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Lokales „Leipzig nimmt Platz“: Rechtsruck in Sachsen ist da
Leipzig Lokales „Leipzig nimmt Platz“: Rechtsruck in Sachsen ist da
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19:54 29.09.2017
Am Wahlabend hatte sich bereits vor dem Neuen Rathaus Protest formiert. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Nach der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag beklagt das Aktionsnetzwerk „ Leipzig nimmt Platz“ einen Rechtsruck im Land. Daher reagierte das Bündnis mit einem Aufruf gegen Faschismus. „Die Wahlen haben gerade in Sachsen ein erschreckendes Ergebnis“, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag. Daran habe auch die CDU einen Anteil. Die Fraktion habe in Sachsen „zur Enttabuisierung von rassistischen Positionen einerseits und zur Etablierung des AfD andererseits beigetragen“, so das Bündnis.

In den vergangenen Jahren habe „Leipzig nimmt Platz“ immer wieder vor der drohenden Entwicklung in der Gesellschaft gewarnt. Dafür sei die Initiative oft kritisiert worden. Nun wolle man in Leipzig die Arbeit der AfD kritisch begleiten. „Die Zeit des Relativierens und Ignorierens“ sei vorbei.

Politiker und Prominenz schließen sich an

Den Aufruf haben bereits einige Leipziger Persönlichkeiten unterzeichnet, darunter die Autorin Anna Kaleri mit ihrem Verein „Lauter Leiser“ oder Christian Wolff. Der ehemalige Thomaskirchen-Pfarrer hatte sich bereits entsetzt über das Ergebnis gezeigt und zugleich den evangelischen Landesbischof kritisiert.

Auch Jürgen Kasek (Bündnis 90/ Die Grünen) schloss sich dem Weckruf von „Leipzig nimmt Platz“ an. Der Politiker hatte zudem die angebliche Rolle des „wütenden ostdeutschen Mannes“ kritisiert, mit der unter anderem das starke Abschneiden der AfD begründete wird. Die Fokussierung auf diesen Typus verheimliche, „dass es auch im Westen signifikante Hochburgen der AfD gibt und spiegelt die Faszination am ‚Bösen‘ wider“, so Kasek. Zudem werde sich so auf das Negative konzentriert, statt zu fragen, wie man die Demokratie unterstützen könne.

OBM Jung äußerte sich

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatte ebenfalls am Freitag zum Wahlausgang geäußert. Er machte für den Ausgang in Sachsen vor allem die jahrzehntelange Sparpolitik der Landesregierung verantwortlich. Wie das Leipziger Stadtoberhaupt in einer Stellungnahme erklärte, habe „die wirtschaftliche und finanzielle Rosskur der letzten Jahrzehnte tiefe Narben hinterlassen, auch bei uns in Leipzig, aber vor allem in den ländlichen Regionen.“

jhz

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