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Lokales Leipzig hat jetzt eine Bowmanstraße
Leipzig Lokales Leipzig hat jetzt eine Bowmanstraße
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10:07 18.04.2016
Kriegsveteran Lehmann Riggs (Mitte) bekam ein Duplikat des Straßenschildes geschenkt – er nimmt es als Andenken an seinen toten Kameraden Raymond J. Bowman mit in die USA.   Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

 Ein Teil der Lützner Straße heißt jetzt „Bowmanstraße“ – der Bereich von der Kreuzung Jahnallee bis zur Kreuzung Zschochersche Straße. Das Straßenschild wurde am Sonntag feierlich enthüllt und erinnert jetzt an den US-Soldaten Raymond J. Bowman, der am 18. April 1945 im Gebäude Jahnallee 61 getötet wurde und dessen Foto durch den amerikanischen Kriegsfotografen Robert Capa weltberühmt wurde (die LVZ berichtete). Zur Einweihung kamen über hundert Leipziger und zwei Zeitzeugen – darunter der US-Amerikaner Lehmann Riggs, der 1945 in unmittelbarer Nähe den Tod seines Kameraden erlebte. Am heutigen Capa-Haus, der Jahnallee 61, wurde auch eine Gedenktafel enthüllt und im Café Eigler des Gebäudes die Ausstellung „War is over – Robert Capa in Leipzig“ eröffnet, die dort jetzt ständig zu sehen ist.

Vor der Einweihung des neuen Straßenschildes erinnerte Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) an den vierjährigen Kampf um den Erhalt des Gebäudes mit der weltbekannten Capa-Geschichte. Der Leipziger Kabarettist Meigl Hoffmann und Volker Külow von der Linkspartei hätten im Jahr 2011 erste große Impulse gesetzt, um es zu retten; auch Leipzigs damaliger Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) und der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Volker Rodekamp hätten sich an führender Stelle für die Erinnerung an die historischen Vorgänge eingesetzt. „Leipzigs Stadtgesellschaft hat Sinn für Gedenkorte“, so Faber. „Erinnerung braucht Orte.“

Zur Feier waren auch Eva Brackelmann und Thomas Naumann vom Stadtbezirksbeirat Alt-West gekommen. Der Beirat hat ein Zusatzschild finanziert, auf dem der Hintergrund des Namens Bowmanstraße erklärt wird. „Jeder Tote in einem Krieg ist einer zu viel“, sagte Brackelmann. „Immer wenn wir an diesem Schild vorbeifahren, sollten wir uns daran erinnern.“

Von Andreas Tappert

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