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Leipzig will Asisis Völkerschlacht-Panorama retten

Pläne für Rotunde am „Völki“ Leipzig will Asisis Völkerschlacht-Panorama retten

Yadegar Asisis monumentales Völkerschlacht-Panorama „Leipzig 1813“ soll nicht geschreddert werden. Die Stadt will das Rundbild erhalten und schlägt den millionenschweren Bau einer Rotunde am „Völki“ vor. Asisi zeigt sich von den Plänen gegenüber LVZ.de begeistert.

Seit August 2013 lockte das Völkerschlacht-Panorama hunderttausende Besucher ins Leipziger Panometer. Nun setzt sich die Stadt für eine Rettung des Rundbilds ein.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Es ist 110 Meter breit, 32 Meter hoch und mit bislang mehr als 450.000 Besuchern ein Leipziger Touristenmagnet. Jetzt gibt es für die Zukunft von Yadegar Asisis Völkerschlacht-Panorama neue Hoffnung. Nach dem Ende der Ausstellung „Leipzig 1813“ am 20. September soll das monumentale Rundbild aus dem Panometer in der Richard-Lehmann-Straße nicht zerstört werden. Die Stadt setzt sich für dessen Rettung ein, nachdem die Grünen-Stadträte Norman Volger, Nicole Lakowa und Michael Schmidt im Juli darauf gedrängt hatten.

Das Panorama zeigt einen 360-Grad-Blick vom Dach der Thomaskirche in den letzten Stunden der Schlacht am 19. Oktober 1813. Um das Bild auch künftig zu präsentieren, schlägt das Kulturdezernat zwei Alternativen vor. Eine davon sieht die Errichtung einer Rotunde in der Nähe des Völkerschlachtdenkmals vor. Ähnliche Bauwerke gibt es bereits in Berlin, Pforzheim oder im französischen Rouen. Die Kosten in Leipzig würden nach Rathaus-Berechnungen bei rund 4,4 Millionen Euro liegen. Davon wären allein drei Millionen Euro für den Bau der teilklimatisierten Stahlgerüstkonstruktion nötig. Für den jährlichen Betrieb inklusive Marketing wird rund eine Million Euro veranschlagt.

Asisi Panometer "Leipzig 1813"

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Sponsoren sollen Rotunde finanzieren

Die Stadt will die Rotunde allerdings nicht selber bauen und betreiben. Das Panorama habe einen „hohen Erlebniswert“, dessen Erhaltung sei aber nicht Aufgabe der Kommune, heißt es in einem Verwaltungsstandpunkt. Es sollen daher Sponsoren gefunden werden. Wirtschaftlich könnte sich das Projekt lohnen: Bei einem Eintrittspreis von zehn Euro und optimistisch vorausgesagten 250.000 Besuchern würden 1,5 Millionen Euro pro Jahr an den Betreiber fließen, kalkuliert die Stadt. Das Kulturdezernat weist aber darauf hin, dass zum Panometer in der Richard-Lehmann-Straße eine Konkurrenz entsteht, die Besucherzahl also „nicht sicher zu prognostizieren“ sei. Investoren wird deshalb zu einer Machbarkeitsstudie geraten.

Ein ähnliches Projekt ist derzeit für das Reformationsjubiläum in Wittenberg in Planung. Asisi will dort sein neues Panorama „Luther 1517“ für fünf Jahre in einer kleineren Rotunde zeigen. Hier sind sowohl Kommune, die Wohnungsbaugenossenschaft und evangelische Kirche an den Kosten von rund vier Millionen Euro beteiligt.

Die Alternativvariante in Leipzig wäre eine temporäre Präsentation des Rundbildes im Panometer. Die Kosten für turnusmäßige Wechsel würden laut der Asisi GmbH bei rund einer Million Euro liegen, unter anderem für die Planung und Koordinierung, die Ausstellung, Beleuchtung, Sound und Einlagerung der Stoffbahnen.

Yadegar Asisi vor seinem Völkerschlacht-Panorama.

Quelle: Leipzig report

Asisi gegen Wechselausstellung im Panometer

Die Stadträte sollen am 16. September über die Vorlage abstimmen. Darin wird jedoch zunächst nur vorgeschlagen, dass Asisi das Panorama auf eigene Kosten aufbewahren soll, um eine Wiederverwendung zu ermöglichen. Die Einlagerung soll Zeit für eine Diskussion über die beiden künftigen Varianten schaffen. Ob der Panorama-Künstler die Kosten übernimmt, lässt er noch offen. „Ich möchte zum jetzigen Zeitpunkt keine Stellungnahme abgeben, da es scheint, dass sich der Leipziger Stadtrat um eine ständige Präsentation des Panoramas „Leipzig 1813“ bemüht“, sagte er am Donnerstag gegenüber LVZ.de.

Die Rotunden-Pläne stoßen bei ihm auf Zustimmung. „Der Beschluss des Kulturausschusses spricht eine klare Sprache. (…) Ich bin fest überzeugt, wenn die Stadt Leipzig das Panorama erhalten möchte, wird es Mittel und Wege geben, das zu realisieren. Warum sollte so etwas nicht in Leipzig gelingen, was andere Städte schaffen?“

Allerdings erteilt der Künstler einem Comeback des Völkerschlacht-Panoramas an gleicher Stelle bereits eine Absage. Beim Panometer handele sich um ein „Premierenhaus“, in dem jährlich wechselnde Themen entsprechend seiner künstlerischen Intention gezeigt würden, so Asisi. „Die Bilder sollen dann möglichst an anderen Orten gezeigt werden. Zwischenzeitliche Wechsel oder Wiederaufführungen zu besonderen Anlässen sind weder vorgesehen noch durchführbar“, erklärte der 60-Jährige.

Bereits am 3. Oktober will Asisi sein nächstes Panorama-Bild präsentieren. Dann können die Besucher in die Unterwasserwelt des Great Barrier Reef in Australien eintauchen. Nach Mount Everest, Amazonien und Rom 312 ist es bereits das fünfte Rundbild-Motiv in Leipzig. Weitere Projekte zum Untergang der Titanic und den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 sind bereits in Vorbereitung.

Mehr zu den Asisi-Panoramen im Special auf LVZ.de

Panometer Richard-Lehmann-Straße 51.314077 12.386902
Panometer Richard-Lehmann-Straße
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