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Lokales Leipziger Albert-Schweitzer-Schule wird „Deutsche Schachschule“
Leipzig Lokales Leipziger Albert-Schweitzer-Schule wird „Deutsche Schachschule“
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00:18 10.04.2016
Bei den Albert-Schweitzer-Schülern ist Schach eine Leidenschaft. Erst am Donnerstag wurde um den Schulmeister 2016 gekämpft. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Die städtische Albert-Schweitzer-Schule für Körperbehinderte darf sich jetzt (bis 2020) mit dem Titel „Deutsche Schachschule“ schmücken. Jörg Schulz, Geschäftsführer der Deutschen Schachjugend, überbrachte das Qualitätssiegel am Donnerstag persönlich. Was Schulleiter Bernd Grupe dabei so happy macht: „Diese Auszeichnung der Deutschen Schulschachstiftung erhalten wir als erste Förderschule in der Bundesrepublik und als vierte Schule in Sachsen!“ Damit würde eine über 30-jährige Tätigkeit in Arbeitsgemeinschaften sowie die jährliche Ausrichtung vieler Turniere innerhalb und außerhalb der Schule gewürdigt, hieß es. Plus der Schul-Cup „Schach für Jedermann“, der mit dem Slogan „Schach verbindet – Gemeinsam gegen Einschränkung und Ausgrenzung“ stets die Anfänger jener Denksportart aus ganz Sachsen bei den Leipzigern vereint. Nicht zuletzt sei der Titel eine Anerkennung für den seit Jahren stattfindenden Schach-Förderunterricht in den dritten und vierten Klassen.

Grupe will in dem Kontext das Engagement einer Kollegin besonders hervorheben: „Anet Gempe ist Mitglied bei der SG Leipzig und seit 30 Jahren bemüht, behinderte Kinder und Jugendliche für das Königsspiel zu begeistern. Es ist ihrer Initiative geschuldet, dass es den ,Schach für Jedermann’-Cup bei uns gibt“, lobt er. Selbst Gempes Ehemann sei mit eingespannt worden, er führe Schachkurse für die Schüler durch. Sowohl seitens der Deutschen Schulschachstiftung als auch der Förderschulleitung gab es für Gempe ein explizites Dankeschön.

Doch warum in aller Welt ist man bei den „Schweitzers“ so auf’s Dame-, Bauer-, Turm-, Läufer-, Springer- und Königrücken versessen? „Das frühe Erlernen des Spiels leistet einen wichtigen Beitrag für den Bildungs- und Erziehungsprozess im Kindesalter“, ist Grupe überzeugt. „Die Kinder lernen spielerisch, sich an vereinbarte Regeln und Normen zu halten, sich zu konzentrieren, mit Erfolgen und Niederlagen umzugehen. Sie lernen, Verantwortung für ihre Schachzüge zu übernehmen, eigene Fehler zu akzeptieren und dann auch Lösungsstrategien zu entwickeln“, sagt Grupe. Und: „Schach spielen alle miteinander, unabhängig von körperlichen Einschränkungen, Sprache, Alter oder Geschlecht.“ Was am Donnerstag auch gleich vor Ort anschaulich wurde: Etwa 50 junge Denksportler brüteten über den Brettern, um Schachschulmeister 2016 zu werden. Grund-, Haupt-, Real- und Schüler des Schulteils zur Lernförderung traten gegeneinander an.

Von ANGELIKA RAULIEN

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