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Lokales Leipzig rührt Werbetrommel für Lutherjahr 2017 und will rund 400.000 Euro investieren
Leipzig Lokales Leipzig rührt Werbetrommel für Lutherjahr 2017 und will rund 400.000 Euro investieren
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10:55 27.04.2017
Leipzig will sich als Zentrum für den Reformationstourismus im Lutherjahr 2017 empfehlen.  Quelle: leipzig report / dpa
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Leipzig

Nach dem Katholikentag ist vor dem Lutherjahr: Leipzig will sich von Mai bis Oktober 2017 als Zentrum für den Reformationstourismus in Mitteldeutschland etablieren. Besucher aus aller Welt könnten Leipzig als Basis nutzen, so die Idee. Die Lutherstadt Wittenberg sei zum Beispiel in 35 Minuten mit dem ICE zu erreichen. Mit einem großen Kulturprogramm will Leipzig außerdem ein eigenes Profil zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags zeigen. Der Stadtrat soll dafür 390.000 Euro bewilligen.

Rund 53.000 Euro sind für Ausstellungsprojekte vorgesehen. Leipziger Museen von Stadtgeschichte über Bach-Museum über Bibliotheken bis zu den Grassi-Ausstellungen heben ihre Schätze und geben Einblick in Leben und Werk des Reformators sowie in Kunst und Alltag der Lutherzeit.

Kulturveranstaltungen aus der freien Szene sollen mit 52.000 Euro gefördert werden. Pläne gibt es bereits: Das Calmus-Ensemble und das ebenfalls international agierende Vokalensemble Amarcord treten erstmals gemeinsam auf und knüpfen mit einer musikalischen Messe an die Leipziger Disputation zu Glaubensfragen zwischen Martin Luther und Johannes Eck im Jahr 1519 an.

Ebenfalls außergewöhnlich: Das Forum für Zeitgenössische Musik inszeniert eine musikalische Tafel mit 95 Chor-Sängern auf dem Markt oder Wilhelm-Leuschner-Platz und greift Luthers Thesen dabei ebenso auf wie das Abendmahl-Motiv. Mit Martin Brambach soll zudem ein bundesweit bekannter Schauspieler im Bundesverwaltungsgericht Schriften und Briefe Luthers rezitieren.

Tourismus-Branche: So wichtig wie eine EXPO

Für die Bewerbung Leipzigs im In- und Ausland durch die Leipzig Tourismus- und Marketing GmbH veranschlagt die Stadt rund 100.000 Euro. Die Deutsche Zentrale für Tourismus vergleicht die Bedeutung des Reformationsjubiläums mit einer EXPO, heißt es in dem Dokument des Kulturdezernats für die Stadträte. Gästezahlen im Millionenbereich werden von Mai bis Herbst 2017 in Mitteldeutschland erwartet, darunter eine Vielzahl aus den USA. So beteiligt sich Leipzig auch an der Finanzierung des Projekts „Botschafter der Revolution“ für Leipzig in den Vereinigten Staaten. Reverend Robert Moore, Schlüsselfigur der Städtepartnerschaft Leipzig-Houston, übernimmt diese Funktion.

Noch einmal 100.000 Euro will die Kommune in ein Großereignis von Gläubigen aus aller Welt investierten. Das Thema Migration und Flucht steht im Mittelpunkt der Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen vom 27. Juni bis zum 7. Juli in Leipzig. Von den Zuschüssen könnten ein Jugendcamp und multinationale Kulturprojekte finanziert werden.

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte der Stadtrat 950.000 Euro für die Ausrichtung eines kleinen protestantischen Kirchentags vom 25. bis 27. Mai 2017 in Leipzig locker gemacht. In sieben weiteren mitteldeutschen Städten findet zeitgleich ebenfalls der „Kirchentag auf dem Weg“ statt, der am 28. Mai in einen großen Festgottesdienst auf den Elbwiesen vor Wittenberg münden soll. Berlin und Wittenberg sind im Lutherjahr die Zentren des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentags. Den gerade zu Ende gegangenen Katholikentag hatte Leipzig ebenfalls mit rund einer Million Euro unterstützt.

Von Evelyn ter Vehn

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