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Lokales Leipzig hat zweitniedrigsten Krankenstand in Sachsen
Leipzig Lokales Leipzig hat zweitniedrigsten Krankenstand in Sachsen
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08:28 27.09.2016
Annett Weber  Quelle: privat
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Leipzig

 Der Krankenstand in Leipzig ist 2015 im Vergleich zum Jahr davor unverändert geblieben. Das förderte zumindest der diesjährige Report der Krankenkasse DAK-Gesundheit zutage, die in der Stadt rund 45 000 Versicherte hat. Dem Analysewerk zufolge lagen die Ausfalltage aufgrund einer Erkrankung erneut bei 4,1 Prozent – und damit unterm Landesniveau (4,6 Prozent). Laut Leipzigs DAK-Chefin Annett Weber waren demnach an jedem Tag des vorigen Jahres von 1000 Berufstätigen 41 arbeitsunfähig geschrieben. Die Messestadt weise somit den zweitniedrigsten Krankenstand im Freistaat auf. Nur in Dresden wurde etwas weniger Kasse gemacht. Am häufigsten kränkelte indes die Arbeitnehmerschaft im Landkreis Bautzen (Krankenstand: 5,6 Prozent).

Zumeist blieben die Messestädter im Vorjahr wegen Erkältung oder Bronchitis zuhause. „Diese Diagnose wurde zu 19,3 Prozent öfter als im Vergleichszeitraum 2014 gestellt. Beinahe jede fünfte Krankschreibung ging darauf zurück“, so Weber. Mit einem Anteil von 18,8 Prozent an allen Fehlzeiten würden sich Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen anschließen. Immerhin: Hier gab es aber laut DAK-Chefin ein Minus von fast 13 Prozent. „Der durch psychische Leiden wie Depressionen und Angstzustände verursachte Arbeitsausfall ging sogar um knapp 14 Prozent zurück, verursachte aber mit immer noch fast 15 Prozent die drittmeisten Fehltage in Leipzig“, so Weber. Die erfreuliche Entwicklung hin zu weniger Kreuz- und Seelenschmerzgeplagten sei teils vielleicht auf ein zunehmend greifendes betriebliches Gesundheitsmanagement zurückzuführen“, vermutet Sachsens DAK-Sprecher Claus Uebel. Auch von daher hält Weber die regelmäßige Auswertung des Krankenstandes in der Region und die stete Information darüber für unverzichtbar.„Unternehmen können aus dieser Analyse einfach wichtige Impulse für ihr betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnen“, meint sie. Um zum Beispiel oft länger währenden Erkrankungen wie Rückenleiden oder seelischen Problemen vorzubeugen, bieten nicht zuletzt ihre und weitere Kassen Arbeitgebern entsprechende Unterstützung an. DAK-Versicherte selbst können seit kurzem sogar eine medizinische Beratung per Videochat nutzen, was schon mal praktisch ist, liegt ein Facharzttermin noch in weiter Ferne. „An dem deutschlandweit ersten Online-Angebot dieser Art nehmen Ärzte aller Fachrichtungen teil“, sagt Weber. Behandeln und eine Diagnose stellen könnten sie im Chat freilich nicht.

In ihrem diesjährigen Gesundheitsreport richtete die Krankenkasse zudem den Fokus auf den Unterschied zwischen Frauen und Männern in puncto Krankheitsprofil und Krankschreibung. Für diese Studie kam das IGES Institut ins Boot, das die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Sachsen und Leipzig auswertete. Eine bundesweite Befragung von mehr als 5000 Beschäftigten im Alter von 18 bis 65 Jahren floss mit ein. Ein Fazit: Frauen in Sachsen fehlen häufiger im Job als Männer. Ihr Krankenstand lag im Vorjahr um 18 Prozent höher. In Leipzig betrug der Unterschied sogar 36 Prozent. „Damit ist der viel zitierte kleine Unterschied größer als gedacht“, merkt Weber an.

Während das „starke Geschlecht“ an der Pleiße übrigens um ein gutes Drittel häufiger als die Damenwelt an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidet, haben es die Frauen hingegen deutlich häufiger mit psychischen Problemen wie Depressionen zu tun. Doch wenngleich Frauen öfter krankgeschrieben sind als Männer, schleppen sie sich laut den Reportzahlen dennoch viel häufiger als letztere krank zur Arbeit. „Experten sprechen vom Präsentismus“, erklärt Weber. „Als Hauptgründe gaben die Frauen dafür an, die Kollegen nicht hängen lassen zu wollen oder ihre Arbeit fertigstellen zu müssen.“ Nicht zuletzt belegte dieser Report einmal mehr: Sind die Kinder krank, bleiben zur Betreuung größtenteils die Mütter heim. Mehr als jede vierte Frau (knapp 27 Prozent) gab an, dass sie sich bei einer Erkrankung des Kindes selbst krank gemeldet hat, weil sie sich nicht anders zu helfen wusste. Bei den Männern sagten das nur 17,5 Prozent.

Von Angelika Raulien

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