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Lokales Leipzig füllt die letzten Internet-Lücken
Leipzig Lokales Leipzig füllt die letzten Internet-Lücken
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00:21 29.10.2017
In Leipzigs Ortsteilen soll der Breitbandausbau vorwärts gehen. Quelle: Foto: dpa
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Leipzig

In der Stadt Leipzig sollen in Kürze rund 400 Kilometer Glasfaserkabel neu verlegt werden und weitere 90 Kilometer Lehrrohre in die Erde kommen. Das teilte Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU) soeben bei einem Forum mit Telekommunikationsanbietern und anderen Firmen im Neuen Rathaus mit.

„Unser Ziel ist, bis 2020 die ganze Stadt flächendeckend mit leistungsstarkem Internet zu versorgen. Also auch die bislang benachteiligten Ortsteile am Stadtrand wie Seehausen, Hohenheida, Baalsdorf, Liebertwolkwitz oder Knauthain“, bestätigte er auf LVZ-Nachfrage. Über Funkmasten werde zudem die drahtlose Kommunikation in Landschaftsgebieten wie dem Auenwald oder den Nordbereichen des Cospudener Sees verbessert. „Es geht hier nicht nur um private Nutzungen für Computer oder den Fernsehempfang. Breitbandanschlüsse sind ebenso wichtig für die Wirtschaft und für Zukunftsthemen in Bereichen wie autonomes Fahren oder medizinische Betreuung.“

Leipzig müsse sich mit dem schon vorhandenen Netz keineswegs verstecken, so Albrecht. In Ostdeutschland erziele keine andere Stadt einen so hohen Abdeckungsgrad beim schnellen Internet (mindestens 50 Mbit/s). Im bundesweiten Vergleich liege man mit einer Verfügbarkeit für etwa 90 Prozent der Haushalte auf Platz 3. Dennoch habe eine kürzlich von seinem Dezernat beauftragte Bestandsanalyse ergeben, dass noch etwa 3000 Haushalte unterversorgt sind. Auch fehlten in 350 Unternehmen und 188 öffentlichen Einrichtungen (darunter 170 Schulen und Berufsschulen) die dort benötigten, noch höheren Übertragungsraten von mindestens 500 Mbit/s. Bei den bislang nicht erschlossenen Gebieten habe Leipzig lange in dem Dilemma gesteckt, dass die Förderprogramme von Europäischer Union, Bund und Land nicht für Großstädte, sondern nur für den ländlichen Raum galten. „Wir mussten unsere Ortschaftsräte mit ihren völlig berechtigten Forderungen leider immer wieder vertrösten. Doch punktuelle Verbesserungen ohne Glasfaser hätten das Problem nicht nachhaltig gelöst. Jetzt können wir gleich flächendeckend die Voraussetzungen für die Gigabit-Gesellschaft schaffen. Vor allem im Nordraum, wo das Rückgrat von Leipzigs Wirtschaft sitzt, war das längst überfällig.“

Änderungen bei den Förderprogrammen hätten es ermöglicht, dass die Stadt nun 90 Prozent Zuschüsse für die noch fehlenden 400 Kilometer Glasfaserkabel erhalten kann. „Die Anträge sind gestellt. Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten 2018 starten und 2020 beendet werden“, erläuterte Achim Lohse vom Amt für Wirtschaftsförderung. Grob geschätzt würden 400 Kilometer eine Verdoppelung des Leipziger Glasfasernetzes bedeuten. „Die Planung berücksichtigt, dass auch private Unternehmen wie die Telekom oder HL komm weiter in den Netzausbau investieren. Aber natürlich nur dort, wo es für sie wirtschaftlich rentabel ist.“ Für kleine Ortschaften am Rand gelte das oft nicht.

Zum Fördervolumen wollte das Dezernat keine Angaben machen, um Preistreibereien bei der nun bald startenden Ausschreibung der Arbeiten vorzubeugen. Als Richtgröße können aber durchaus jene Zahlen dienen, die Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) gestern bei einem Termin in Augustusburg verkündete. In der mittelsächsischen Kleinstadt fließen nun 3,5 Millionen Euro Fördermittel plus 400 000 Euro kommunaler Eigenanteil, um 800 Haushalte und fünf Unternehmen an Hochgeschwindigkeitsnetze anzuschließen. Dazu werden dort rund 96 Kilometer Glasfaserkabel und 40 Kilometer Leerrohre verlegt.

Mit großer Kraftanstrengung habe sich Sachsen in den beiden vergangenen Jahren vom letzten auf den viertletzten Platz beim Breitbandausbau in Deutschland vorgearbeitet, erklärte Dulig. In der aktuellen Förderperiode, für welche die Anträge bis zum 29. September gestellt werden mussten, kämen wieder fast 40 000 Haushalte sowie 1600 Unternehmen hinzu. Neben der Stadt Leipzig spiele dabei erstmals der Landkreis Leipzig eine größere Rolle – dort ist der Abdeckungsgrad beim schnellen Internet mit lediglich 38,9 Prozent derzeit noch besonders niedrig.

Von Jens Rometsch

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