Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipzig will Tempo-30-Zone in der Jahnallee einrichten
Leipzig Lokales Leipzig will Tempo-30-Zone in der Jahnallee einrichten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:02 29.05.2018
Verkehrs-Nadelöhr beim Übergang zwischen dem Ranstädter Steinweg und der Jahnallee in Leipzig. Ein Teil der Strecke soll zur Tempo-30-Zone werden. Quelle: André Kempner
Leipzig

Unfälle mit Schwerverletzten und Toten, tägliche Gefahren für Radfahrer und Fußgänger, dazu dicke Luft durch den Auto- und Lkw-Verkehr – so sieht es auf der Leipziger Jahnallee aus. Die Stadt will nun eine Tempo-30-Zone einrichten, erklärte jetzt das Verkehrs- und Tiefbauamt auf Anfrage.

Innerhalb eines Jahres wollten die Verkehrsplaner das Tempo-Limit auf der Magistrale zwischen Leibnizstraße und Waldplatz umsetzen, erläutert Behördenleiter Michael Jana. Grundlage biete allerdings nicht die auch durch die Polizei dokumentierte Unfallhäufung. In diesem Fall greife aber das Umweltrecht mit dem Leipziger Lärmaktionsplan.

Unverzüglich, wie der Umweltbund Ökolöwe jetzt forderte, ist die Tempo-30-Zone trotzdem offenbar nicht einzurichten. Die Sicherheitszeiten aller Ampelanlagen inklusive der Signale für den Straßenbahnverkehr müssten überarbeitet werden, schildert Jana. Dafür seien externe Planer nötig – ergo veranschlagt die Behörde einen Zeitbedarf von etwa zwölf Monaten.

18 Unfälle mit Radfahrern

Dabei ist die Strecke Jahnallee und der anschließende Randstädter Steinweg als Unfallschwerpunkt bekannt. Die Polizei verzeichnete für 2017 allein 18 Unfälle mit Radfahrerbeteiligung zwischen City und Waldplatz: Sieben auf dem Ranstädter Steinweg, ein Fall an der Ampel Leibnizstraße und elf auf der sogenannten inneren Jahnallee bis zur Ampelanlage Waldplatz.

Vor allem die Einmündung Jacobstraße und Ranstädter Steinweg ist für Radfahrer kreuzgefährlich. Konflikte entstehen nach der Analyse und Vor-Ort-Schau durch Stadt und Polizei vor allem zwischen abbiegenden Fahrzeugen und Radlern, die geradeaus fahren wollen. Die Verkehrsplaner haben dort als erste Maßnahme bereits die Radfurt rot markiert und damit augenfälliger für Autofahrer gestaltet. Fußgänger müssen besonders im Umfeld der Haltestelle Leibnizstraße aufpassen: Dort komme es immer wieder zu Unfällen mit Fahrzeugen.

Zwei dramatische Unglücke ereigneten sich auch in diesem Mai: Eine 47-jährige Frau wurde nach einem Sturz im Gleisbereich von einer entgegenkommenden Straßenbahn erfasst. Die Radfahrerin trug schwerste Verletzungen davon. Zuletzt wurde ein 17-Jähriger am Waldplatz von einer Bahn erfasst und ebenfalls schwer verletzt.

Unfallkommission fällt hartes Urteil

Die Verkehrsunfallkommission, in der die Straßenverkehrsbehörde und Polizei gemeinsam Unfallschwerpunkte analysieren und Gegenmaßnahmen erarbeiten, urteilt klar: Die Situation auf dem gesamten Streckenzug Ranstädter Steinweg und Jahnallee entspreche „hinsichtlich der verfügbaren Verkehrsfläche, der Bedürfnisse der einzelnen Verkehrsarten und der Funktion der Straße als Geschäftsstraße nicht den Anforderungen.“

Laut Experten können nur Umbauten wie eine extra Gleisanlage für die Bahn und Radverkehrsanlagen die Situation wirklich entspannen – oder eine „erhebliche Reduzierung der Verkehrsmenge“, also eine grundsätzlich andere Verkehrsplanung für den Bereich.

Ökolöwe fordert sichere Radspur

So könnten geschützte Fahrradspuren in die Jahnallee integriert werden. Quelle: Ökolöwe Leipzig

Der Umweltbund Ökolöwe fordert als Sofortmaßnahme neben „Tempo 30“ auch baulich gesicherte Radspuren, zum Beispiel durch Poller oder Blumenkübel. Dafür soll das Parken am Straßenrand nicht mehr möglich sein. „Dafür ist kein teurer Straßenumbau nötig, der wenn überhaupt erst weit nach 2020 zu erwarten ist“, heißt es in einer Erklärung.

Doch die citynahe Jahnallee ist eben auch eine quirlige Geschäftsstraße. Kundschaft und Lieferverkehr könnten nicht in die Seitenstraßen ausweichen, zu groß sei die Parkplatznot im Waldstraßenviertel. Ein generelles Parkverbot sei an der Magistrale kaum durchsetzbar so Jana. Und das bedeutet auch: keine Chance für Fahrradstreifen.

Von Evelyn ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kita-Gebühren belasten vor allem ärmere Familien. Laut einer aktuellen Bertelsmann-Studie geben sie anteilig zum Einkommen fast doppelt so viel aus wie wohlhabendere Eltern. LVZ.de zeigt, was Familien in Leipzig, Chemnitz und Dresden zahlen.

28.05.2018

So heiß wie am Montag war es in Teilen Sachsens im Mai noch nie. Landesweit wurden gleich an mehreren Stationen die Temperaturrekorde geknackt.

28.05.2018

Das Stadtarchiv zieht ab 1. Juni in den ehemaligen Sowjetischen Pavillon auf der Alten Messe. Deshalb werden einige Leistungen des Archivs vorerst nicht mehr verfügbar sein.

28.05.2018