Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipzig entwickelt Matthäikirchhof – Platz für Stasi-Archiv wird angeboten
Leipzig Lokales Leipzig entwickelt Matthäikirchhof – Platz für Stasi-Archiv wird angeboten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 19.10.2017
Der Matthäikirchhof wird nun entwickelt – eine Teilfläche wird auch als zentrales Stasiunterlagenarchiv angeboten. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig


Die „letzte wertvolle innerstädtische Fläche“ Leipzigs, so waren sich die Vertreter aller Fraktionen einig, solle mit der gebotenen Sorgfalt als Gesamtareal entwickelt werden – und mit Bürgerbeteiligung. Dabei geht es letztlich um die Frage, ob der sogenannte Stasi-Neubau abgerissen oder in Teilen erhalten wird. „Damit dieses Vorhaben gelingt und nicht schon wieder am Anfang der Überlegungen zerredet wird, braucht es Akzeptanz in der Stadtgesellschaft“, betonte Axel Dyck (SPD). Er forderte, Bürger in einer städtebaulichen Werkstatt der Ideenfindung einzubeziehen. Dieses Areal war einst die Wiege der heutigen Großstadt Leipzig, erinnerte Siegfried Schlegel (Linke). Deshalb müsse dort ein „multifunktionales vitales Zentrumsquartier entstehen“. Die Linken plädieren dabei für einen Wohnflächenanteil von mindestens 30 Prozent, davon ein Drittel förderfähige und geförderte Sozialwohnungen. Dabei könnten Strukturen durchaus kleinteilig sein und sich an der historischen Bebauung orientieren. „Wir als Stadt sollten nicht zaghaft sein, sondern die historische Chance beherzt ergreifen, die sich nun ergibt“, meinte Tim Elschner (Grüne) und brachte einen ein international offenen Architekturwettbewerb ins Gespräch. Sabine Heymann (CDU): „Wir warnen davor, die gleichen Fehler zu machen wie auf dem Leuschnerplatz.“ Vieles müsse erst in einem offenen Verfahren geklärt werden. „Es ist schon beschämend, wenn wir als Stadträte die Bauverwaltung und den Oberbürgermeister belehren müssen, wie die Schritte eines solchen Verfahrens auszusehen haben.“

Hintergrund: Nach Beschwerden engagierter Bürger und vor allem von CDU und Grünen hatte die Verwaltung das Vorgehen grundlegend überdacht. „Wir können es uns nicht leisten, Bürgerschaft zu verprellen und Verfahrensfehler vorzuprogrammieren“.

Tobias Keller (AfD) rief dazu auf, die „kommunistischen Schandmale“ zu entfernen, die sich nicht an historischen Baufluchten orientierten. Für den Vorschlag, das Stasi-Archiv getrennt vom Matthäikirchhof zu betrachten und es möglicherweise an einen anderen Ort unterzubringen, fand er keine Mehrheit. Auch René Hobusch (Freibeuter) mahnte vergebens, mit dem Standort einem städtebaulichen Werkstattverfahren nicht vorzugreifen.

Mit großer Mehrheit wurde zudem die Stiftung Friedliche Revolution beauftragt, ein Konzept zur Verwirklichung eines Freiheits- und Einheitsdenkmals vorzulegen. Dafür gibt es 2017/18 jeweils 40 000 Euro für Personal- und Sachkosten. Wo das Denkmal hinkommt, ist völlig offen. Der Vorschlag, es mit der Entwicklung des Matthäikirchhofs zu verbinden, ist dabei nur eine Option. Die AfD wollte diesen Passus ganz streichen – das wurde ebenfalls abgelehnt.

Von Mathias Orbeck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales Mehr Personal, mehr Studenten und Platzmangel in der Bibliothek - Uni Leipzig: Juristenfakultät auf Wachstumskurs

Die Juristenfakultät der Leipziger Uni ist auf Wachstum programmiert, weil der Freistaat Sachsen die Rechtswissenschaften an der Alma mater konzentriert und die bisherigen Studiengänge an der TU Dresden abwickelt.

22.10.2017

Die Stadt Leipzig will die Kitaplatz-Misere mit einem Befreiungsschlag beenden: Mit rund 45 Millionen Euro errichtet die Kommune 13 Einrichtungen auf zwölf städtischen Grundstücken. 1760 neue Plätze sollen den Mangel beenden.

18.10.2017

Aufatmen bei den Bewohnern der Seniorenwohnanlage Amalie in Paunsdorf: Die drohende Schließung ist jetzt vom Tisch. Nach monatelanger Kontroverse stimmte der Stadtrat zu, die Zukunft der Anlage durch eine kommunale Baurechtsänderung zu sichern.

18.10.2017