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Leipzig gedenkt Drogentoten mit Gottesdienst und „Fest des Lebens“ – fünf Opfer im Jahr 2009

Leipzig gedenkt Drogentoten mit Gottesdienst und „Fest des Lebens“ – fünf Opfer im Jahr 2009

Fünf Menschen starben im vergangenen Jahr in Leipzig an einer Überdosis Drogen. Die Opfer waren meist männlich und zwischen 25 und 35 Jahre alt. Als Todesursache wurde neben einer Vergiftung mit Heroin und Medikamenten häufig die Kombination mit anderen Drogen, auch Alkohol, festgestellt.

Leipzig. Am Mittwoch findet in Leipzig ein Gedenktag statt, der Raum für Trauer bieten und gleichzeitig auf das Drogenproblem in Leipzig aufmerksam machen soll.

Rund 880 Menschen mit Heroin- oder einer anderen Opiatsucht werden derzeit in den Leipziger Suchtberatungsstellen behandelt. „Die Zahl ist in den letzten Jahren relativ stabil geblieben, die Dunkelziffer dürfte aber weitaus höher liegen“, erklärt Ina Stein vom Drogenreferat der Stadt. So seien in Kliniken behandelte Abhängige nicht im ambulanten Hilfesystem der Stadt erfasst. „Viele kommen auch gar nicht erst bei uns an, weil sie nicht auf professionelle Hilfe angewiesen sind“, so die Diplom-Psychologin. 

Viele der Abhängigen, die von den sieben Beratungsstellen der Stadt betreut werden, hätten bereits eine 15- bis 20-jährige Drogenkarriere hinter sich, berichtet Stein. Immer stärker sei dabei eine Vermischung verschiedener Drogen zu beobachten. „Der typische Heroinabhängige nutzt eine Vielzahl von Drogen. Oft spielen auch Ersatzdrogen eine Rolle. Zur Opiat- und Alkoholabhängigkeit kommt häufig der Missbrauch von Medikamenten wie Psychopharmaka hinzu“, weiß die Drogenberaterin. Opiatabhängige bilden nach den Alkoholsüchtigen die mit Abstand größte Gruppe in Leipzig. Danach folgen Cannabis (rund 220 Personen), Aufputschmittel (80) und Medikamente (20). Neue Substanzen wie Liquid würden in Leipzig keine hervorgehobene Rolle spielen, so Stein.

Zahl der Drogentoten in Leipzig rückläufig

Zwar ist die Zahl der Drogentoten in Leipzig in den vergangenen Jahren rückläufig. „Für die neuen Bundesländer ist sie aber relativ hoch“, erklärt Stein.  Laut Suchtbericht der Stadt gab es im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Leipzig 2002 noch 13 Opfer; 2007 wurden elf und 2008 acht Fälle registriert. „Im Vergleich mit anderen Metropolen wie Berlin oder Hamburg ist es insgesamt eine niedrige Zahl – zum Glück.“, sagt die Diplom-Psychologin.

Um die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren, schließt sich Leipzig bereits seit mehreren Jahren  dem Nationalen Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige an, der seit 1998 am 21. Juli bundesweit begangen wird. Er beginnt am Mittwoch um 15.30 Uhr mit einer Andacht in der Nikolaikirche, bei der unter anderem Pfarrer Ralf Günther und Gesundheitsamtsleiterin Regine Krause-Döring sprechen werden. „Es wird auch Betroffenheitsworte von Angehörigen der Opfer geben“, kündigt Stein an.

Auf dem Platz vor der Nikolaikirche informieren das Jugendamt, das Gesundheitsamt, Suchtberatungs- und Behandlungsstellen und weitere Einrichtungen der Jugend- und Drogenhilfe über ihre Arbeit und stehen für Gespräche bereit. Ein „Fest des Lebens“ mit verschiedenen Bands und DJs im Mühlkeller schließt sich ab 19 Uhr an. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, es wird jedoch um eine Spende gebeten – zur Finanzierung eines Gedenksteins für verstorbene Drogenabhängige.

www.leipzig.de/suchthilfe

Robert Nößler

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