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Lokales Leipzig startet Neubau-Offensive: Großvermieter errichtet 3000 Wohnungen
Leipzig Lokales Leipzig startet Neubau-Offensive: Großvermieter errichtet 3000 Wohnungen
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23:11 15.12.2017
3000 neue Wohnungen will die LWB in den kommenden Jahren errichten. Quelle: Kempner
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Leipzig

Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) will in den nächsten neun Jahren fast 3000 Wohnungen errichten. Das erklärte Geschäftsführerin Iris Wolke-Haupt. „Schon in den nächsten vier Jahren werden wir 1000 neue Wohnungen fertigstellen. Bis 2026 kann die LWB aus eigener Kraft ihren Bestand von heute 35.100 auf 38.000 Wohnungen erhöhen.“ Dies bedeute, dass das kommunale Unternehmen bis zu 23 Baumaßnahmen gleichzeitig steuern müsse.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat soeben eine Neubau-Offensive für Leipzig angekündigt. „Bauen, bauen, bauen!“ gab er als Devise beim 30. Leipziger Immobiliengespräch aus. Angesichts des starken Wachstums der Messestadt müssten jährlich 5000 bis 6000 Wohnungen geschaffen werden, um einem Mangel wie in München vorzubeugen. „Ich will keine Münchner Verhältnisse“, sagte Jung vor 350 Branchenvertretern. „Da kann man zwar mehr Geld verdienen mit den hohen Mieten, aber das tut einer Stadt nicht gut.“ Leipzig habe in den letzten zehn Jahren 100.000 Einwohner hinzugewonnen. „Wir haben heute einen angespannten Wohnungsmarkt“, stellte er fest.

Im vergangenen Jahr seien 2735 Wohnungen neu entstanden – etwas weniger als 2015. Das reiche noch nicht aus, um ein Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage langfristig zu erhalten. Leipzig werde im Jahr 2017 wieder mehr als 10.000 Menschen hinzugewinnen, liege aktuell schon bei über 590.000 Menschen. Zwar ließ die Zuwanderung zuletzt etwas nach, aber dafür gebe es mit knapp 7000 Geburten in diesem Jahr wieder einen neuen Rekord.

Investitionen von 841 Millionen Euro

Neben privaten Firmen müsse sich auch die Kommune beim Wohnungsbau stärker engagieren, so der OBM. Geschäftsführerin Wolke-Haupt erklärte dazu, dass die LWB nun bis zum Jahr 2026 Investitionen von 841 Millionen Euro plane, darunter 500 Millionen nur für Neubauten. „30 Prozent der Wohnungen sollen mit Hilfe von Fördermitteln errichtet werden und mietpreisgebunden sein.“

Anders als bisher wolle Leipzig nun auch große kommunale Wohnbauflächen am Stadtrand erschließen, fuhr Jung fort. Dafür stehe in Böhlitz-Ehrenberg ein Areal mit 14,8 Hektar und in Paunsdorf ein Areal mit 30,3 Hektar zur Verfügung. Dies biete Raum für Tausende Haushalte.

Auch um die Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, werde das Baudezernat im Rathaus gegenwärtig neu strukturiert. Wahrscheinlich komme es dabei zu einem Zusammenschluss von drei bisher getrennten Ämtern: für Stadtplanung, Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung sowie Bauordnung und Denkmalpflege. „Ohne Zweifel entsteht dabei ein neuer Schwerpunkt Wohnungsneubau.“

Besonders wichtig sei ihm eine Dämpfung des Mietenanstiegs. Ab 2018 schöpfe Leipzig die Mittel, die das Land Sachsen für Sozialwohnungsbau bereitstellt, komplett aus, kündigte der Oberbürgermeister an. „Statt 20 Millionen Euro Fördermittel pro Jahr bräuchten wir aber mindestens das Doppelte, um den Bedarf zu decken.“ Er erwarte, dass für Leipzig im Februar 2018 die verminderte Kappungsgrenze eingeführt wird. Damit würden Mieterhöhungen auf maximal 15 Prozent im Verlauf von drei Jahren begrenzt.

Jens Rometsch

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