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Lokales Leipzig startet größtes kommunales Kitabau-Programm seit 1990
Leipzig Lokales Leipzig startet größtes kommunales Kitabau-Programm seit 1990
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23:07 18.10.2017
In Leipzig wird für Kinder kräftig gebaut: Bis 2019 sollen 13 Kitas auf zwölf städtischen Grundstücken entstehen. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Der Leipziger Stadtrat hat am Mittwoch das größte kommunale Kitabau-Programm seit 1990 auf den Weg gebracht. Bis 2019 sollen 13 Einrichtungen auf zwölf städtischen Grundstücken entstehen. Dafür will Leipzig rund 45 Millionen Euro investieren. "Wir schaffen so 1760 Plätze. Das bringt nicht nur eine Entspannung der Lage, sondern wir können dann wirklich jedem einen Kitaplatz bieten", so Sozialdezernent Thomas Fabian (SPD).

Mit dem Bauprogramm entstehen gleichzeitig 490 Krippenplätze. Vier Einrichtungen sollen in kommunaler Trägerschaft geführt werden, für die weiteren werden private Träger gesucht. Gegen den Standort Eigenheimstraße in Dösen gab es allerdings Einwände: Die Unionsfraktion gab zu bedenken, dass die Anbindung per ÖPNV und mit dem Auto sehr schlecht sei. Der Stadtrat folgte dem Änderungsantrag der CDU-Fraktion mit der Auflage, vier alternative Standorte zu prüfen. Im November gibt es deshalb einen Nachtrag zum Kitabau-Beschluss. Michael Schmidt von Grünen-Fraktion forderte außerdem, die Anwohner dort stärker in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.

Auf diesen Grundstücken baut die Kommune neue Kitas:

Richterstraße, Gohlis, 120 Plätze
Virchowstraße, Gohlis, 140 Plätze
Herloßsohnstraße, Gohlis, 120 Plätze
Kleiststraße 58, Gohlis,120 Plätze
Ludolf-Colditz-Straße, Stötteritz, 225 Plätze
Holzhäuser Straße, Stötteritz, 165 Plätze
Paul-Küstner-Straße, Lindenau 105 Plätze
Delitzscher Straße, Eutritzsch, 120 Plätze
Bockstraße, Probstheida, 2 x 120 Plätze
Gärtnerstraße, Kleinzschocher, 165 Plätze
Eigenheimstraße, Dösen, 120 Plätze
(vertagt - alternative Standorte werden geprüft)
Seehausener Allee, Seehausen, 120 Plätze, davon 45 Hortplätze

SPD-Fraktionschef Christopher Zenker beschrieb die Vorlage insgesamt als großen Wurf. Denn neben den nun extra geplanten Plätzen hatte die Stadt bereits Vorhaben für 1500 neue Betreuungsplätze in den kommenden Jahren auf den Weg gebracht. Damit könne Leipzig endlich allen Eltern Kitaplätze bieten. "Endlich kommen wir als Stadt in die Offensive", begrüßte auch Juliane Nagel von den Linken die Maßnahme. Man dürfe aber auch bei den Vorhaben nicht nachlassen, die sich weiter im Bau verzögerten. Den Standort Dösen sah Nagel ebenfalls kritisch.

Finanzbürgermeister Torsten Bonew (CDU) betonte, dass es keine "Schatulle" bei der Stadt gebe, in der das Geld vorrätig sei. "Wir gehen als Kommune ins Risiko", sagte er. Der Kämmerer erklärte aber, dass das Risiko wegen verschiedener zu erwartender Einnahmen und mit dem nicht ausgegebenen Geld aus geplanten Investitionen vertretbar sei. Gleichzeitig schaffe die Kommune mit den kommunalen Bauten Werte.

Dass Leipzig sich auf den neuen Kapazitäten nicht ausruhen kann, machte Sozialbürgermeister Fabian aber auch klar: Schon ab 2021 müssten in der stetig wachsenden Stadt kräftig weitergebaut werden.

Von Evelyn ter Vehn

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