Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipzig gedenkt der Opfer der Pogromnacht – Mahnwachen in ganz Mitteldeutschland
Leipzig Lokales Leipzig gedenkt der Opfer der Pogromnacht – Mahnwachen in ganz Mitteldeutschland
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:22 09.11.2014
Das Mahnmal zur Erinnerung an die von den Nazis zerstörte Synagoge in der Gottschedstraße. Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig/Erfurt/Weimar

In Thüringen und weiteren Orten Mitteldeutschlands waren Gedenkmärsche, Kranzniederlegungen, Ausstellungen und Vorträge geplant.

In der Messestadt hatte das Grauen am Morgen des 10. November 1938 seinen Höhepunkt erreicht. Unter anderem wurde die große Synagoge der Jüdischen Gemeinde angezündet. An diesem Ort wurde 1966 ein Gedenkstein errichtet, seit 2011 steht im Zentrum Leipzigs ein Mahnmal.

Im Rahmen der Gedenkfeier erinnerten Bürgermeister Andreas Müller, Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Stephen Fuchs, Rabbiner aus den USA und Prof. Cornelius Weiss, Schirmherr der Gedenkaktion "Mahnwache und Stolpersteine putzen" an die Gräueltaten der NS-Diktatur.[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_37250]

Kantor Prof. Joseph Malovany, Rektor des Instituts für Traditionelle Jüdische Liturgie und Kantor der 5th Avenue Synagoge in New York, wird im Anschluss ein Erinnerungsgebet für die Opfer der Schoa vortragen. Danach werden am Denkmal Kränze niedergelegt. Um 18 Uhr beginnt ein Gottesdienst zum Gedenken an die Reichspogromnacht in der Thomaskirche. Im Vorfeld der Veranstaltung wurden Stolpersteine in Leipzig geputzt und Mahnwachen abgehalten.

Gespräch mit Zeitzeugen am Montag

Zu einem Gespräch mit einem Zeitzeugen lädt das Schulmuseum Leipzig am Montag in die Hinrichsenstraße 14 ein. Im Ariowitschhaus erzählt der ehemalige Leipziger und Holocaust-Überlebende Schlomo Samson seine persönliche Geschichte. Samson wurde 1923 in der Messestadt geboren. Der Eintritt ist frei, um eine Voranmeldung unter (0341) 21 30 568 wird gebeten.

Leipzig hat am Sonntag den Opfern der Pogromnacht gedacht. Quelle: Andre Kempner

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 gingen überall in Deutschland Synagogen in Flammen auf, wurden jüdische Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe zerstört. Etwa 1000 Menschen wurden in der Reichspogromnacht umgebracht, mehr als 30.000 jüdische Männer in Konzentrationslager verschleppt - fast 10.000 allein in das 1937 gegründete Lager auf dem Ettersberg bei Weimar.

Am Gedenkstein im ehemaligen Sonderlager erinnerte Stiftungsdirektor Volkhard Knigge an die Häftlinge, von denen 250 bis zur Auflösung dieses Lager Anfang 1939 durch Misshandlungen der SS und menschenunwürdigen Bedingungen starben. Danach verlasen in der Stiftung tätige Freiwillige aus mehreren Ländern Berichte von Zeitzeugen.

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel steht morgen ab 8 Uhr wieder zur Verfügung.

boh / dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Leipziger Sozialdemokraten haben einen neuen Vorsitzenden. Beim Stadtparteitag am Samstag in der Plagwitzer „GaraGe“ wurde Hassan Soilihi Mzé mit 54,8 Prozent der Delegiertenstimmen ins Amt gewählt.

08.11.2014

Die Leipziger CDU wirft Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) vor, er habe die Unwahrheit gesagt - in einem LVZ-Interview, in dem er am Donnerstag seine Rolle bei der Aufklärung des Finanzskandals der Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) schilderte.

07.11.2014

Die Freilegung des Elstermühlgrabens zwischen Friedrich-Ebert- und Elsterstraße wird um 1,3 Millionen Euro teurer als ursprünglich geplant. Das teilte Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) bei einem Baustellentermin vor Ort mit.

07.11.2014
Anzeige