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Lokales Leipzig will 465 Litfaßsäulen aufkaufen
Leipzig Lokales Leipzig will 465 Litfaßsäulen aufkaufen
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13:59 19.05.2015
Sie sind beliebte Werbe- und Informationsflächen nicht zuletzt für Angebote städtischer Kulturbetriebe: die 465 Litfaßsäulen in Leipzig. Nun erwägt die Stadt den Ankauf der Säulen. Quelle: André Kempner

Denn Leipzig will die Rechte für Außenwerbung in der Stadt europaweit ausschreiben und neu vergeben. Sollte es dabei zu einem Wechsel des Konzessionsinhabers kommen, würde die Kommune sämtliche Litfaßsäulen in der Stadt aufkaufen. Und das sind immerhin 465 Stück.

Derzeit werden sie wie die großen Werbeflächen entlang von Straßen, auf Plätzen und an Haltestellen auch von der DSM Deutsche Städte Medien GmbH bewirtschaftet. Sie ist noch im Besitz der Werbekonzession, für die die Kommune Millionen kassiert. Doch am 31. Dezember 2016 läuft der Exklusiv-Langzeitvertrag mit der Stadt regulär aus. DSM gehört zur Ströer-Gruppe, einem der größten Anbieter von Stadtwerbung in Europa. Das in Köln ansässige Unternehmen vermarktet urbane Werbeflächen unter anderem auf riesigen beleuchteten Plakatwänden, sogenannten City-Light-Boards und Mega-Lights, in Poster-Vitrinen, auf Säulen und Großuhren.

Das Verkehrs- und Tiefbauamt fragte nach LVZ-Informationen bereits bei DSM an, wie hoch die Ablösesumme für die Litfaßsäulen ausfallen würde. Am 25. März will sich der Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung mit dem neuen Werbekonzept für Leipzig beschäftigen, das vom Dezernat von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) vorgelegt wurde.

Welche Erwartung die Verwaltung mit der Ausschreibung verfolgt, beschreibt sie in der vertraulichen Beschlussvorlage für den Stadtrat, die der LVZ vorliegt, so: "Mit der Neuvergabe der Außenwerberechte hat die Stadt die Möglichkeit, das Stadtbild zeitgemäßer und unter Beachtung der in großen Teilen prägenden gründerzeitlichen Architektur neu zu gestalten. Daher sollen die Werbeträgerarten aus dem Werbeträgerportfolio zu einer erkennbaren Designfamilie gehören und sich in ihrer Form und Gestaltung in die Umgebung einfügen." Dabei werde die bereits vorhandene Farbgebung in Dunkelgrau aufgriffen und "ein hochwertiges, zum Stadtbild filigranes und anmutendes Design umgesetzt".

Auch die Liste der Werbeplätze soll überarbeitet werden. Nur durch eine Auswahl an "lukrativen Standorten" sei der Neukonzessionär in der Lage, seine Investitionskosten, aber auch seine Unterhaltungskosten und Konzessionsabgaben an die Stadt zu zahlen. Wegen der langen Vertragsdauer plant die Stadt künftig auch, ein digitales Werberecht zu vergeben, weil dieses Medium an Bedeutung gewinnt. Der Stadt geht es einerseits um ein einheitliches Bild, andererseits um den höchsten Profit. Nur wenn die Attraktivität der Werberechte steigt, neue Formen der Werbung möglich werden, könne es einen "maximalen Wettbewerb um die Werberechte" geben. Aus den Erlösen ließen sich dann Zusatzleistungen wie öffentliche WC, Papierkörbe und Spritzschutz an Straßenbahnhaltestellen finanzieren, die künftig nicht mehr Bestandteil der Konzession sein sollen. Ströer wollte sich nicht dazu äußern, solange es keine neue Ausschreibung gibt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.03.2015
Staeubert, Klaus

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