Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales „Leipzig ist erblüht, wie Helmut Kohl es sich nicht vorstellen konnte“
Leipzig Lokales „Leipzig ist erblüht, wie Helmut Kohl es sich nicht vorstellen konnte“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 19.06.2017
Helmut Kohl mit seiner Familie 1975 in Leipzig. Quelle: Bundesarchiv
Anzeige
Leipzig

Nicht nur politische Weggefährten zollen dem am Freitag verstorbenen Helmut Kohl Respekt. Auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) würdigt die Verdienste des Altkanzlers: „Kohl bleibt untrennbar mit der deutschen und europäischen Einigung verbunden. Von beidem profitiert Leipzig in besonderem Maße. Leipzig ist im vergangenen Jahrzehnt erblüht wie kaum eine andere Stadt. Und wie es sich vielleicht nicht einmal Helmut Kohl vorstellen konnte.“ Die Stadt wird zum Staatsakt die Fahnen auf Halbmast setzen. Ein Kondolenzbuch wird nicht ausliegen; das würde nur bei einem ganz besonderen Verhältnis zur Stadt geschehen.

„Mit Helmut Kohl verliert unser Land eine der bedeutendsten und verdienstvollsten Persönlichkeiten der jüngeren Geschichte“, erklärte Thomas Feist. „Gerade wir Menschen im Osten Deutschlands haben ihm unglaublich viel zu verdanken.“ Er sei aufgrund der Verdienste Kohls in die CDU eingetreten, so der Bundestagsabgeordnete.

Kohls Tod als Ende einer ganzen Politiker-Generation

Er habe den Altkanzler in Erinnerung als „sehr angenehmen und bodenständigen Menschen mit gutem Appetiti“, erklärt der CDU-Europa-Abgeordnete Hermann Winkler. 2002 etwa, da war Kohl schon kein Kanzler mehr, betreute Hermann Winkler als Generalsekretär den Pfälzer bei Wahlkampfauftritten in Sachsen. An einem Abend habe Kohl dreimal zu Abend gegessen, erinnert sich Winkler. Omelett in Görlitz, ein Drei-Gang-Menü in Dresden. Für den CDU-Mann aus Grimma steht fest: „Auch wenn nicht alles geklappt hat, haben wir dem Kanzler der Einheit viel zu verdanken.“

Schon 1993 habe er Kohl persönlich kennengelernt – als Landesvorsitzender der Jungen Union (JU), berichtet Winkler. Damals waren die JU-Vorsitzenden sogar in den Kanzler-Bungalow eingeladen. „Er war ein europäischer Staatsmann, der sich aber auch für die Probleme vor Ort interessierte.“ Am Ende stehe Kohls Tod für das Ende einer ganzen Politiker-Generation, so Winkler, der den heutigen Politikbetrieb oft als schnelllebig und oberflächlich empfindet.

Mann mit klaren Zielen

„Ein großer Europäer und ein großer Deutscher“ sei Kohl gewesen, sagt Leipzigs CDU-Chef Robert Clemen. „Vor allem wir in den neuen Bundesländern haben ihm viel zu verdanken.“ Bei zwei persönlichen Treffen habe er Kohl als weitsichtigen und faszinierenden Staatsmann erlebt.

„Helmut Kohl hatte sehr klare Ziele, er wusste genau, wo er mit Deutschland und mit Europa hinwollte“, sagt Clemen. „Und er konnte junge Menschen für das gemeinsame europäische Haus begeistern. Diese Idee hat er verkörpert wie kaum ein anderer.“

Björn Meine

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ganz selbstverständlich jüdisches Leben in den Alltag Leipzigs hineinschwappen zu lassen – das ist Anliegen der zwölfte Jüdischen Woche, die am Sonntag begonnen hat. 110 Veranstaltungen ermöglichen bis 25. Juni Begegnungen mit Alltagsleben, Religion und Kunst.

18.06.2017

Bürokratie vom Feinsten: Obwohl sein Fahrzeug emissionsfrei ist, bekam der Döbelner Hagen Kunze Ärger mit Leipzigs Politessen. Anders als stinkende Oldtimer sind Elektroautos derzeit nicht von der Pflicht zur grünen Plakette ausgenommen.

18.06.2017

Unter den drei sächsischen Großstädten gilt Leipzig als die fahrradfreundlichste. Trotzdem will der Stadtchef noch eins drauf setzen. Die Zweiräder sollen in Zukunft ein Viertel des Gesamtverkehrs ausmachen.

18.06.2017
Anzeige