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Lokales Leipzig hofft auf mehr Gäste aus dem Ausland und auf Privatreisende
Leipzig Lokales Leipzig hofft auf mehr Gäste aus dem Ausland und auf Privatreisende
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21:00 11.10.2015
LTM-Geschäftsführer Volker Bremer blickt nach vorn: Ziel ist es, die Gästezahlen für Leipzig deutlich zu steigern. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Eigentlich scheint ja auf Leipzigs Tourismus die Sonne. Jahr für Jahr steigen die Gästezahlen. Im Vorjahr waren es 2,76 Millionen Übernachtungen – Tendenz steigend. Ob die magische Drei-Millionen-Grenze in diesem Jahr geknackt wird, bleibt abzuwarten. Doch wohin will sich Leipzig entwickeln? Seit Jahren fordern Stadträte einen touristischen Entwicklungsplan, der nun mit Blick auf 2019 im Entwurf vorliegt.

Im November soll das Papier, das allerdings auf eine Datenbasis des Jahres 2013 zurückgreift und dadurch streckenweise überholt ist, in der Ratsversammlung debattiert werden.

Ausgangslage: Der Tourismus gilt in Deutschland als relativ krisenunabhängig und ist daher ein stabiler Wirtschaftsfaktor. In der Messestadt gibt es etwa 42 000 touristische Arbeitsplätze, erwirtschaftet wird dabei ein Bruttoumsatz von gut 1,5 Milliarden Euro.

Was aber hat das größte Wachstumspotenzial? „Mit der neu eröffneten Kongreßhalle haben wir eine Riesenchance, deutlich mehr Kongresse und Tagungen nach Leipzig zu holen“, sagt Volker Bremer, Geschäftsführer der Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) GmbH, auf LVZ-Nachfrage. Wie viele internationale Gäste kommen, ist aber vom Anteil großer Messen abhängig.

Da hat Leipzig mit der OT World, einer Fachmesse für Orthopädie und Rehatechnik, derzeit nur eine Weltleitmesse zu bieten. Hinzu kommt: Bei hochfrequentierten Veranstaltungen reichen die Hotelbetten derzeit nicht aus – vor allem im Vier- und Fünf-Sterne-Segment. Schwächen gibt es auch beim Angebot mit Direktflügen.

Insgesamt konstatiert die Analyse, dass der Anteil der ausländischen Touristen zu gering sei. So ist der Bekanntheitsgrad Leipzigs „ausbaufähig“, heißt es. „Je weiter wir von Leipzig und Deutschland wegkommen, desto schwieriger wird es. Amerikaner nehmen von Deutschland meist nur Berlin und höchstens noch München mit dem Oktoberfest wahr“, erläutert Bremer. Mit Bach und dem Gewandhaus gebe es aber viel Potenzial, um aufzuholen.

Zulegen will Leipzig vor allem bei den Privatreisenden, die an der Pleiße derzeit einen Marktanteil von 30 bis 40 Prozent ausmachen. Das liegt wohl auch daran, dass regelmäßige, besucherstarke Events – wie sie etwa Hamburg mit seinen Musicals hat – fehlen. Die Hotels seien oftmals noch zu stark aufs Segment der Geschäftsreisenden ausgerichtet, heißt es.

Kernzielgruppen, um die geworben wird, sind jüngere, spontane Städtereisende, aber auch anspruchsvolle Kultururlauber über 50 Jahre. Was die Märkte anbelangt, bleibt Deutschland die Nummer eins. In die Marktgruppe zwei werden die USA, Großbritannien, Österreich, die Schweiz und die Niederlande eingeordnet. Im Jahr 2014 lag der Anteil ausländischer Gäste bei 14,2 Prozent. 20 Prozent werden angestrebt.

Im Vorjahr gab es in Leipzig 114 Hotels und Pensionen mit 14 617 Betten. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer be-trug 1,8 Tage – sie soll auf 1,9 gesteigert werden. Die Übernachtungszahlen sollen sich bei mehr als drei Millionen Gäste pro Jahr einpegeln.

Wie das zu schaffen ist, bleibt allerdings offen. Das Konzept versteht sich als Situationsbeschreibung. Konkrete Maßnahmen, wie Leipzig vorankommt, stehen nicht drin. Das Amt für Wirtschaftsförderung arbeitet an einem Katalog, der bis zum Frühsommer 2016 die Strategie mit 138 Einzelmaßnahmen untersetzen soll.

Stadträte fordern derweil mehr Einfluss auf die Firma. Ihr Eigentümer ist der Verein Leipzig Tourist Service (LTS), dem 97 Mitglieder angehören – darunter viele aus der Tourismus- und Kulturbranche.

Mathias Orbeck

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