadt Leipzig“, macht das Kultusministerium gegenüber der LVZ klar. Allerdings werde der Freistaat die Schulträger „auch zukünftig durch Fördermittel unterstützen“. Für Schulen in Leipzig überwies Sachsen im Vorjahr 11,9 Millionen Euro Fördergelder. In diesem Jahr wurden bereits 4,7 Millionen bewilligt, weitere 5,6 Millionen sind beantragt.

Im Stadtrat scheinen sich die Fraktionen einig zu sein, volle Kraft in die Schulen zu stecken. „Die Stimmung ist nach vorn gerichtet. Die Bürgermeister haben begriffen, dass sie an einem Strang ziehen müssen“, sagt Stadtrat Karsten Albrecht (CDU). Ute Köhler-Siegel von der SPD-Fraktion: „Der vorliegende Schulentwicklungsplan ist nur ein Zwischenstand. Wir wissen jetzt schon, dass wir noch mehr Schulen bauen müssen.“ Intern werden bereits Modelle mit privaten Anbietern diskutiert. Diese errichten die Gebäude – und die Stadt mietet sie für eine gewisse Zeit. Auch Containerlösungen sind kein Tabu. „Wir werden drei Systeme kaufen“, kündigt Fabian an. „Allerdings nicht als zusätzliche Schule, sondern als Erweiterung, um Bauarbeiten überbrücken zu können.“

Laut Fabian werden in den Jahren 2015/2016 Standortfragen geklärt und vorbereitende Planungen angeschoben. Zu diesem Zweck will die Stadt zusätzliches Personal einstellen.

Die Verwaltung geht in ihrem Schulentwicklungsplan davon aus, dass mindestens zehn neue Schulen zusätzlich entstehen müssen. Mehr als ein Dutzend Projekte sind bereits im Entstehen oder per Stadtratsbeschluss angeschoben. Die zehn kommen also obendrauf. Über den bisherigen Bedarf sollen vier Grundschulen, vier Oberschulen sowie mindestens zwei Gymnasien entstehen.

Grundschulen: In Stötteritz-Thonberg wird ein zusätzliches Gebäude benötigt. Ebenso in Kleinzschocher am Adler, wo sich Grund- sowie Oberschule derzeit eines teilen. Vorgesehen ist daher ein Ersatzbau für die Grundschule im Einzugsgebiet. Reaktiviert als Grundschule wird das Gebäude An der Kotsche in Grünau. Für Gohlis-Nord/Möckern muss ein zusätzlicher Standort gefunden werden.

Oberschulen: Das derzeit als Interim fürs Heisenberg-Gymnasium genutzte Schulhaus Diderotstraße wird dauerhaft als Oberschule ausgebaut. Die Georg-Schumann-Oberschule zieht als Teil des Deutsch-Französischen Schulzentrums auf den Campus am Bayerischen Bahnhof. Danach wird ihr Haus in der Glockenstraße ausgebaut – dauerhaft für eine weitere Oberschule. Ab 2020 werden außerdem noch zwei neue Standorte benötigt – im Zentrum-Nord sowie im Planungsgebiet West (ab 2024). Neben diesen vier werden weitere Gebäude reaktiviert. So wird beispielsweise jenes in der Uhlandstraße (nach Umzug der Käthe-Kollwitz-Förderschule) Oberschule.

Gymnasien: Der Bau eines fünfzügigen Gymnasiums mit Sporthalle auf dem Areal Bayerischer Bahnhof gilt als Vorzugsvariante für Mitte/Süd. Benötigt wird ein weiteres nördlich des Zentrums. Jene zwei Gebiete haben Priorität. Nach 2020 erwägt man ein weiteres Gymnasium am Standort Ihmelsstraße (auf einem Campus mit der bereits geplanten Oberschule) sowie ab 2025 im Planungsbereich West. Die beiden letztgenannten sind im Schulentwicklungsplan als Vision angedeutet.

Förderschulen: Zusätzlichen Bedarf sieht die Stadt hier zunächst nicht. Einzelne Maßnahmen, wie der Umzug der Käthe-Kollwitz-Schule an den Standort Karl-Vogel-Straße, sind beschlossen. Das Gebäude wird längst saniert.

Daneben laufen eine Reihe weiterer Projekte, um zusätzliche Räume zu schaffen. Wie berichtet, ist der Bau der Gymnasien Telemannstraße und Gorkistraße bereits im Gange, der von der Uni genutzte Komplex Karl-Heine-Straße wird nach deren Auszug für ein großes Gymnasium saniert. Dies hat der Stadtrat ebenso wie die Reaktivierung der Oberschule Ratzelstraße oder den Neubau der Sportoberschule angeschoben. Deren Gebäude in der Max-Planck-Straße wird anschließend Grundschule. Geplant ist, Schulbezirke zu verändern, bestehende Häuser bei Bedarf mit Containeranbauten zu bestücken. Schulkonferenzen und Beiräte können den Plan in ihrem Stadtbezirk nun diskutieren. „Ich hoffe, dass der Stadtrat ihn noch vor Weihnachten beschließen kann“, so Schulbürgermeister Thomas Fabian.

Mathias Orbeck. Björn Meine und Andreas Debski

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