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Lokales Leipzig im Wahlfieber – Sachsen und Amerikaner verfolgen Kampf ums Weiße Haus
Leipzig Lokales Leipzig im Wahlfieber – Sachsen und Amerikaner verfolgen Kampf ums Weiße Haus
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00:08 09.11.2016
Generalkonsul Scott R. Riedmann (ganz links neben der Pappfigur von Donald Trump) verfolgt gemeinsam mit Gästen die US-Wahl. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Auch Leipzig ist im US-Wahlfieber. Auf Einladung des US-Generalkonsulats verfolgen in der Nacht zu Mittwoch 350 Gäste, darunter etwa 50 Amerikaner, im Leipziger Marriott Hotel gemeinsam auf einer Großbildleinwand das Rennen ums Weiße Haus. Der Wunsch von Generalkonsul Scott R. Riedmann, der die Wahlparty um 21.15 Uhr eröffnete, rege zu diskutieren, fiel auf fruchtbaren Boden. Unter US-Girlanden und -Flaggen sprachen Amerikaner, die hier leben, mit Sachsen, Sachsen-Anhaltern und Thüringern über einen Wahlkampf, der immer mehr zur Schlammschlacht wurde. Bei Wasser, Bier und Wein nahmen sie die Kontrahenten um das Amt des 45. US-Präsidenten  -  Hillary Clinton und Donald Trump  -  auseinander und blickten teils besorgt auf das deutsch-amerikanische Verhältnis.

Für die ehemalige grüne sächsische Landtagsabgeordnete Gisela Kallenbach wäre Hillary Clinton das kleinere Übel. Professor Andreas Pinkwart, Rektor der Leipziger Handelshochschule hofft, dass die Demokratin Hillary Clinton gewinnt. "Es wird Zeit, dass wieder Vernunft einzieht", sagt er. Das Klima sei durch den Wahlkampf vergiftet. Es komme darauf an, dass wieder politische Ziele im Mittelpunkt stehen und nicht die Verrohung der Sprache.

Viele Gäste fieberten auf der Wahlparty des US-Generalkonsulats im Leipziger Mariott Hotel mit. Bilder: André Kempner

In rockigen Lederhosen erschien Uni-Rektorin Beate Schücking. Auch sie hofft auf einen Wahlsieg von Clinton. Sie sei vor allem gekommen, weil sie Professor Crister Garrett, den Direktor des Amerikanistikinstituts der Uni, sehr schätze und hören wollte, was er zur Wahl zu sagen habe.

Die Wartezeit bis zu den ersten Hochrechnungen wurde dann auch verkürzt durch eine Expertendebatte bis kurz vor Mitternacht mit Professor Crister Garrett und Jacob Schrot, dem Gründer der Initiative junger Transatlantiker.

Bevor die offiziellen Wahlergebnisse über die Leinwand flimmerten, durften die Gäste auch selbst wählen. Das Ergebnis war ein klarer Sieg für Hillary Clinton mit 68,8 Prozent der 186 abgegebenen gültigen Stimmen. Donald Trump kam auf 11,8 Prozent, die Grüne Jill Stein immerhin auf 14,5 Prozent. Sie war vor allem bei jungen Leuten beliebt. Der Liberale Gary Johnson lag bei rund 4 Prozent.

Heute Mittwochabend geht das Programm weiter. Alle, die mehr Hintergründe zum Wahlausgang erfahren wollen, sind von 18 bis 20 Uhr ins Zeitgeschichtliche Forum Leipzig eingeladen. Dr. Cathleen Fisher, eine ausgesprochene Insiderin der US-Politik, wird die Wahl analysieren und einen Ausblick wagen. Moderiert wird die Veranstaltung von Rita Wallace. Generalkonsul Riedmann freut sich darauf, erneut viele Neugierige zu begrüßen.  

Anita Kecke

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