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Lokales Leipzig in Zahlen: Jahrbuch zeigt, wie die Stadt aus den Nähten platzt
Leipzig Lokales Leipzig in Zahlen: Jahrbuch zeigt, wie die Stadt aus den Nähten platzt
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15:20 11.01.2018
Leipzig wächst – das Statistische Jahrbuch der Stadt liefert einen Überblick in Zahlen. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Arbeitsmarkt, Schulen und Kitas, LVB-Fahrgäste – wie Leipzig wächst, dokumentiert jetzt das Statistische Jahrbuch 2017 der Stadt Leipzig eindrucksvoll in Zahlen. Am Donnerstag legte die Kommune das schriftliche Werk mit den Zahlen von 2016 und Vergleichsdaten vor. Skurril: Die Geburten- und Einwohnerzahlen für Ende 2016 fehlen, wurden bisher vom Statistischen Landesamt nicht geliefert.

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Bevölkerung

590.337 Menschen hatten Ende 2017 ihren Hauptwohnsitz in Leipzig, soweit das Einwohnerregister des Ordnungsamts, für jeden auf der Statistik-Webseite der Stadt einsehbar. Für die Dokumentation gelten aber die Zahlen des Landesamts für Statistik, und die liegen seit der letzten Volkszählung (Zensus 2011) immer um 8000 unter den städtischen Angaben. Doch in der Behörde in Kamenz gebe es Softwareprobleme, erklärt Ruth Schmidt, Leiterin des Leipziger Amts für Statistik und Wahlen. Man gehe derzeit davon aus, dass vor April die Zahlen nicht vollständig sein werden. „Wir werden sie dann in der Online-Version des Jahrbuchs aktualisieren“, so Schmidt. Ab Ende Januar werden dann bereits die ersten Daten für das Jahr 2017 unter statistik.leipzig.de online gestellt.

Arbeitsmarkt

Leipzig ist als Arbeitsort attraktiv. „Viele junge Menschen kommen für die Ausbildung zu uns, und es bleiben tatsächlich auch viele, weil sie einen Job finden“, so Schmidt. Die Zahl der Pendler ist außerdem von 86.500 auf 96.000 gestiegen. Seit 2012 sinken die Arbeitslosenzahlen, insgesamt um mehr als 5000. Im vergangenen Jahr waren noch 23.117 Menschen auf Jobsuche, das entspricht einer Quote von 7,9 Prozent. Der Trend setzt sich fort: Im Dezember 2017 erreichte die Quote bereits einen Tiefstand von 7,0 Prozent. 2016 waren außerdem weniger Haushalte auf eine Grundsicherung durch Harz IV angewiesen: Die Zahl sank von 42.639 auf rund 39.000 Bedarfsgemeinschaften. Wermutstropfen: „Die Zunahme der Beschäftigung basiert zu einem Großteil auf Teilzeitjobs. Das hat auch Folgen für das Einkommen“, so Schmidt. Das mittlere monatliche Nettoeinkommen lag bei Erwerbstätigen bei 1486 Euro.

Schulen und Kitas

Leipzig muss sich um Nachwuchs erstmal keine Sorgen machen. Knapp 43.000 Kinder waren im Jahr 2016 in Betreuungseinrichtungen angemeldet, 2742 mehr als im Jahr zuvor. Die Schülerzahl steigt um etwa 2500 an auf 48.230. Die Kehrseite der Medaille ist allgemein bekannt: Die Stadt kommt mit dem Bau von Kitas und Schulen kaum nach, hat im Oktober 2017 das größte kommunale Kitabau-Programm seit 1990 beschlossen. Volumen: 13 Einrichtungen bis 2019 für 45 Millionen Euro.

Öffentlicher Nahverkehr

Bus und Bahn wurden 2016 stark genutzt Leipzig. Die Fahrgastzahlen der Leipziger Verkehrsbetriebe stiegen von rund 138 Millionen Fahrgästen im Jahr 2015 auf rund 148 Millionen im Jahr 2016. Interne Prognosen der LVB gehen laut LVZ-Informationen davon aus, dass 2020 bereits 160 Millionen Leipziger mit dem ÖPNV unterwegs sein werden.

Autos in Leipzig

Mehr Einwohner – mehr Autos. Die Zahl der Kraftfahrzeuge hat 2016 die Viertelmillion-Marke geknackt. Im Vergleich zum Vorjahr waren damit fast 5000 Fahrzeuge mehr auf der Straße. „Der Pkw-Bestand je Einwohner hat trotzdem abgenommen“, so Ruth Schmidt. Sie vermutete, dass auch unter den Zugezogenen nicht alle auf das Auto als bevorzugtes Fortbewegungsmittel setzen.

Internationales Leipzig

Leipzig wird internationaler. Von knapp 580.000 Einwohnern im Jahr 2016 haben 13,4 Prozent einen Migrationshintergrund. 2012 lag der Anteil bei 12,3 Prozent. „Der Ausländeranteil ist weiter gestiegen, das hängt auch mit den Geflüchteten zusammen“, so Statistikerin Ruth Schmidt. Mit 6778 Menschen stellt das Bürgerkriegsland Syrien die größte Gruppe der Neuankömmlinge im Jahr 2016. Danach folgt die Russische Föderation mit 3016 Neu-Leipzigern, gefolgt von Rumänien, Polen und Vietnam. Insgesamt sind rund ein Drittel der in Leipzig lebenden Ausländer EU-Bürger, weitere 22 Prozent haben eine unbefristete Niederlassungserlaubnis. Auch die Leipziger Uni zieht internationale Gäste an. Von 37.878 Studierenden im Studienjahr 2016/17 kam 4.100 aus dem Ausland. Damit lag die Zahl leicht unter dem Vorjahr (4.227).

Alle Daten im Internet unter leipzig.de/statistik. Dort ist das Jahrbuch als pdf hinterlegt. Für 25 Euro ist die 250 Seiten starke, gedruckte Ausgabe im Amt für Statistik und Wahlen erhältlich, Burgplatz 1, Zimmer 228.

Von Evelyn ter Vehn

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