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Lokales Leipzig darf Skulpturen im Zoo behalten
Leipzig Lokales Leipzig darf Skulpturen im Zoo behalten
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10:07 27.10.2018
Auch um diese Skulptur geht’s. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Der Streit um die wertvollen Skulpturen im Leipziger Zoo ist auch in der nächsten Instanz zugunsten der Stadt entschieden worden. Am späten Freitagnachmittag wies der 2. Zivilsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden die Berufung vom Sohn des ehemaligen Zoodirektors Johannes Gebbing gegen das Urteil des Landgerichts zurück. Womöglich ist die rechtliche Auseinandersetzung damit endgültig entschieden.

Kunstwerke auf Leihbasis

Johannes Gebbing jun. (87) wollte per Klage die Herausgabe der Skulpturen „Der Athlet" von Max Klinger sowie „Jason und die Stiere des Aietes" von Walter Lenck erzwingen, die sein Vater als Zoo-Direktor in den 1920-er und 1930-er Jahren hatte aufstellen lassen. Seiner Auffassung nach seien die Skulpturen Eigentum seines Vaters und dem Zoo lediglich auf Leihbasis überlassen worden. Die Stadt argumentiert hingegen, dass der Direktor die Skulpturen für den Zoo erworben habe und nicht für sich selbst. Am 15. Mai dieses Jahres wies die 5. Zivilkammer des Landgerichts die Klage ab. Zuvor prüften die Richter die historischen Unterlagen, ob damit überhaupt die Frage des Eigentümers nachgewiesen werden kann. Fazit: Die vorgelegten Dokumente und die Korrespondenz aus dem Jahr 1944 ergeben nicht den Beweis, dass der ehemalige Zoodirektor die Skulpturen für sich persönlich erworben hatte. Und selbst wenn: Angesichts der weit zurückliegenden Übergabe der Kunstwerke an den Zoo in den Jahren 1928 und 1932 könne sich die Stadt auf eine Verjährung berufen.

Keine Einigung mit Vergleich

Ursprünglich hatte Gebbing jun. neben den beiden genannten Skulpturen noch die „Badende“ von Max Klinger und die „Quellnymphe“ von Ferdinand Barth – beide befinden sich ebenfalls im Zoo – zu seinem Erbe gezählt. Mithin forderte er in einem Vergleichsangebot 250 000 Euro, wobei alle vier Skulpturen im Zoo verbleiben könnten. Ein weiteres Angebot beinhaltete, dass „Jason-Gruppe“ und die „Quellnymphe“ im Zoo bleiben könnten, wenn im Gegenzug die beiden Klinger-Werke herausgegeben werden. Weil keine Einigung zustande kam, wies das Landgericht die Klage ab.

Zu Recht, befand am Freitag die Berufungsinstanz. Der Kläger habe das Zustandekommen eines Leihvertrages zwischen seinem Vater und der Stadt nicht nachgewiesen. Und selbst wenn der Direktor Eigentümer der Skulpturen gewesen sein sollte, hätte er das Eigentum infolge Ersitzung – der Erwerb an Sachen durch Zeitablauf und Eigenbesitz – nach zehn Jahren verloren. Der Zoo sei spätestens seit 1944 im guten Glauben gewesen, die Skulpturen als Eigentümer zu besitzen.

Eine Revision gegen das OLG-Urteil wurde nicht zugelassen. Gebbing jun. kann dagegen Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof erheben.

Von Frank Döring

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