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Lokales Leipzig will bei Projekt „Zukunftsstadt“ Visionen mit Bürgern entwickeln
Leipzig Lokales Leipzig will bei Projekt „Zukunftsstadt“ Visionen mit Bürgern entwickeln
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18:52 16.06.2016
 Ab die Post: Oberbürgermeister Burkhard Jung schickt die Bewerbung Leipzigs fürs Projekt „Zukunftsstadt“ ab.   Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

 Da geht die Post ab: Leipzig wächst und muss sich darauf einstellen, ab dem Jahr 2030 mehr als 700 000 Einwohner – so sagen es zumindest die Prognosen – zu haben. Um sich darauf vorzubereiten, nimmt die Kommune nun an Phase 2 des Wettbewerbs “Zukunftsstadt“ teil, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgelobt hat. Symbolisch steckte Oberbürgermeister Burkhard Jung am Donnerstag die Bewerbungsunterlagen in den Briefkasten.

„Zukunftsstadt“ kling zunächst sperrig. In den vergangenen Monaten hatte die Stadt bereits mit Bürgern Visionen für das Leipzig von Übermorgen diskutiert. Die Herausforderungen, die Stadt fit für die Aufgaben der nächsten 15 Jahre zu machen, sind gigantisch. Ein Beispiel dafür ist der Wohnungsmarkt. Wenn Familien eine neue Bleibe suchen, müssen sie sich mittlerweile ganz schön umgucken, um bezahlbaren Wohnraum für ihre Bedürfnisse zu bekommen. Die für Leipzig typischen Freiräume sind eng geworden, als Folge steigender Mieten. Bisher gut durchmischte Stadtteile könnten sich wie im Westen in Viertel für Besserverdienende oder sozial Schwache aufteilen. „Wir haben zu entscheiden: Welche Entwicklungen leiten wir am Freiladebahnhof Eutritzscher Straße oder am Bayerischen Bahnhof ein?“, nennt Jung ein Beispiel. Wie kann alles so organisiert werden, dass eine gesunde soziale Mischung der Mieter gewahrt wird – also sozialer Wohnungsbau stattfindet?. Dies müsse in die Köpfe aller Ämter hinein, aber auch mit privaten Akteuren des Wohnungs- und Immobilienmarktes sowie den Bürgern strategisch diskutiert werden – möglichst nicht nur mit den „üblichen Verdächtigen“. Deshalb solle auch Bürgerbeteiligung neu organisiert werden.

Ein Anfang wurde gemacht, als im April 2016 per Zufall Einwohner aus dem Melderegister ausgewählt und zum Bürgerdialog in die Kongreßhalle gebeten worden waren (die LVZ berichtete). Jung: „Unser Ziel ist es, die hohe Lebensqualität zu erhalten, damit diese wunderbare Stadt weiterhin so attraktiv für die Menschen bleibt.“ Dabei wolle man aufpassen, den Alltag von Menschen zu erleichtern. Eine Herausforderung sei beispielsweise, Mobilität und öffentlichen Nahverkehr dem Wachstum anzupassen. „Wie wir diesen in zehn Jahren finanzieren, darauf habe ich derzeit keine Antwort“, gibt der Rathauschef zu. Leipzig müsse ebenso vorankommen, die Schulabbrecherquote zu senken oder die „Smart City“ – mit dem Netz der Zukunft – aufzubauen. Für letzteres macht sich die Leipziger Gruppe stark, zu der Stadtwerke, Wasserwerke und Verkehrsbetriebe gehören. Wie berichtet, will sie ein kostenfreies, flächendeckendes WLAN aufbauen. „Für viele dieser Aufgaben brauchen wir die unterschiedlichsten Mitstreiter. Wir sind gut beraten, dies nicht im stillen Kämmerlein zu entscheiden.“

Ziel ist es, eine verbindliche Strategie für Leipzig zu erarbeiten. Um dies zu koordinieren, gibt es im Rathaus nun eine Geschäftsstelle. Parallel wird dort eine mögliche Wettbewerbsphase 3 vorbereitet. Im Jahr 2018 bekommen bis zu acht Kommunen die Chancen, die von ihnen entwickelten Visionen in die Realität umzusetzen. Die Auswahl eines konkreten Projektes, etwa aus den Bereich Wohnen, Mobilität oder Infrastruktur, soll in Leipzig Teil der jetzigen Wettbewerbsphase 2 sein. Dabei lockt übrigens ein Projektgeld von 200 000 Euro, das auch für Bürgerbeteiligung ausgegeben werden kann. Leipzig wird durch ein Expertengremium begleitet und unterstützt. Dazu zählt das Deutsche Institut für Urbanistik.

Von Mathias Orbeck

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