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Lokales Leipzig will Standorte für Fledermaustürme im Einzelfall prüfen
Leipzig Lokales Leipzig will Standorte für Fledermaustürme im Einzelfall prüfen
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13:49 23.08.2018
Leipzig will mehr für den Schutz von Fledermäusen tun. Quelle: dpa
Leipzig

Beitrag für den Artenschutz: Die Verwaltung will im Einzelfall geeignete Standorte zur Errichtung von Fledermaustürmen prüfen. Diese könnten gemeinsam mit örtlichen Tier- und Naturschutzinitiativen betreut werden. Der Vorschlag folgt einem Antrag von Piratin Ute Elisabeth Gabelmann, die darauf hinweist, dass Fledermäuse vielerorts durch Erschließung und Bebauung von Grundstücken ihren Lebensraum verlieren.

„Seit 50 Jahren stehen Fledermäuse in Deutschland am Rand der Ausrottung“, sagte Gabelmann in der Ratssitzung am Mittwoch. Zahlreiche Arten finden sich in den Gefährdungskategorien der Roten Liste Deutschlands. Durch den Insektenschwund fehle den kleinen Säugetieren zunehmend die Nahrungsgrundlage. Ihre Kritik gilt auch der Forstbewirtschaftung, die zu wenig alte Bäume im Wald lasse, die wiederum mit ihren höhlenartigen Räumen als Nistplatz dienen könnten.

Bei Sanierungen von Gebäuden werde außerdem nach Ansicht Gabelmanns zu selten darauf geschaut, ob geschützte Tierarten vertrieben werden. Dabei gebe es mit speziellen Mauersteinen oder offenen Dachböden einfache Lösungen für den Fledermausschutz.

Rund 25.000 Euro pro Fledermausturm

Die Stadtverwaltung nennt ebenfalls eine Reihe von Maßnahmen zur Erhaltung der Fledermausarten, die in Leipzig praktiziert werden können. „Bisher ist es möglich, vorhandene größere Quartiere in Höhlen, Stollen, Bunkern bzw. an oder in Gebäuden (z. B. Keller, Dachböden) aufzuwerten oder dort neue einzurichten“, führt das Umweltamt aus. Die Besiedlung von Nisthilfen dauere in der Regel mehrere Jahre, deshalb sei es besser, Quartiere der Fledermäuse zu erhalten oder aufzuwerten.

Der genannte Fledermausturm als Lebensraum werde von der TU Braunschweig entwickelt, so das Umweltamt. Ein Prototyp sei noch im Bau, die Kosten lägen laut Entwicklern bei 20.000 bis 25.000 Euro, so die Verwaltung. Bis zur Erprobung und der Auswertung von Erfahrungen will sich die Stadt weiter auf den Einsatz von Fledermausnistkästen verlassen.

Von Evelyn ter Vehn

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