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Lokales Leipzig lädt zum Probelaufen für neuen Nikolaikirchhof
Leipzig Lokales Leipzig lädt zum Probelaufen für neuen Nikolaikirchhof
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17:35 16.05.2018
Die Stadt plant ein neues Pflaster für den Nikolaikirchhof. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Der Leipziger Nikolaikirchhof ist ein besonderer Ort, steht wie kaum ein Platz in der Stadt für das Gedenken an die Friedliche Revolution. Doch ganz praktisch gesehen ist der Platz nun ein Sanierungsfall. Vor allem das schadhafte und rutschige Kupferschlackepflaster erwies sich als sturzgefährlich. Zudem funktionieren die symbolischen Leuchtsteine von 2003 nicht mehr.

Immer wieder erreichten das Marktamt Hinweise, dass Personen auf dem vor allem bei Regen glatten Pflaster ausgerutscht seien, so das Verkehrs- und Tiefbauamt (VTA) auf Anfrage. Auch den Veranstaltern von Stadtfest und Katholikentag seien die glitschigen Steine negativ aufgefallen.

Jetzt sind die Bürger zum Probelaufen für ein neues Pflaster eingeladen. Vom 22. bis zum 24. Mai legt die Stadt vier begehbare Musterflächen von jeweils zwei Quadratmetern aus. So sollen die Leipziger herausfinden, ob sie zum Beispiel eine rauere Variante der Kupferschlackesteine passend finden. Auch ein dunkles Betonpflaster und zwei Arten Natursteinpflaster stehen zur Wahl, so Ralf Barwik von der Abteilung Straßenentwurf.

Teure Natursteine

Für die Sanierung des kompletten Platzes mit einer sichereren, rauen Variante der Schlackesteine veranschlagt die Behörde nach grober Schätzung rund 720.000 Euro. Solche Steine wurden aus Gesteinsresten des Kupferabbaus hergestellt, erklärt Barwik weiter. „Das gibt es nur noch als Altmaterial, ist aber noch zu bekommen“. Teurer käme die Stadt ein nagelneues Natursteinpflaster, dabei gehen erste Schätzungen von rund 1,25 Millionen Euro aus.

Lichtinstallation nicht reparabel

Die Glaswürfel von Tilo Schulz leuchten nicht mehr. Quelle: Dirk Knofe

Und das ist nicht alles. 144 Glaswürfel einer Lichtinstallation, die in verschiedenen Farben leuchteten, sind verloschen. 2003 wurde das Kunstwerk des Leipziger Künstlers Tilo Schulz ins Pflaster eingelassen. Nach und nach wurden die Lichtwürfel zugeschaltet, symbolisierten so den Aufbau friedlicher Versammlungen – eine Erinnerung an die Montagsgebete und Demonstrationen der Friedlichen Revolution 1989.

Doch Wasser drang in die Installation ein, die Anlage ist abgeschaltet und sei nicht zu reparieren, so das Verkehrs- und Tiefbauamt. Eine komplette Sanierung des Lichtkunstwerks würde mit rund 60.000 Euro zu Buche schlagen.

Bürgerbeteiligung nur erster Schritt

Doch die Planungen stehen noch völlig am Anfang, betont Barwik. Die Bürgerbeteiligung sei ein erster Schritt in die Zukunft eines sanierten Nikolaikirchhofs. Die Entscheidung der Leipziger fließt laut Stadt in das Projekt ein. Dieses muss aber auch fachlich geprüft und geplant werden.

Dabei hat auch der Denkmalschutz ein Wörtchen mitzureden, und der favorisiert offenbar lediglich eine Reparatur des bestehenden Pflasters. Je nach Umfang der Sanierung muss die Stadt dann das Geld einplanen. Wann mit dem Bau begonnen werden kann, ist deshalb noch völlig unklar.

Service

Probelaufen auf dem Nikolaikirchhof: 22.-24. Mai. Mitarbeiter des Verkehrs- und Tiefbauamts stehen zwischen 14 und 18 Uhr Rede und Antwort.

Von Evelyn ter Vehn

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