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Lokales Leipzig feiert Lichtfest: Jazz und Diskussionen über die politische Situation in Deutschland
Leipzig Lokales Leipzig feiert Lichtfest: Jazz und Diskussionen über die politische Situation in Deutschland
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19:08 05.09.2017
Lichtfest 2016 auf dem Augustusplatz.   Quelle: Kempner
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Leipzig

 „Aufbruch – Verantwortung – Offenheit“, so lautet das Motto des Leipziger Lichtfests am 9. Oktober 2017. Dabei erinnert die Stadt mit zahlreichen Veranstaltungen an die Proteste gegen das DDR-Regime im Herbst 1989. Mehr als 70.000 Menschen demonstrierten vor 28 Jahren in der Messestadt friedlich mit den Rufen „Wir sind das Volk“ und „Keine Gewalt“. Am Dienstag stellten Kommune und die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM) das Programm der diesjährigen Lichtfests vor.

Polnischer Autor hält Rede zur Demokratie

Den Höhepunkt werden wieder die strahlenden Kerzenlichter bilden, die auf dem Augustusplatz zu einer leuchtenden „89“ zusammengestellt werden. Zuvor wird um 17 Uhr das traditionelle Friedensgebet in der Nikolaikirche stattfinden. Die Predigt hält Reformationsbotschafterin Margot Käßmann.

Anschließend wird der polnische Publizist und Autor Adam Krzemiński in der Nikolaikirche die Rede zur Demokratie halten. Er studierte Anfang der Siebziger Jahre Germanistik in Warschau und Leipzig und gilt als Kenner der Demokratiebewegungen in Mittelosteuropa gegen Ende des kalten Krieges. 1993 erhielt Krzemiński die Goethe-Medaille für seine Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung.

Auf dem Augustusplatz, wo sich 1989 die Leipziger zu den Montagsdemonstrationen versammelten, findet das Lichtfest seinen Abschluss – dieses Jahr stehen bei der rund einstündige Open-Air-Performance Jazz, Videoinstallationen und Gesprächsrunden auf dem Programm. Claudius Nießen, Geschäftsführer des Deutschen Literaturinstituts Leipzig, wird mit verschiedenen Gästen über deren persönliche Erinnerungen, aber auch über die aktuelle politische Situation in Deutschland sprechen. „Wir dürfen nicht vergessen, für welche Werte und Ziele andere für uns auf die Straße gegangen sind. Denn diese Werte machen uns, machen unsere Gesellschaft aus“, sagt Nießen.

Fake News im Fokus

Als Gesprächspartner geladen sind die Filmemacherin Anke Ertner, die den Dokumentarfilm „Generation ’89 – Erwachsenwerden im Wendejahr“ drehte, der Journalist Jürgen Engert, langjähriger Leiter des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin und Moderator des Magazins Kontraste, sowie der Geschäftsführer des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit in Leipzig, Lutz Kinkel. Außerdem kommt die Journalistin Juliane von Reppert-Bismarck. Sie gründete die Non-Profit-Organisation „Lie Detectors“, die ausgebildete Journalisten in Schulen schickt, um den Schülern zu zeigen, wie man wahre Meldungen von falschen unterscheiden kann.

„Wir haben angesichts des immer noch aktuellen Diskurses über ‚Lügenpresse‘, ‚Fake News‘ und nicht zuletzt auch Medienfreiheit bewusst Persönlichkeiten aus dem Medienumfeld gewählt“, sagt Marit Schulz, Leiterin des Lichtfests.

Die Gespräche sollen von historischen und aktuellen Fotos und Videoaufnahmen untermalt werden. Zudem hat das Stephan König Jazz-Quartett eigens für das Lichtfest fünf Stücke komponiert. Dirigent Stephan König studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und leitet seit 1998 das von ihm gegründete „LeipJAZZig-Orchester“.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) betont: „Aufzustehen und zu handeln war 1989 und ist auch heute die Voraussetzung dafür, dass Neues entstehen kann.“

Von Sophie Aschenbrenner

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