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Lokales Leipzig plant neue Verwaltungsgebäude – zwei Varianten im Gespräch
Leipzig Lokales Leipzig plant neue Verwaltungsgebäude – zwei Varianten im Gespräch
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15:06 28.09.2016
Könnte perspektivisch auch ein neues Stadthaus beherbergen: Der Wilhelm-Leuschner-Platz im Stadtzentrum. (Archivfoto)  Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

 Der anhaltende Bevölkerungszuwachs in der Messestadt stellt die Stadtverwaltung auch vor personelle Herausforderungen. Nach Berechnungen aus dem Neuen Rathaus müssen künftig jährlich 1,8 Prozent mehr Mitarbeiter in den Ämtern eingeplant werden, etwa 200 allein bis 2020. Weil perspektivisch auch noch Mietverträge in bestehenden Verwaltungsgebäuden auslaufen, plant die Kommune laut einer Information für die Ratsversammlung deshalb nun umfangreiche Neubauten für die Stadtverwaltung. Im Gespräch sind vor allem zwei Varianten, die bei einer Umsetzung jeweils dreistellige Millionen-Investitionen verlangen würden.

Derzeit verfügt die Leipziger Stadtverwaltung über acht Hauptstandorte – darunter im Neuen Rathaus samt Stadthaus, im Technischen Rathaus an der Prager Straße, im Ratzelbogen in Grünau, im Rathaus Wahren und in der Naumburger Straße in Plagwitz. Mehr als 3000 Mitarbeiter sind in den Leipziger Behörden beschäftigt, fast die Hälfte davon allein im Technischen Rathaus. Für den gewaltigen Gebäudekomplex in Reudnitz-Thonberg bezahlt die Kommune jährlich 3,2 Millionen Euro Miete, zum Jahresende 2029 läuft der Vertrag allerdings aus. Zudem ist auch ein Ende der Unterbringung des Jugendamtes (AfJFB) in einer ehemaligen Plagwitzer Industrieanlage absehbar. Hier läuft der Mietvertrag bereits zum Jahresende 2019 aus. Für beide Standorte sollen deshalb zeitnah neue Lösungen her – mit perspektivisch noch mehr Platz und in konzentrierter Lage zueinander.

Variante 1: Neue Stadthäuser in der City

Nach Umfrage in den Ämtern favorisiert ein Großteil der Mitarbeiter eine Unterbringung wohl in Nähe des Stadtzentrums, heißt es aus dem Neuen Rathaus. Deshalb wurde in erster Linie dort nach geeigneten Flächen gesucht und diese auch gefunden. Das Dezernat von Baubürgermeisterin Drorthee Dubrau (parteilos) schlägt nun eine Kombination von Stadthaus-Neubauten auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz und in der Großen Fleischergasse vor. Den Prognosen nach könnte an beiden Standorten insgesamt Platz für 1620 Mitarbeiter entstehen, kosten würden die beiden Neubauten zusammen wohl etwa 140 Millionen Euro.

Für den Wilhelm-Leuschner-Platz wird derzeit bereits ein Bebauungsplan erarbeitet, heißt es. „Vorzugsweise eignet sich das Baufeld im nordöstlichen Bereich“, so die Informationen der Stadtentwickler. Nach derzeitigem Planungsstand könnte das Gebäude hier 29.100 Quadratmeter Nettogrundfläche bieten, mehr als doppelt so viel wie im bestehenden Stadthaus am Neuen Rathaus.

Planung für den Wilhelm-Leuschner-Platz. Die Fläche für das neue Verwaltungsgebäude ist oben rechts dargestellt. Quelle: Stadt Leipzig

Variante 2: Neues Leben in alten Messehallen

Als Alternative für die beiden favorisierten Standorte in der Innenstadt bringt das Dezernat von Baubürgermeisterin Dubrau auch die Alte Messe ins Spiel. „Derzeit laufen Projektstudien zu der Unterbringung des AfJFB in der Messehalle 12“, heißt es dazu. Die müsste natürlich umgebaut werden. Neben dem Jugendamt könnten hier wohl noch weitere Verwaltungsmitarbeiter unterkommen, die Halle ist deutlich größer als das bisher genutzte Objekt in Plagwitz.

Zudem sei „weiteres Flächenpotential vorhanden.“ Gemeint ist damit die Fläche der bisherigen Messehalle 7, in der laut Prognose nach bei einem Neubau sogar bis zu 1.700 Mitarbeiter Platz für Tisch, Bürostuhl und Grünpflanze finden könnten. Beide ehemalige Messehallen gehören der Stadt Leipzig, ein Umbau würde nach aktuellen Schätzungen wohl 180 Millionen Euro Investitionen kosten.

Pläne für die Alte Messe. Auf dem Areal der jetzigen Messehalle 7 könnte ein neuer Verwaltungskomplex (rot dargestellt) entstehen.

Bis zum Frühjahr 2017 sollen der Leipziger Verwaltungsspitze eine konkrete Stellenprognose aus den Behörden sowie ein Feinkonzept zur künftigen Unterbringung vorliegen. Darin werden neben Finanzrahmen, Konzeptstudien, Raum- und Funktionsplänen unter anderem auch Aspekte für eine „Stadtverwaltung des 21. Jahrhunderts“ eine Rolle spielen, inklusive „moderner Arbeitswelt, insbesondere mobiles Arbeiten bzw. Home Office“, heißt es im Papier für die Stadträte weiter.

Von Matthias Puppe

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