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Lokales Leipziger Alpinist Rieck will seinen dritten 8000er bezwingen
Leipzig Lokales Leipziger Alpinist Rieck will seinen dritten 8000er bezwingen
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00:19 17.06.2018
Mit seinen 8080 Metern ist der Hidden Peak der elfthöchste Berg der Erde. Der Leipziger Alpinist Olaf Rieck will ihn 2019 im dritten Anlauf bezwingen. 2001 und 2012 gelang ihm das nicht: „Das war damals die Hölle in der Todeszone.“ Quelle: Foto: Olaf Rieck
LEIPZIG

Sein nächster Zielberg am Dach der Welt ist für den Leipziger Alpinisten Olaf Rieck ein alter Bekannter. Allerdings verbindet der 54-Jährige mit dem 8080 Meter aufragenden Hidden Peak im pakistanischen Teil des Karakorum-Gebirges durchwachsene Erinnerungen. Zweimal versuchte er ihn schon zu nehmen, kam aber nicht ganz oben an. Extrem widrige Wetterbedingungen machten die Gipfelambitionen zunichte. 2001, als Rieck den benachbarten Gasherbrum II (8034 Meter) eroberte, war am Hidden Peak bei 6400 Metern Schluss, 2012 kam die Seilschaft bis auf rund 7000 Meter und musste dann völlig erschöpft umkehren. „Es war die Hölle – massiver Schneefall, Eiseskälte, Sturm, Lawinengefahr“, erinnert sich Rieck, der damals mit Christoph Descher aus Brandenburg unterwegs war. „In der Todeszone tobten sich die Naturgewalten aus.“

Nun will er im nächsten Jahr einen dritten Anlauf am elfthöchsten Berg der Erde starten. „Ich kenne die Tücken dieses grandios geformten Kolosses. Er ist machbar, wenn es meteorologisch nicht allzu turbulent zugeht.“ Jacob Andreas aus Berlin und Sven Kortmann aus Witten im Ruhrgebiet werden zu Riecks Team gehören. Die beiden 28-Jährigen waren mit ihm schon mehrfach auf Tour, zuletzt 2017, als sie zusammen auf dem 6500er Schivling im indischen Teil des Himalayas standen. Auf dem ersten Teil des Hidden-Peak-Unternehmens wird das Trio im Juli/August 2019 nicht alleine agieren. Am Begleittracking können bis zu acht Leute teilnehmen. Es führt bis zum Basislager des rund 6000 Meter messenden Laila Peak, einem der schönsten Berge Asiens . Für Interessierte sind noch Plätze verfügbar, so Rieck. Wenn die Hochgebirgstouristen wieder abgereist sind, rücken er und seine zwei Kletterpartner dem Laila Peak zur Akklimatisierung zu Leibe und marschieren anschließend zum Hidden Peak. In mehreren Etappen wollen sich Rieck & Co. an ihm hinaufarbeiten. „Wir richten drei Lager auf 6000, 6400 und 7000 Metern ein. Zwischen Camp 2 und 3 liegt eine gefährliche, steil aufsteigende Eisrinne, das Japaner-Couloir“, erklärt Rieck. Vom Lager 3 aus soll letztlich auf einen Ritt zum Gipfel vorgestoßen, dort kurz verweilt und wieder abgestiegen werden.

72 Tage sind für das Gesamtunternehmen veranschlagt, „dabei haben wir am Hidden Peak selbst einen ordentlichen Zeitpuffer, können also notfalls einen Schlechtwettereinbruch aussitzen.“ Wenn alles wie geplant klappt, wäre es für Rieck der dritte geschaffte 8000er – nach dem Cho Oyu 1999 und dem Gasherbrum II zwei Jahre später. Von seinen mittlerweile 27 großen Expeditionen scheiterten nur sechs, darunter die am Mount Everest 2005 im Himalaya, die am Fitz Roy (2010) in Argentinien und die am Monte Sarmiento 2016 in Feuerland. Bevor er 2019 zum Hidden Peak aufbricht, will Rieck noch den Mont Blanc in den Alpen und den Stetind in Norwegen auf seinem Besteigungskonto verbuchen.

Vortrag zur Shivling-Expedition am 26. Oktober, 17 Uhr, in der Stadtbibliothek.

Von Mario Beck

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