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Lokales Leipzig will gestohlene Münzen zurückholen
Leipzig Lokales Leipzig will gestohlene Münzen zurückholen
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00:19 26.06.2017
Leipzig will die aus dem Stadtgeschichtlichen Museum gestohlenen Münzen zurückholen (Symbolbild). Quelle: Bernd Gartenschläger
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Leipzig

Leipzig will die in den Jahren 2011 bis 2016 aus dem Stadtgeschichtlichen Museum gestohlenen Münzen und Medaillen zurückholen. „Die Stadt hat eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt, die versuchen soll, die Münzen für die Stadt Leipzig zurückzugewinnen“, hieß es aus dem Kulturamt auf Anfrage der LVZ. Den Auftrag dazu erhielt die Leipziger Kanzlei Berg Bandekow Zorn. Das bestätigte Christoph von Berg der LVZ. Er gehört zu den wenigen Anwälten Deutschlands, die auf die Rückholung von Kriegsbeutekunst spezialisiert sind.

Mitarbeiter stahl 576 Münzen

Wie berichtet, hatte ein Mitarbeiter der Stadtgeschichtlichen Museums über mehrere Jahre 576 Münzen und Medaillen aus einem Depot unbemerkt mitgehen lassen und veräußert, darunter 100 Münzen aus dem 500 Jahre alten Kramerschatz der Industrie- und Handelskammer. Dieser ist eine Leihgabe der Kammer. Den Wert des Diebesgutes gab das Museum mit 480. 000 Euro an.

Der Diebstahl war im vergangenen August aufgeflogen. Damals hatte das Museum festgestellt, dass ein Auktionshaus in Nordrhein-Westfalen eine Münze aus seinem Bestand zur Versteigerung anbot. Der Mitarbeiter ist mittlerweile rechtskräftig entlassen. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft. Durch die Verkäufe an gewerbliche Münzhändler sowie über Auktionshäuser und die Internetauktionsplattform Ebay soll er mehr als 91 .000 Euro kassiert haben.

Museum will wertvollste Münzen zurückholen

Manche Münzen verkaufte er für wenige Euro, das teuerste Einzelstück ging für 9.000 Euro weg. Der Großteil des Diebesgutes fand über Ebay Käufer. Sie stammen aus zwei Dutzend Ländern. Bei 300 Münzen soll der Name des Besitzers mittlerweile bekannt sein. Die 68 wertvollsten Münzen will das Museum auf alle Fälle zurückholen. Hierbei setzt die Stadt nun auf die besondere Expertise der beauftragten Kanzlei, für deren Dienste die Kommune 33. 000 Euro veranschlagt.

Die Sicherheitsvorkehrungen im Museum wurden inzwischen verbessert. So bekam das Depot eine neue Schließanlage. Die neuen Transponder wurden an eine strenger begrenzte Anzahl ausgewählter Personen ausgereicht. „Die Sicherheitskriterien“, so Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke), „wurden durch die strikte Einführung des Vier-Augen-Prinzips beim Betreten der Depots nochmals verschärft.“

Von Klaus Staeubert

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