Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Leipzig will bei Projekt „Zukunftsstadt“ Visionen mit Bürgern entwickeln

Bundeswettbewerb Leipzig will bei Projekt „Zukunftsstadt“ Visionen mit Bürgern entwickeln

Wie kann Leipzig es erreichen, dass nicht nur die Einwohnerzahl, sondern auch die Lebensqualität steigt? Diese Frage beschäftigt das Projekt „Zukunftsstadt“. Das klingt zunächst sperrig. Leipzig möchte aber neue Formen ausprobieren, Visionen für die Stadt von übermorgen zu entwickeln. Deshalb hat sich die Kommune um Phase 2 des Bundes-Wettbewerbs beworben.

 Leipzig nimmt an Phase 2 des Projektes „Zukunftsstadt" teil. Oberbürgermeister Burkhard Jung verschickt Unterlagen.
 

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig.  Da geht die Post ab: Leipzig wächst und muss sich darauf einstellen, ab dem Jahr 2030 mehr als 700 000 Einwohner – so sagen es zumindest die Prognosen – zu haben. Um sich darauf vorzubereiten, nimmt die Kommune nun an Phase 2 des Wettbewerbs “Zukunftsstadt“ teil, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgelobt hat. Symbolisch steckte Oberbürgermeister Burkhard Jung am Donnerstag die Bewerbungsunterlagen in den Briefkasten.

„Zukunftsstadt“ kling zunächst sperrig. In den vergangenen Monaten hatte die Stadt bereits mit Bürgern Visionen für das Leipzig von Übermorgen diskutiert. Die Herausforderungen, die Stadt fit für die Aufgaben der nächsten 15 Jahre zu machen, sind gigantisch. Ein Beispiel dafür ist der Wohnungsmarkt. Wenn Familien eine neue Bleibe suchen, müssen sie sich mittlerweile ganz schön umgucken, um bezahlbaren Wohnraum für ihre Bedürfnisse zu bekommen. Die für Leipzig typischen Freiräume sind eng geworden, als Folge steigender Mieten. Bisher gut durchmischte Stadtteile könnten sich wie im Westen in Viertel für Besserverdienende oder sozial Schwache aufteilen. „Wir haben zu entscheiden: Welche Entwicklungen leiten wir am Freiladebahnhof Eutritzscher Straße oder am Bayerischen Bahnhof ein?“, nennt Jung ein Beispiel. Wie kann alles so organisiert werden, dass eine gesunde soziale Mischung der Mieter gewahrt wird – also sozialer Wohnungsbau stattfindet?. Dies müsse in die Köpfe aller Ämter hinein, aber auch mit privaten Akteuren des Wohnungs- und Immobilienmarktes sowie den Bürgern strategisch diskutiert werden – möglichst nicht nur mit den „üblichen Verdächtigen“. Deshalb solle auch Bürgerbeteiligung neu organisiert werden.

Ein Anfang wurde gemacht, als im April 2016 per Zufall Einwohner aus dem Melderegister ausgewählt und zum Bürgerdialog in die Kongreßhalle gebeten worden waren (die LVZ berichtete). Jung: „Unser Ziel ist es, die hohe Lebensqualität zu erhalten, damit diese wunderbare Stadt weiterhin so attraktiv für die Menschen bleibt.“ Dabei wolle man aufpassen, den Alltag von Menschen zu erleichtern. Eine Herausforderung sei beispielsweise, Mobilität und öffentlichen Nahverkehr dem Wachstum anzupassen. „Wie wir diesen in zehn Jahren finanzieren, darauf habe ich derzeit keine Antwort“, gibt der Rathauschef zu. Leipzig müsse ebenso vorankommen, die Schulabbrecherquote zu senken oder die „Smart City“ – mit dem Netz der Zukunft – aufzubauen. Für letzteres macht sich die Leipziger Gruppe stark, zu der Stadtwerke, Wasserwerke und Verkehrsbetriebe gehören. Wie berichtet, will sie ein kostenfreies, flächendeckendes WLAN aufbauen. „Für viele dieser Aufgaben brauchen wir die unterschiedlichsten Mitstreiter. Wir sind gut beraten, dies nicht im stillen Kämmerlein zu entscheiden.“

Ziel ist es, eine verbindliche Strategie für Leipzig zu erarbeiten. Um dies zu koordinieren, gibt es im Rathaus nun eine Geschäftsstelle. Parallel wird dort eine mögliche Wettbewerbsphase 3 vorbereitet. Im Jahr 2018 bekommen bis zu acht Kommunen die Chancen, die von ihnen entwickelten Visionen in die Realität umzusetzen. Die Auswahl eines konkreten Projektes, etwa aus den Bereich Wohnen, Mobilität oder Infrastruktur, soll in Leipzig Teil der jetzigen Wettbewerbsphase 2 sein. Dabei lockt übrigens ein Projektgeld von 200 000 Euro, das auch für Bürgerbeteiligung ausgegeben werden kann. Leipzig wird durch ein Expertengremium begleitet und unterstützt. Dazu zählt das Deutsche Institut für Urbanistik.

Von Mathias Orbeck

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr

LVZ-Reportage zu Crystal Meth in Sachsen

Die große Multimedia-Reportage berichtet über Crystal-Abhängige, Suchtberater und Drogenfahnder. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr