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Lokales Leipzig wird größer, voller und internationaler – Mieten steigen
Leipzig Lokales Leipzig wird größer, voller und internationaler – Mieten steigen
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15:37 28.08.2017
Der Lindenauer Markt in Leipzig. Im Stadtteil leben inzwischen 8300 Menschen pro Quadratkilometer, ein Plus von 72 Prozent gegenüber 2001.  Quelle: André Kempner
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Leipzig

Im Zuge des anhaltenden Leipziger Wachstums verändert sich die Messestadt zu einer immer jüngeren, internationaleren und vielfältigeren Metropole mit weniger Arbeitslosen. Das belegen auch die aktuellsten Statistiken der Kommune zum vergangenen Quartal, die am Montag vorgestellt wurden. Allerdings werden viele Stadtteile zunehmen voller und dabei steigen auch die Mieten praktisch überall merklich an.

Zum Stichtag am 1. Juli lebten insgesamt 583.543 Menschen in der Messestadt, genau 10.653 mehr als vor einem Jahr. Allen Unkenrufen zum Trotz, die zuletzt über ein Abschwächen des Booms mutmaßten, „ist das immer noch ein sehr starker Zuwachs“, sagte Leipzigs Chefstatistiker Peter Dütthorn. Gründe für die anhaltend positive Tendenz lieferten im ersten Halbjahr vor allem 15.000 Zuzüge und fast 3.500 Neugeborene. Wenn sich der Trend fortsetzte, seien auch die im Stadtentwicklungsplan anvisierten 700.000 Einwohner bis 2030 realistisch.

13,7 Prozent Migranten in Leipzig

Die meisten Neubürger kommen aus dem Bundesgebiet, einige aber auch von weiter weg. Insgesamt 80.000 Menschen haben in Leipzig aktuell einen Migrationshintergrund, das sind 13,7 Prozent. Praktisch alle Stadtteile sind in den vergangenen Jahren merklich internationaler geworden, die meisten Migranten leben aber weithin im Zentrum-Südost, in Volkmarsdorf und Neuschönefeld. Auch mit Blick auf die Geburten nimmt die ethnische Vielfalt eher zu: „Ausländische Frauen bekommen in Leipzig deutlich mehr Kinder als deutsche“, sagte Statistik-Amtsleiterin Ruth Schmidt. Bei den konkreten Zahlen haben einheimische Kinder trotzdem klar die Nase vorn: „Von den 7000 Neugeborenen im vergangenen Quartal waren 6000 deutsche und 1000 hatten eine andere Staatsangehörigkeit“, so Schmidt weiter.

Vom wirtschaftlichen Aufschwung in Leipzig profitieren die Migranten allerdings eher wenig. „In der Gruppe der Ausländer hat sich die Zahl der Leistungsempfänger deutlich erhöht“, sagt Dütthörn. 2990 Menschen mit anderer Staatsangehörigkeit hatten zuletzt noch keine Arbeit. In manchen Stadtgebieten ist der Anstieg stärker zu spüren als in andern. So war in Leipzig-West zum Jahresende 2015 noch jeder zehnte Arbeitslose eine Ausländer, ein Jahr später bereits jeder fünfte. Insgesamt entwickele sich Leipzigs Arbeitsmarkt aber positiv. „Trotz insgesamt steigender Einwohnerzahlen geht die Zahl der SGBII-Empfänger weiter zurück“, so Dütthorn. Ende 2016 hatten noch 23.117 Menschen in Leipzig keinen Job, ein Jahr zuvor waren es 25.460.

Weniger Platz – steigende Mieten

Mehr Menschen in Leipzig, das bedeutet auch weniger Platz für den Einzelnen. „Verdichtung“ nannte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) zuletzt diese Entwicklung in der Messestadt. Die Statistiker liefern nun auch Daten dazu: „Es sind alle Stadtteile im Wachstumsprozess, lediglich am Stadtrand nimmt die Zahl der Einwohner ab“, so Ruth Schmidt. In Plagwitz wohnten 2001 beispielsweise auf einem Quadratkilometer noch etwa 5000 Menschen, inzwischen sind es mehr als 9000 – ein Plus von 77 Prozent. In Neustadt-Neuschönefeld stieg die Einwohnerzahl je Quadratkilometer von knapp 9000 auf fast 15.000 (+65 %) und in Lindenau von 4800 auf 8300 (+72%).

Zusammen mit dem individuellen Platz schrumpfte auch die Zahl des verfügbaren Wohnraums. Vor fünf Jahren gab es etwa 25.000 verfügbare Wohnungen, jetzt sind es etwa 10.000. „Einen genau entgegengesetzten Trend nimmt die Entwicklung der Angebotsmieten“, heißt es im Quartalsbericht mit Verweis auf die Empirica-Datenbank für Mietwohnungen. Im Detail zeigt sich eine regelrechte Preisspirale innerhalb der vergangenen fünf Jahren in der Messestadt. Im Januar 2012 lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Leipzig bei 4,90 Euro, im April 2016 war er auf 6,50 Euro angestiegen. Während es in einigen Randgebieten auch jetzt noch Mietwohnungen für durchschnittlich 4,50 Euro gibt, muss beispielsweise in Teilen der Südvorstadt aktuell mit mehr als neun Euro Kaltmiete pro Quadrat gerechnet werden.

Von Matthias Puppe

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