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Leipzig entwickelt Matthäikirchhof – Platz für Stasi-Archiv wird angeboten

Stadtrat Leipzig entwickelt Matthäikirchhof – Platz für Stasi-Archiv wird angeboten

Das geplante „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ samt Stasi-Archiv für alle sächsischen Stasiunterlagen kann entstehen. Der Stadtrat gab für eine ergebnisoffene Prüfung grundsätzlich grünes Licht.

Der Matthäikirchhof wird nun entwickelt – eine Teilfläche wird auch als zentrales Stasiunterlagenarchiv angeboten.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig.

Die „letzte wertvolle innerstädtische Fläche“ Leipzigs, so waren sich die Vertreter aller Fraktionen einig, solle mit der gebotenen Sorgfalt als Gesamtareal entwickelt werden – und mit Bürgerbeteiligung. Dabei geht es letztlich um die Frage, ob der sogenannte Stasi-Neubau abgerissen oder in Teilen erhalten wird. „Damit dieses Vorhaben gelingt und nicht schon wieder am Anfang der Überlegungen zerredet wird, braucht es Akzeptanz in der Stadtgesellschaft“, betonte Axel Dyck (SPD). Er forderte, Bürger in einer städtebaulichen Werkstatt der Ideenfindung einzubeziehen. Dieses Areal war einst die Wiege der heutigen Großstadt Leipzig, erinnerte Siegfried Schlegel (Linke). Deshalb müsse dort ein „multifunktionales vitales Zentrumsquartier entstehen“. Die Linken plädieren dabei für einen Wohnflächenanteil von mindestens 30 Prozent, davon ein Drittel förderfähige und geförderte Sozialwohnungen. Dabei könnten Strukturen durchaus kleinteilig sein und sich an der historischen Bebauung orientieren. „Wir als Stadt sollten nicht zaghaft sein, sondern die historische Chance beherzt ergreifen, die sich nun ergibt“, meinte Tim Elschner (Grüne) und brachte einen ein international offenen Architekturwettbewerb ins Gespräch. Sabine Heymann (CDU): „Wir warnen davor, die gleichen Fehler zu machen wie auf dem Leuschnerplatz.“ Vieles müsse erst in einem offenen Verfahren geklärt werden. „Es ist schon beschämend, wenn wir als Stadträte die Bauverwaltung und den Oberbürgermeister belehren müssen, wie die Schritte eines solchen Verfahrens auszusehen haben.“

Hintergrund: Nach Beschwerden engagierter Bürger und vor allem von CDU und Grünen hatte die Verwaltung das Vorgehen grundlegend überdacht. „Wir können es uns nicht leisten, Bürgerschaft zu verprellen und Verfahrensfehler vorzuprogrammieren“.

Tobias Keller (AfD) rief dazu auf, die „kommunistischen Schandmale“ zu entfernen, die sich nicht an historischen Baufluchten orientierten. Für den Vorschlag, das Stasi-Archiv getrennt vom Matthäikirchhof zu betrachten und es möglicherweise an einen anderen Ort unterzubringen, fand er keine Mehrheit. Auch René Hobusch (Freibeuter) mahnte vergebens, mit dem Standort einem städtebaulichen Werkstattverfahren nicht vorzugreifen.

Mit großer Mehrheit wurde zudem die Stiftung Friedliche Revolution beauftragt, ein Konzept zur Verwirklichung eines Freiheits- und Einheitsdenkmals vorzulegen. Dafür gibt es 2017/18 jeweils 40 000 Euro für Personal- und Sachkosten. Wo das Denkmal hinkommt, ist völlig offen. Der Vorschlag, es mit der Entwicklung des Matthäikirchhofs zu verbinden, ist dabei nur eine Option. Die AfD wollte diesen Passus ganz streichen – das wurde ebenfalls abgelehnt.

Von Mathias Orbeck

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