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„Leipzig schockt“ – Smartphone-App soll Leben retten

Plötzlicher Herztod „Leipzig schockt“ – Smartphone-App soll Leben retten

Den Freund kann es treffen, den Kollegen, einen Fremden: Wer mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand zusammenbricht, braucht Hilfe in Sekunden. Die App „Leipzig schockt“ des Arbeiter-Samariter-Bunds will Leben retten.

Herzdruckmassage an einer Puppe in einem Erste-Hilfe-Kurs. Eine App soll jetzt Laien zeigen, wo sie in Leipzig lebensrettende Schock-Geräte finden.
 

Quelle: Andreas Doering

Leipzig.  Ein Passant bricht auf offener Straße zusammen – jetzt kommt es auf Sekunden an, um Leben zu retten. Jedes Jahr könnten tausende Menschen nach einem lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Stillstand gerettet werden, so der Arbeiter-Samariterbund-Leipzig (ASB). Die App „Leipzig schockt“ soll jetzt per Smartphone Helfern helfen. Zur bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“ wurde die Anwendung freigeschaltet.

Den wichtigsten Schritt muss der Helfer selbst tun: nämlich so schnell wie möglich einen Notruf absetzen. „Die App nennt den eigenen Standort mit GPS-Daten“, so ASB-Sprecherin Gabriele Rothe. „Gerade wenn man aufgeregt ist, kann das wichtige Sekunden sparen“. Der Helfer sollte sofort eine Herzdruckmassage starten. Wenn noch jemand dabei ist, kommt jetzt die wichtige Karte ins Spiel: Die zeigt an, ob in der Nähe ein Schockgerät, der „Automatisierte Externe Defibrillator“ (AED) vorhanden ist, und sogar der Fußweg zum nächsten Standort wird angezeigt.

Screenshots der Smartphone-App „Leipzig schockt“ des Arbeiter-Samariter-Bunds

Screenshots der Smartphone-App „Leipzig schockt“ des Arbeiter-Samariter-Bunds.

Quelle: Screenshot

Mehr als 150 Hilfsstationen

Die Geräte sind klein und tragbar, und sobald ein Defi vor Ort ist, kann der Helfer die Elektroden platzieren. Danach führt das Gerät per Sprachanweisung und Piktogramme durch die Behandlung.

Noch sind die in der App angezeigten Standorte überschaubar. Einige Einkaufszentren wie die Höfe am Brühl oder das Allee Center sind gelistet, auch das Amtsgericht in der Südvorstadt oder das Deutsche Biomasseforschungszentrum in der Torgauer Straße oder die Johanniter-Akademie in der Witzgallstraße sind bereits registriert. „Wir mussten mit einem Stand starten, haben aber rund 150 Einrichtungen angeschrieben“, so Rothe. So sind nach ASB-Informationen Schock-Geräte im Neuen Rathaus genauso vorhanden wie im Hauptbahnhof, an der Red Bull Arena, auf der Neuen Messe oder in der Kongresshalle.

Defi führt durch die Behandlung

Wenn eine positive Rückmeldung kommt, prüft der ASB die Standorte die Bedingungen, wie Zugang oder Öffnungszeiten und macht gleich noch Fotos zum Beispiel vom Gebäudeeingang. All das steht später in der App zur Verfügung. „Natürlich schließen wir auch Verträge mit den Einrichtungen, denn wir müssen uns darauf verlassen, dass das Gerät verfügbar ist“, sagt sie.

Ein Defibrillator ist deshalb so wichtig, weil es durch gezielte Stromstöße beim plötzlichen Herzstillstand das Kammerflimmern stoppen kann. Angst vor der Anwendung des Geräts brauchen auch wenig geübte Helfer nicht zu haben, betont Rothe: „Wenn Sie einmal den Defi aufklappen, dann spricht das Gerät und sagt Ihnen, was zu tun ist.“ Trotzdem empfiehlt sie, alle zwei Jahre die Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen. Auch die App nütze am meisten, wenn man sie herunterlade, bevor etwas passiert. „Dort haben Sie dann auch ein abrufbereites Grundwissen“.

Mit weiteren Aktionen auch nach der „Woche der Wiederbelebung“ will der ASB die Schock-App und das Thema Wiederbelebung stärke ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. In anderen Regionen läuft die App bereits: Hamburg und Berlin, Frankfurt, Kassel, Lüneburg und Schleswig-Holstein sind dabei. Rothe sagt: „Wir hoffen einfach, dass sich auch bei uns Leben dadurch retten lassen.“

www.leipzig-schockt.de

Von Evelyn ter Vehn

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