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Leipzig plant an 30 Tagen Sperrungen im Umfeld der Red Bull Arena

RB Leipzig-Spiele und Konzerte Leipzig plant an 30 Tagen Sperrungen im Umfeld der Red Bull Arena

Mit der Champions League kommen mehr Heimspiel-Tage auf die Roten Bullen zu. Die Bewohner stadionnaher Viertel ächzen jetzt schon unter den Sperrtagen. Forderungen nach einem Parkhaus und einem zweiten City-Tunnel werden laut.

Die Red Bull Arena, Spielstätte von RB Leipzig, zieht mit mehr Zuschauern auch mehr Verkehr in die City.
 

Quelle: dpa

Leipzig.  Leipzig jubelt: RB spielt in der Champions League. Ganz Leipzig jubelt? Ein kleiner Teil der Stadt, die City und das Waldstraßenviertel werden neue Belastungen in Kauf nehmen müssen. Mehr Spieltage, mehr Sperrungen, mehr Verkehr. Pläne für ein Parkhaus an der Arena liegen noch auf Eis, auch das Bewohnerparken wird 2017 wohl nicht mehr umgesetzt.

Rund 20 Mal hat sich im vergangenen Jahr der Sperrkreis um das Waldstraßenviertel geschlossen, das geht aus einer Antwort der Stadt auf eine Anfrage der Freibeuter-Fraktion im Stadtrat hervor. An 17 Bundesliga-Punktspieltagen und zu den zwei Konzerten von Udo Lindenberg und dem AC/DC-Auftritt wurden Zufahrten zum östlichen und westlichen Quartier nur mit entsprechendem Ausweis gestattet.

In den kommenden zwölf Monaten könnte das Viertel an bis zu 30 Tagen dicht sein. Zu den 17 Bundesliga-Spieltagen können bis zu vier Heimspiele im DFB-Pokal kommen, sogar bis zu sechs Champions League Partien. Wenn der Ball nicht rollt, wird das Stadion zur Konzertarena: Coldplay haben es gerade wieder gezeigt, Helene Fischer tritt zweimal, nämlich am 23. und 24. Juni 2018, in der Red Bull Arena auf.

700.000 Fußball-Fans in der ersten Saison

Die Krux: Je erfolgreicher RB spielt, je mehr Gäste aus der Republik und international tolles Flair und Wirtschaftskraft in die Stadt bringen, desto häufiger werden die Bewohner stadionnaher Viertel, im Stau stehen oder einen Parkplatz suchen. Davon seien schon jetzt auch Händler und Hoteliers betroffen, die eigentlich von mehr Gästen profitieren, gibt René Hobusch (FDP), Vorsitzender der Freibeuter-Fraktion zu bedenken.

Mehr als 700.000 Besucher wollten die Roten Bullen in ihrer ersten Bundesliga-Saison sehen. Elf Mal waren die Ränge in dem bisher rund 42.500 Plätze fassenden Stadion ausverkauft. Die Auslastung liegt bei 97,3 Prozent – Platz sechs in der Bundesliga, getoppt von Spitzenvereinen wie dem FC Bayern und dem BVB.

Parkhaus und neuer City-Tunnel gefordert

Platz für mehr Parkplätze

Platz für mehr Parkplätze? In Sichtweite zur Arena und in Nachbarschaft der Red Bull Arena könnte künftig ein privat betriebenes Parkhaus entstehen.

Quelle: Dirk Knofe

„Auch wenn es uns freut, dass RB Leipzig so erfolgreich spielt, muss die Stadt endlich ihre Hausaufgaben machen“, so Hobusch. Die Stadt brauche ein Verkehrskonzept mit einer Perspektive für die nächsten zehn Jahre. „Ohne Scheuklappen“ müssten alle Möglichkeiten gecheckt werden. Hobusch nennt Eckpunkte:

1.Ein Parkhaus sollte endlich in Stadionnähe gebaut werden, denn mit dem Ausbau der Fußball-Arena auf 57.000 Plätze käme auch mehr Individualverkehr.

2.Besserer ÖPNV-Anschluss. Ein S-Bahn-Anschluss müsste geprüft werden. Auch die Möglichkeit eines zweiten City-Tunnels quer zur vorhandenen Röhre.

Ein Verkehrskonzept für die neue Lage am Sportforum werde derzeit erarbeitet, teilten Bau- und Ordnungsdezernat auf Anfrage von LVZ.de mit. Parkhaus-Pläne liegen aber derzeit auf Eis. Eigentlich sollte die Fläche am ehemaligen Schwimmstadion noch 2016 für ein privat gebautes und betriebenes Parkhaus ausgeschrieben werden mit dem Ziel, rund 1500 Stellplätze zu schaffen. Doch jetzt teilt die Verwaltung mit: Eine Ausschreibung gab es bisher nicht. Erst wenn die konkreten Rahmenbedingungen eines unterzeichneten Stadionverkaufsvertrags zwischen Michael Kölmel und RB Leipzig bekannt seien, könnten Planungen für die Fläche starten.

ÖPNV-Machbarkeitsstudie

Mehrfach hat sich die Verwaltung außerdem dazu bekannt, dass der Fan-Reiseverkehr möglichst aus der City herausgehalten werden soll. Planungen für eine verbesserte ÖPNV-Anbindung laufen, stehen aber am Anfang, so die Dezernate Bau und Ordnung. So haben die Leipziger Verkehrsbetriebe laut Verwaltung eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um verschiedene Varianten für die bessere Anbindung von der Waldstraße kommend zu prüfen.

Inwieweit die rund 3100 Park + Ride-Plätze aufgestockt werden sollen, wann auch mehr und möglicherweise bewachte Fahrradstellplätze am Stadion realisiert werden könnten, darüber macht die Stadt derzeit keine Angaben, verweist auf das Konzept in Arbeit.

Klar ist schon: Auch das seit Jahren diskutierte Bewohnerparken fürs Waldstraßenviertel bleibt vorerst Zukunftsmusik. Danach erwerben Anwohner für 30,70 Euro pro Jahr das Anrecht, auf extra ausgewiesenen Stellplätzen im Viertel parken. Ein Parkplatz ist damit aber nicht garantiert. Die Verwaltung geht von einer Umsetzung im kommenden Jahr aus. „Die Vorlage befindet sich noch im Verfahren“, heißt es. Danach muss der Stadtrat sein Ok geben.

Von Evelyn ter Vehn

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