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Lokales Leipzig modernisiert Straßenlicht
Leipzig Lokales Leipzig modernisiert Straßenlicht
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00:07 05.01.2010
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Leipzig

2009 hatte die Kommune beim Bundeswettbewerb "Energieeffiziente Stadtbeleuchtung" den dritten Platz belegt. Das Konzept dafür erstellte das Stadtplanungsamt gemeinsam mit Frank Hülsmeier, Professor an der Leipziger Hochschule HTWK, sowie Jürgen Meier, dem künstlerischen Leiter des großartigen Lichtfestes vom vergangenen Herbst. "Wir haben jetzt die Nachricht erhalten, dass unser Fördermittelantrag am 21. Dezember durch das Bundesumweltministerium bewilligt wurde", freut sich Wolfgang Kunz, der Leiter des Stadtplanungamtes. Das Umweltministerium trage 258.000 Euro an dem Projekt, die Kommune 387.000 Euro. Er sehe die Förderzusage auch als Lohn für den dritten Platz beim Wettbewerb.

Mit dem Geld will die Stadt etliche Verbesserungen an den 50.000 Leuchten an Leipzigs Straßen und Plätzen umsetzen. Zunächst vor allem in der City. So erhalten die 360 historisierenden Schinkel-Laternen, die zum Beispiel im Thomaskirchhof und am Brühl stehen, energiesparende LED-Leuchten. "Die 70-Watt-Hallogenstrahler, die dort bislang eingesetzt werden, sind zu hell und stechen dem Betrachter in den Augen", erläutert Kunz. LED-Module würden eine "angenehmere Farbtemperatur" entfalten und nur 21 Watt verbrauchen.

Bei den großen Lichtmasten direkt am Ring sollen je zwei Natriumdampf-Hochdrucklampen durch eine moderne Weißlicht-Leuchte ersetzt werden. Energieeinsparung: 50 Prozent. "Das Auge lässt sich betrügen", erklärt Nadine Hofmann, Vertriebschefin der Firma Leipziger Leuchten im Gewerbegebiet Nordost - übrigens das älteste deutsche Unternehmen für Straßenbeleuchtungen, das schon seit 120 Jahren produziert. "Die Natriumdampf-Hochdrucklampen geben ein orangenes Licht, das für unser Auge relativ dunkel wirkt. Durch den Einsatz von Weißlicht wirken die Plätze schön hell und gefälliger, auch wenn es dann deutlich weniger Lichtpunkte sind."

Drittens sieht das Modellprojekt intelligentere Steuerungen vor. So soll die Lichtintensität künftig nicht mehr nur von Ort-, Jahres- und Uhrzeit abhängen. Vielmehr kann auf Fußwegen ein schwaches Standby-Licht sich nur dann hell schalten, wenn der Weg genutzt wird. Ähnliches gilt für viel oder wenig Verkehr auf dem City-Ring. Allein in der Innenstadt will die Kommune durch das Modellprojekt die jährlichen Stromkosten von 70.000 auf 38.000 Euro senken. "Das entspricht einer Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes um 161 Tonnen pro Jahr", weiß Kunz, der die Stadt Leipzig im Vorstand der Vereinigung Lighting Urban Community International (Luci) vertritt. 60 Städte verschiedener Kontinente sowie etliche Firmen arbeiten in diesem Netzwerk zusammen, um Prinzipien der Ökologie, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und eines guten Designs bei der Straßenbeleuchtung durchzusetzen. Auch die Firma Leipziger Leuchten ist dort Mitglied.

Erst vorigen Herbst veranstaltete Luci in Leipzig eine Konferenz zum Thema Nachhaltigkeit beim Stadtlicht. Anregungen davon sollen auch in einen neuen Lichtmasterplan einfließen, den die Kommune dieses Jahr erstellen will. "Hier arbeiten wir vor allem mit Rotterdam, Eindhoven, Gent und Lyon zusammen, die zurzeit ebenfalls ihre Lichtmasterpläne fortschreiben", sagt Kunz. Ein Ziel in Leipzig sei eine stärkere Vereinheitlichung, da es im Stadtgebiet noch mehr als 40 Straßenlaternentypen gibt. Auch soll der Stromverbrauch weiter sinken: Von derzeit im Durchschnitt 115 Watt auf 70 Watt mit extra Reduzierschaltung.

Jens Rometsch

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