Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales „Leipzig ist stark hochwassergefährdet“
Leipzig Lokales „Leipzig ist stark hochwassergefährdet“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:01 13.03.2019
Leipzigs CDU-Chef Robert Clemen, der Sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt, und Talsperrenbetriebsleiter Axel Bobbe (v.l.), der ein Foto von 2013 zeigt, besuchen das Teilungswehr Knauthain. Quelle: Jörg ter Vehn
Leipzig

Leipzig ist stark hochwassergefährdet. Die Leute sehen das nur nicht, weil wir die Gefahr wegregulieren“, erklärte Talsperrenbetriebsleiter Axel Bobbe am Montagabend interessiertem hohem Besuch. Der zuständige Minister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt, besichtigte auf Einladung von Leipzigs CDU-Chef Robert Clemen das nach dem Hochwasser 2013 neugebaute Verteilerbauwerk in Knauthain.

Das Wehr sei von zentraler Bedeutung für den Hochwasserschutz der Stadt, so Bobbe. „Wir sichern hier fünf Leipziger Ortsteile ab.“ Weil durch die sogenannte Stadtelster von Knauthain über Schleußig bis zum Palmgartenwehr nur maximal 70 Kubikmeter Wasser pro Sekunde fließen können, müsse der Rest am Verteilerbauwerk über das Elsterhochflutbett abgeleitet werden, so Bobbe.

Der „Rest“ ist um ein Vielfaches größer als das, was der Leipziger Süden verträgt. Zur Erinnerung: Beim letzten großen Hochwasser strömten insgesamt 530 Kubikmeter pro Sekunde auf die Stadt zu – am Ende half nur noch der Überlauf zum Zwenkauer See. An mehreren Stellen drohten damals trotzdem die Deiche des Elsterhochflutbettes zu brechen.

Reißende Flüsse nicht nur im Erzgebirge

„Wenn man an Hochwasser denkt, kommen einem ja meist nur die Bilder von irgendwelchen reißenden Bächen aus dem Erzgebirge in den Sinn“, meinte Minister Thomas Schmidt. Dabei sei es „bemerkenswert“, was auch in der Steuerung der Region Leipzig drinstecke und hier geleistet werde.

Bobbe mahnte, dass angesichts vieler inzwischen ferngesteuerter Anlagen sich das Anforderungsprofil der Landestalsperrenverwaltung an die Beschäftigten geändert habe, er zum Beispiel inzwischen mehr Mechatroniker benötige, aber kaum noch Personal zu finden sei. Im Vorjahr habe er zwischenzeitlich Sorge gehabt, dass mit dem vorhandenen Personal die Anlagen kaum noch sicher zu betreiben seien. „Und eine neue Anlage zu planen, haben wir uns beinahe schon nicht mehr getraut“, so Bobbe.

Arbeitsverträge jetzt entfristet

„Deshalb haben wir im Freistaat im vorigen Herbst ja auch entschieden, dass alle Verträge bei der Landestalsperrenverwaltung entfristet werden“, erklärte Schmidt. Bobbe bestätigte den Erfolg, der Ruhe in die Belegschaft gebracht habe. Allein bei ihm in der Röthaer Zentrale seien von den 70 Beschäftigten, die vor allem die gesamte Planung bewerkstelligen, 50 nur befristet angestellt gewesen. In der Flussmeisterei Leipzig selbst kümmern sich rund 15 Beschäftigte um insgesamt 150 Kilometer Flussläufe.

Von Jörg ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Heute vor 30 Jahren: Am Rande der Frühjahrsmesse demonstrierten Teilnehmer eines Friedensgebetes in der Innenstadt. Danach durften Tausende Ausreisewillige die DDR verlassen. Ein wichtiger Sieg über die SED-Machthaber.

13.03.2019

Bürgerrechtler und Stadtpolitiker haben Alarm geschlagen, weil es Versuche gibt, dem Gedenken an den 9. Oktober 1989 „eine linksideologische Umdeutung zu verpassen“. In diesem Jahr soll das nicht geschehen. Doch Zweifel werden laut.

12.03.2019

Bereits zum fünften Mal baut Porsche sein Leipziger Werk aus – für mehr als 600 Millionen Euro. Und dabei soll es nicht bleiben. Bei der feierlichen Grundsteinlegung im Werk kündigte der Hersteller am Dienstag an: Für den Elektro-Macan will er jetzt auch eine Batteriefabrik nach Leipzig holen.

12.03.2019