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Lokales Leipzig en miniature 1823: Restauriertes Stadtmodell wird übergeben
Leipzig Lokales Leipzig en miniature 1823: Restauriertes Stadtmodell wird übergeben
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17:33 02.04.2015
Das Stadtmodell Leipzigs von 1823 ist nach der Restaurierung nun wieder im Stadtgeschichtlichen Museum im Alten Rathaus zu sehen. Quelle: André Kempner
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Leipzig

In seiner Detailtreue ist es ein unschätzbares Juwel für alle historisch Interessierten.

Der Leipziger Möbeltischler und Tapezierer Johann Christoph Merzdorf hat Leipzig mit seinen Straßen und Plätzen, den Durchgangshöfen, den Promenaden, den Stadt- und Mühlgräben und den Prachtgärten auf einer Fläche von 25 Quadratmetern gestaltet. Zu diesem Zweck ließ er vom Wiener Geodäten Michael Putz sämtliche 1422 Häuser und Höfe - einschließlich jener der Vorstädte - vermessen. So entstand ein maßstabsgetreues Abbild Leipzigs in den Jahren vor Beginn der Industrialisierung. Damals wohnten etwa 21605 Menschen in der Stadt.

"Es ist eines der größten und anschaulichsten Stadtmodelle Deutschlands, das wir nun auch optisch attraktiver präsentieren können", sagte Volker Rodekamp, der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums. Die Restaurierung hat knapp 100.000 Euro gekostet, wurde nur mit Hilfe der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft möglich.

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Nach der Erneuerung liefert das Kunstwerk den Betrachtern nun deutlich mehr Informationen. An vier Bildschirmen können multimediale Infos zu ausgewählten Häusern und Plätzen abgerufen werden - auf Deutsch und Englisch. 48 Orte können sogar beleuchtet werden. Wer möchte, kann so beispielsweise erforschen, wo das Geburtshaus Wagners, das alte Waagehaus oder die Thomasmühle standen oder gar der Schauplatz von Woyzecks Mord war, der 1821 eine Witwe in einem Hausflur erstach.

In einer Bildergalerie sind zudem Detailaufnahmen der historischen Plätze abrufbar, die dem heutigen Aussehen des jeweiligen Ortes gegenübergestellt werden. "Bis zum Tag des weißen Stocks, dem 15. Oktober, wird es auch noch Tastreliefs geben, um blinden und sehbehinderten Menschen den Zugang zu erleichtern", kündigt Rodekamp an.

Die Restaurierung des Modell gehört zu den Vorhaben, die das Museum zum Leipzig-Jubiläum beisteuert. Nächstes großes Projekt ist die Sonderschau "1015 - Leipzig vom Anfang an", die erstmals die Frühgeschichte der Stadt aus verschiedenen Perspektiven darstellt und dabei archäologische wie historische Forschungen der letzten Jahrzehnte vorstellt. Eröffnung ist am 19. Mai, 18 Uhr.

M.O./chg

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