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Lokales Leipzig will 90 Busse und 20 weitere XL-Straßenbahnen kaufen
Leipzig Lokales Leipzig will 90 Busse und 20 weitere XL-Straßenbahnen kaufen
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06:00 23.11.2017
41 XL-Straßenbahnen vom polnische Hersteller Solaris werden die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) bis zum Jahr 2020 aufs Gleis bringen. Wegen des starken Einwohnerwachstums sollen nun noch weitere 20 XL-Straßenbahnen hinzukommen. Quelle: Kempner
Leipzig

Die Leipziger Gruppe will in Zukunft deutlich mehr investieren. „Rund 1,5 Milliarden Euro sollen in den nächsten fünf Jahren in den Ausbau der Infrastruktur fließen“, sagte Konzernchef Norbert Menke, Geschäftsführer der LVV, dieser Zeitung. Bis zum Jahr 2030 seien es insgesamt sogar bis zu 3,5 Milliarden Euro.

„Diese gewaltige Summe bringen wir in den nächsten dreizehn Jahren aus eigener Kraft auf die Straße – beim Nahverkehr benötigen wir jedoch tatkräftige Unterstützung durch Bund und Freistaat“, sagte er. Die Unternehmensgruppe wolle die notwendige Versorgungssicherheit schaffen, damit Leipzig auf über 700 000 Einwohner wachsen kann. Die Pläne seien auch eine wichtige Grundlage für das weitere Gedeihen der Wirtschaft.

In der letzten Dekade habe der von der LVV gesteuerte Kommunalkonzern, zu dem die Leipziger Stadtwerke, Wasserwerke und Verkehrsbetriebe gehören, im Schnitt etwa 170 Millionen Euro investiert. Das betonte LVV-Finanzgeschäftsführer Volkmar Müller. „In Zukunft sind es über 250 Millionen Euro pro Jahr.“ Da stets rund 80 Prozent der Aufträge in der Region vergeben würden, bringe das einen kräftigen Impuls für Handwerker und mittelständische Firmen im nördlichen Sachsen. Jeder der 4700 Jobs bei der Leipziger Gruppe sichere zugleich 2,5 Arbeitsplätze bei anderen Unternehmen.

Der größte Investitionsschwerpunkt für die nahe Zukunft liege bei den Wasserwerken, fuhr Müller fort. Die Erweiterung des Hauptklärwerks im Rosental stehe ebenso an wie der Austausch der beiden uralten Wasserwerke in Naunhof durch Neubau. „Voraussetzung für unsere gesamte Planung ist natürlich, dass der Prozess in London gegen die UBS Bank hoffentlich bald endgültig zu den Akten gelegt werden kann“, sagte er. Bekanntlich hatte UBS im Rechtsstreit um 500 Millionen Euro schon zweimal verloren. Dennoch beantragte die internationale Großbank jüngst erneut eine Berufung – nun am höchsten Gericht Großbritanniens.

Bei den Leipziger Verkehrsbetrieben kommen bis 2020 insgesamt 41 XL-Straßenbahnen aufs Gleis. Wie berichtet, sollen sie weitgehend die alten Tatras ersetzen. Die 38 Meter langen XL-Fahrzeuge bieten mehr Platz und können mehr Fahrgäste umweltgerecht transportieren. Um den starken Anstieg der Fahrgastzahlen zu bewältigen, sei die Anschaffung von 20 weiteren XL-Bahnen in den nächsten fünf Jahren geplant, kündigte Menke an.

Ein Zukunftsthema bis 2030 sei ebenfalls die „Elektrifizierung der Bus-Flotte“. Aktuell werde eine Grundsatzentscheidung vorbereitet, wann und wie das erfolgen kann. Welche Technologie für Leipzig am sinnvollsten ist – Batteriebusse oder Wasserstoffbusse – untersuchen die Verkehrsbetriebe mit einem Fraunhofer-Institut und im Verbund mit anderen Verkehrsunternehmen. Bis Ende 2018 soll über den Kurs entschieden werden. Hintergrund: 2019 müssen die Leipziger Verkehrsbetriebe über die Anschaffung von 90 Bussen entscheiden.

Bei den Stadtwerken gehe es bis 2030 vor allem um Investitionen in Anlagen zur dezentralen Erzeugung und Speicherung von Strom und Wärme sowie deren digitaler Vernetzung. „Damit leisten die Stadtwerke einen wichtigen Beitrag für die Versorgungssicherheit unserer Stadt in der Energiewende, so Menke.

Von Jens Rometsch

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