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Lokales Leipzig will Honorare für Dozenten anheben – Kursteilnehmer sollen aber auch mehr zahlen
Leipzig Lokales Leipzig will Honorare für Dozenten anheben – Kursteilnehmer sollen aber auch mehr zahlen
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22:00 11.11.2016
Deutschkurse an der Volkshochschule Leipzig sind gefragt – die Honorare für die Dozenten aber niedrig. Nun will die Stadt die Honorare ein wenig erhöhen. Quelle: dpa
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Leipzig


Zum Vergleich: Für Integrationskurse, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erstattet, werden 35 Euro pro Stunde gezahlt. Dadurch ist bereits eine enorme Ungleichbehandlung entstanden, auch innerhalb des Fachbereiches Deutsch. So bekommen die Lehrkräfte weniger, wenn sie Analphabeten oder Selbstzahler unterrichten. Das bleibt wohl auch so. Denn die Volkshochschule kann keineswegs aus dem Vollen schöpfen, wie Leiterin Heike Beese-Richter sagt. Das liegt vor allem an der prekären Grundfinanzierung durch das Land. „Sachsen bildet seit Jahren das absolute Schlusslicht in Sachen Finanzierung der Weiterbildung in Deutschland“, betont Richter-Beese. Das müsse sich grundlegend ändern, wie auch der Sächsische Volkshochschulverband fordert. Wie berichtet, sieht dieser längst die Substanz der Erwachsenenbildung in Gefahr.

Die Volkshochschule beschäftigt etwa 750 Kursleiter, die frei- oder nebenberuflich arbeiten. Ihr Honorar beinhaltet keine Steuern und Sozialversicherungsbeiträge oder anderweitige Aufwendungen. Viele Dozenten haben deshalb beklagt, dass sie vom Erlös ihrer Arbeit nicht leben können und beim Amt aufstocken müssen. Die 23 Euro pro Unterrichtsstunde sind ein Durchschnittswert – es gibt auch Honorare von 15 Euro pro Stunde, beispielsweise im Bereich Ernährung. „Das Honorar richtet sich nach Inhalt des Kurse und nach der erforderlichen Qualifikation der Dozenten“, erklärt Richter-Beese. Als Höchstwert wird 50 Euro pro Stunde festgelegt.

„Auf den ersten Blick gibt die Honorarordnung der Volkshochschule einen recht großen Gestaltungsspielraum. Wir werden also abwarten müssen, wie die VHS mit diesem Spielraum umgeht“, sagt Karl Kirsch von der Dozenteninitiative der VHS. Derzeit könnten die meisten keine Einkommen erarbeiten, die ihrer Leistung und Qualifikation angemessen sei. „Ich sehe natürlich auch, dass die Stadt in Finanznot ist und die Weiterbildung ein Stiefkind der Landesregierung. Aber nur weil das so ist, können wir ja trotzdem nicht weiter mit Entgelten auf Hartz-IV-Niveau weiterwursteln.“ Ein Honorar decke erst ab 35 Euro pro Schulstunde einigermaßen die Lebenshaltungskosten ab, wenn es die einzige Einnahme des oder der Lehrenden darstellt.

Erwirtschaften will die Stadt den höheren Obolus zur Hälfte durch die Entgelte, die die Kursteilnehmer entrichten müssen. Berechnungsgrundlage ist derzeit 2,20 Euro je Unterrichtseinheit (45 Minuten) bei zwölf Teilnehmern. Dieser Wert soll dann auf 2,50 Euro ansteigen. Die Konsequenz: Ein Konversationskurs Englisch mit 26 Unterrichtsstunden kostet dann 156 Euro (bisher 132 Euro). Ein Standardkurs Englisch mit 36 Stunden 135 Euro (derzeit 119 Euro). Der Grundlagenkurs zu Word, Excel, PowerPoint 118 Euro (bisher 106 Euro). Der Stadtrat muss der Gebührenordnung noch zustimmen.

Von Mathias Orbeck

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