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Lokales Leipzig will Verkehr auf Einfallstraßen „dosieren“
Leipzig Lokales Leipzig will Verkehr auf Einfallstraßen „dosieren“
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00:21 02.10.2017
Wo die Jahnallee schmal wird (im Hintergrund) ist auch der Schadstoffanteil der Luft hoch. Die Stadt will deshalb die Zufahrt in diesen Bereich „dosieren“. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Autofahrer müssen mit deutlichen Einschränkungen rechnen, wenn der Entwurf des neuen Luftreinhalteplanes vom Stadtrat bestätigt werden sollte: Auf vier wichtigen Einfallstraßen will die Verwaltung den Verkehrsfluss „dosieren“, damit dort künftig die Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerte eingehalten werden. Betroffen sind Jahnallee, Eutritzscher Straße, Berliner Straße und Harkortstraße. Die Einschränkungen seien notwendig, um umfängliche Fahrverbote zu vermeiden, beispielsweise für Dieselfahrzeuge, heißt es im Rathaus, wo die brisante Vorlage noch unter Verschluss gehalten wird. Aktuell ist vorgesehen, den neuen Luftreinhalteplan spätestens Anfang 2018 im Stadtrat zu beschließen. Der neue Lärmaktionsplan soll bis Mitte 2018 folgen.

In der Jahnallee will die Stadt schon in der ersten Hälfte des nächsten Jahres den Verkehrsfluss dosieren. Wie dies geschehen könnte, ist seit einiger Zeit schon an der Kreuzung Waldstraße/Zöllnerweg/Leutzscher Allee zu sehen, wenn im Sportforum eine Großveranstaltung stattfindet. An der Kreuzung wird dann der Verkehr mit Wechselverkehrszeichen gesteuert: Die Zufahrt zur Waldstraße und von dort zur Jahnallee wird durch eine elektronisch gesteuerte Zeichenänderung gesperrt. Wie zu hören ist, will das Verkehrs- und Tiefbauamt vor allem den Bereich zwischen der Leibnitzstraße und dem Waldplatz von Luftschadstoffen entlasten. Klar ist, dass dies mit einer neuen „signaltechnischen Regelung“ geschehen soll. Welche Technik dabei zum Einsatz kommt, ist noch offen. Die Behörde hat aber bereits vor Wochen verlautbart, dass sie Ampeln ganzer Straßenzüge in Abhängigkeit vom Lärm und Schadstoffaufkommen schalten will. Das Prinzip: Sind die Werte zu hoch, wird automatisch die Zufahrt gedrosselt und elektronisch eine Umleitung ausgewiesen. In der inneren Jahnallee will die Verwaltung ihre Verkehrssteuerung noch mit einer vorgeschriebenen zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde koppeln. Dies könne zugleich den Lärmpegel reduzieren.

Ebenfalls schon in der ersten Hälfte des nächsten Jahres soll es Eingriffe in die Harkortstraße geben. Dort sind verschiedene Ansätze im Gespräch. So wollen die Planer vom Innenstadtring weniger Verkehr in die Harkortstraße fließen lassen. Dazu müsste das Linksabbiegen auf den Martin-Luther-Ring aus Richtung Wilhelm-Leuschner-Platz untersagt werden, heißt es. In die Gegenrichtung könnte der Verkehrsstrom in die Wundtstraße in Höhe Richard-Lehmann-Straße zeitweise reduziert und damit das Verkehrsaufkommen in der Harkortstraße dosiert werden.

Im dritten Quartal nächsten Jahres soll der Verkehrsfluss in der Eutritzscher Straße reguliert werden. Dort geht es vor allem darum, den Bereich zwischen der Roscher- und der Geberstraße zu entlasten. Vorgesehen ist deshalb, das Linksabbiegen aus Richtung Chausseehaus in die Roscherstraße dauerhaft zu ermöglichen und so das Verkehrsaufkommen in dem kritischen Bereich der Eutritzscher Straße zu reduzieren. Für den abgeleiteten Verkehr soll auf der Kreuzung Berliner Straße/Roscherstraße zunächst eine temporäre Ampel errichtet werden. Sie soll sicherstellen, dass der aus der Roscherstraße kommende Verkehr in die Berliner Straße besonders in Richtung Rackwitzer Straße sicher ausbiegen kann. Gleichzeitig soll diese temporäre Ampel dazu dienen, den stadteinwärtigen Verkehr Richtung Gerberstraße zu drosseln, um die Bedingungen in der Berliner Straße zu verbessern – vor allem im Bereich zwischen Erich-Weinert- und Kurt-Schumacher-Straße.

Auf unbestimmte Zeit verschieben wollen die Planer die vorgesehene Aufhebung der Einbahnstraßenregelung in der Arthur-Hoffmann-Straße. Sie sollte eigentlich schon in diesem Jahr erfolgen.

Darüber hinaus listet der Entwurf noch 46 mittelfristige Vorhaben auf. Danach soll bis 2020 in der Harkortstraße eine dynamische Verkehrsflussteuerung installiert sowie zwischen Dufourstraße und Martin-Luther-Ring der Straßenraum neu aufgeteilt werden. Auch eine „lückenlose Ausweitung“ der Parkraumbewirtschaftung innerhalb der Parkzone 2 (große Teile direkt außerhalb des Innenstadtrings) ist bis 2020 vorgesehen – bis dahin sollen auch die Parkgebühren auf öffentlichen Stellplätzen angehoben werden.

Von Andreas Tappert

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