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Leipzig will mehr Obstbäume pflanzen – aber an Straßen geht Sicherheit vor

Nach Stadtratsbeschluss Leipzig will mehr Obstbäume pflanzen – aber an Straßen geht Sicherheit vor

Pflaume, Äpfel oder Kirschen im Vorbeigehen pflücken – das soll in Leipzig in Zukunft häufiger möglich sein. Die Stadt soll nach einem Stadtratsbeschluss mehr Obstbäume pflanzen. Doch an Straßen geht Sicherheit vor Gaumenschmaus.

Obstbaumallee im Leipziger Oberholz (Archivbild).

Quelle: Leipzig report

Leipzig. Rund 60.000 Bäume beschatten Leipziger Straßen, und ungefähr noch einmal so viele stehen laut Stadtverwaltung in Parks und Grünanlagen. Statt Kastanie oder Linde sollen künftig häufiger Obstgehölze nachgepflanzt werden. Auf Antrag der Linksfraktion fasste der Stadtrat jetzt diesen Beschluss. Doch Sicherheit geht vor Gaumenschmaus: Das Amt für Stadtgrün und Gewässer weist darauf hin, dass sich Obstbäume meist gar nicht als Straßenbäume eignen.

„Ich habe noch Birnenteppiche an der Landsberger Straße vor Augen“, sagt Jens Schwertfeger, Experte für Straßenbaumpflanzungen beim Amt für Stadtgrün und Gewässer am Montag auf gegenüber LVZ.de. In den vergangenen Jahren hätten Bürger eher gewünscht, dass Obstbäume an solchen Stellen durch andere Gehölze ersetzt werden. Deshalb habe die Stadt auch seit einigen Jahren keine Apfel- und Birnbäume an Straßen gepflanzt. So finden sich im kommunalen Pflanzprogramm 2016/17 für Straßenbäume auch überwiegend Laubbäume wie Ahorn, Linde, Ulme, Kastanie oder Platane.

Die Verwaltung hatte bereits im Dokument für die Stadträte erklärt, dass an Gehölze an Straßen besonders stand- und bruchsicher sein müssten. Viele heimische Obstbaumsorten werden außerdem nicht groß genug, um die lichte Höhe von 4,50 Metern über Straßen einzuhalten, so die Verwaltung.

Gefahrlos ernten

Mit dem Ratsbeschluss werde die Verwaltung jetzt sicher wieder stärker nach geeigneten Standorten suchen, denn natürlich seien Obstbaumalleen ein Kulturgut, das erhaltenswert sei. „Aber dann müssen wir auch die Voraussetzungen schaffen“, betont Schwertfeger. Und das bedeutet: Obstbäume werden nur dort gepflanzt, wo sie Platz auf mindesten vier Meter breiten Pflanzstreifen haben.

Nicht nur, dass herabfallende Früchte den Straßenverkehr gefährden könnten. Den Befürwortern der Obstbäume gehe es außerdem auch um die Ernte, so Schwertfeger. „Die Früchte sind auch einfach kaputt, wenn sie auf die Fahrbahn fallen“, so Schwertfeger. Obstbäume im Straßenraum seinen nur sinnvoll, wenn sie auf einer ausreichend großen Rasenfläche wachsen könnten. Die Früchte bleiben heil, und Passanten, die ernten möchten, „werden nicht vom fließenden Verkehr gefährdet“. Das Amt ziehe deshalb „etwas abseitige Flächen im Straßenraum“ in Betracht. In Grünau gebe es da Spielraum.

Topaz und Clapps Liebling für Plagwitz

In Parks und Grünanlagen sieht die Verwaltung bessere Möglichkeiten, wieder mehr Obstbäume nachzupflanzen. Als Paradebeispiel nennen die Experten den Gleis-Grünzug Bürgerbahnhof Plagwitz. Dort werden klangvolle Apfelsorten wie „Weißer Winter-Calville“, „Goldparmäne“ oder „Topaz“ heimisch, ebenso wie „Clapps Liebling“ und andere Birnensorten sowie Pflaume, Süßkirsche, Quitte, Esskastanie und Walnuss. Wie viele und welche Sorten im Einzelnen bis 2017 gesetzt werden, zeigt das Pflanzprogramm für Parkbäume.

Wo die Leipziger im Stadtgebiet Obstbäume abernten dürfen, zeigt die Internet-Plattform www.frucht-bar.org. Dort sind nicht nur kommunale, frei zugängliche Gehölze verzeichnet. Auch Privatleute können auf der Webseite einer privaten Initiative anzeigen, wann und unter welchen Bedingungen auf ihren Grundstücken die Früchte gesammelt werden dürfen. Kommune und Initiativen bündeln ihre Aktivitäten für ein Leipziger Gartenprogramm außerdem auf der Plattform www.leipziggruen.de.

Von Evelyn ter Vehn

Leipzig 51.3396955 12.3730747
Leipzig
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