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Leipzig macht ernst: Im April ist Baustart für 25 Mobilitätsstationen

Leipzig macht ernst: Im April ist Baustart für 25 Mobilitätsstationen

In Leipzig läuft der Countdown für eine in Deutschland bislang einmalige Aktion: Ab Ende April entstehen im Stadtgebiet 25 Mobilitätsstationen, an denen Fahrgäste von der Straßenbahn bequem auf Mietautos oder Leihfahrräder umsteigen können.

Die Stationen sollen zum 30. Juni nutzbar sein. Ab 1. August wollen die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ein neues Kombi-Ticket auf den Markt bringen, mit dem Fahrgäste zwischen Bus, Bahn und Leih-Mobilen wechseln können.

Die Aktion heißt "Leipzig mobil" und ist im Stadtkonzern Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) Chefsache. "Dieses Projekt hat ein riesiges Potenzial", meint dort Norbert Menke, Geschäftsführer der LVV-Holding, die Leipzigs stadteigene Unternehmen führt. "Es macht den Nahverkehr deutlich attraktiver." Nicht unwichtig ist auch der Image-Gewinn. "Wir organisieren die Mobilität von morgen und sind dabei deutschlandweit mit führend", betont Menke.

Die 25 Mobilitätsstationen werden über das gesamte Stadtgebiet verteilt (siehe Skizze) und sollen es leichter machen, das eigene Auto stehen zu lassen. Die LVB haben sich deshalb mit dem Car-Sharing-Anbieter Teilauto und dem Fahrradverleiher Nextbike zusammengetan und so den Aufwand für die Stadt in Grenzen gehalten. "Wir als Mobilitätsdienstleister investieren 1,6 Millionen Euro, von denen rund 1,1 Millionen Euro aus dem EFRE-Fördermittelprogramm fließen", sagt der kaufmännische LVB-Geschäftsführer Ulf Middelberg. Ohne diese Fördermittel-Hilfe wäre das Projekt nicht darstellbar gewesen; der Freistaat Sachsen sei ein wichtiger Partner geworden.

"Wir gehen nicht mit einem riesigen Komplett-Paket an den Start, unser System ist betont einfach gestaltet und wird schrittweise erweitert werden", erläutert Christoph Hansel, der bei den LVB Projektverantwortlicher ist. Dennoch: Um die drei Welten "Bus/Straßenbahn", "Car-Sharing-Verleih" und "Leihfahrräder" zusammenzubringen, mussten auch in Leipzig ein neues Auskunfts- und Buchungssystem sowie ein neues Bezahl-System entwickelt werden. Darüber hinaus ist die kundenfreundliche Verknüpfung des Nahverkehrs mit der Möglichkeit zum Laden von E-Fahrzeugen bisher einzigartig. "Diese Software ist sehr komplex", so Hansel.

Deshalb wird es für Nutzer an jeder Mobilitätsstation eine neuartige Info-Stele geben. "Für Smartphone-Besitzer gibt es auch eine App", sagt Projektleiter Hansel. "Die Test-Version ist fertig und wird seit Monatsbeginn von 60 Leipzigern getestet."

Wer sich für die Stele oder die App als Kommunikationsmittel entscheidet, muss zuvor noch eine Hürde nehmen: Er muss sich einmal registrieren - zum Beispiel in einer Servicestelle der LVB oder später über das Internet. Dabei wird auch geprüft, ob eine Fahrerlaubnis vorhanden ist. Doch anschließend soll bequem zwischen den drei Welten gewechselt werden können.

Möglich werden soll dies über die Umweltcard der LVB, die nach der Registrierung ausgehändigt wird. "Diese Karte muss nur an die Stele gehalten werden, um ein Car-Sharing-Auto oder ein Leihfahrrad zu buchen beziehungsweise ein Elektromobil aufzuladen", sagt Middelberg. "Die Abrechnung wird einmal im Monat über die LVB zugestellt." Nutzer müssten zukünftig keine Dauerkarten-Besitzer der LVB sein. "Wer sich registriert hat, kann auch einen Einzelfahrschein erwerben und anschließend ein Leihauto oder ein Leihfahrrad buchen. Er bekommt dann nur abgerechnet, was er tatsächlich gefahren ist." Noch attraktiver soll es mit dem neuen Kombi-Ticket werden, das die LVB ab 1. August anbieten wollen. "Unser Ziel ist ein Ticket aus einer Hand, mit dem für eine Wegebeziehung unterschiedliche Verkehrsarten genutzt werden können", sagt der LVB-Geschäftsführer

Nach Einführung des Tickets soll das System weiter ausgebaut werden - unter anderem mit zusätzlichen Stationen, wenn dafür Fördermittel nutzbar sind. Auch weitere Car-Sharing-Gesellschaften können Zugang bekommen. LVV-Chef Menke sieht noch mehr Potenzial und hat dabei Deutschlands große Automobilkonzerne im Blick, die eigene Car-Sharing-Gesellschaften gegründet haben. "BMW wäre mit seiner Elektroautoproduktion prädestiniert dafür, sich in einer Stadt wie Leipzig zu engagieren", meint er. Es werde zwar noch dauern, bis die neuen multimodalen Mobilitätsangebote wirtschaftlich sind. "Doch diesem Konzept gehört die Zukunft", ist er überzeugt. "Die junge Generation will Autos nutzen und nicht mehr besitzen."

In Leipzig läuft der Countdown für eine in Deutschland bislang einmalige Aktion: Ab Ende April entstehen im Stadtgebiet 25 Mobilitätsstationen, an denen Fahrgäste von der Straßenbahn bequem auf Mietautos oder Leihfahrräder umsteigen können. So soll der Autoverkehr reduziert werden. Die Stationen sollen zum 30. Juni nutzbar sein. Ab 1. August wollen die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ein neues Kombi-Ticket auf den Markt bringen.

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HIer wird umgestiegen:

1 Virchowstraße

2 Huygens-/Georg-Schumann-Straße

3 Eutritzscher Markt

4 S-Bahnhof Gohlis/Blochmannstraße

5 Delitzscher/Georg-Schumann-Straße

6 Nordplatz/Kickerlingsberg

7 Stannebeinplatz

8 Hauptbahnhof, Westseite

9 Goerdelerring/Pfaffendorfer Straße

10 Georg-Schwarz-/Hans-Driesch-Straße

11 Willmar-Schwabe-Straße/Jahnallee

12 Straßenbahnhof Angerbrücke

13 Lindenauer Markt

14 Westplatz

15 Georgiring/Schützenstraße

16 Markgrafenstraße

17 Augustusplatz

18 Bayrischer Platz

19 Ostplatz/Johannisallee

20 Siegismundstraße

21 Südplatz/Kochstraße

22 Schönauer/Lützner Straße

23 Schnorrstraße

24 Connewitzer Kreuz

25 Bornaische/Klemmstraße

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.03.2015

Andreas Tappert

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