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Lokales Leipzig traut sich keine Gartenschau zu - Risokobewertung rechnet mit zu hohen Kosten
Leipzig Lokales Leipzig traut sich keine Gartenschau zu - Risokobewertung rechnet mit zu hohen Kosten
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23:59 17.12.2013
Gartenschau in Leipzig zu teuer?. Quelle: Horst Ossinger

Die Havelregion wird es 2015, Erfurt 2021 sein. Und Leipzig, die Stadt, die einst die Olympischen Spiele an die Pleiße holen und sich dafür mit Metropolen wie London und Paris messen wollte? Leipzig kapituliert vor den finanziellen Risiken eines großen Gartenfestivals.

Vor einem Jahr hatte die CDU vorgeschlagen, Leipzig möge sich für die Bundesgartenschau (Buga) 2025 oder die Internationale Gartenbauausstellung (Iga) 2027 bewerben. Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung, eine Bewerbung zu prüfen. Vor allem der Norden zwischen Elsterbecken und Auensee, so die Intention, könnte von einer halbjährigen Gartenschau profitieren.

Doch das sieht man im Rathaus völlig anders, wie aus der "Risikobewertung" hervorgeht, die das Umweltdezernat im Januar dem Stadtrat zur Abstimmung vorlegen wird. Danach stehe in Leipzig "kein zusammenhängendes oder in räumlicher Nähe befindliches Gesamtareal" zur Verfügung. Zudem wird auf eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2000 verwiesen. Damals war die Möglichkeit einer Bewerbung für die Iga 2013 verworfen worden, weil Leipzig mit Kosten zwischen 82 und 148 Millionen Euro rechnete. Das erschien finanziell zu riskant. Daran habe sich bis heute nichts geändert.

Für CDU-Stadträtin Sabine Heymann sieht es so aus, als hätte die Verwaltung jetzt nur ihre Schreibtische ausgemistet. "Eigentlich wurde gar nichts geprüft", kritisiert sie. Vier von fünf Seiten der Bewertung befassen sich mit der Geschichte der Gartenschauen und der Prüfstudie von vor 13 Jahren. Den Vorschlag aber, durch Buga oder Iga ein neues Naherholungsgebiet entlang der Neuen Luppe bis zum Elsterbecken zu schaffen, habe die Verwaltung schlicht ignoriert. Denn Ausrichterstädte von Gartenschauen erhoffen sich längst nicht nur einen Schub für Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel. Koblenz, wo die Buga 2011 stattfand, zählte 3,5 Millionen Besucher, machte einen Gewinn von 13 Millionen Euro. Nach Schwerin kamen 2009 immerhin 1,9 Millionen Besucher, die Buga dort schloss mit einem Plus von drei Millionen Euro ab. Vor allem lieferten Gartenschauen aber Impulse zur Umsetzung von Infrastrukturprojekten, oft verwandelten sich Brachen in schöne Parks.

Für Leipzig sieht das Umweltdezernat diesen Bedarf nicht. Zwischen Palmgartenwehr und Auensee habe sich in den vergangenen Jahren viel getan. Das Areal sei heute Vogelschutzgebiet, der Auensee werde als Naherholungsgebiet entwickelt und die Sanierung des Gewässers laufe ebenfalls.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.12.2013

Klaus Staeubert

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