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Lokales Leipziger Amtsleiter: „Keine Integrationsbemühung ist umsonst“
Leipzig Lokales Leipziger Amtsleiter: „Keine Integrationsbemühung ist umsonst“
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07:00 12.02.2016
Stojan Gugutschkow, Leiter des Referats Migration und Integration der Stadt Leipzig. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Asylbewerber sollen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus die Möglichkeit bekommen, die deutsche Sprache zu lernen, hier die Schule zu besuchen, zu studieren, eine Ausbildung zu beginnen oder eine Arbeit aufzunehmen. „Was wir mit Integration meinen, muss für alle gelten – unabhängig davon, wie im Einzelnen die Bleibeperspektive ist“, sagte Stojan Gugutschkow (62), Leiter des Referats Migration und Integration der Stadt Leipzig, im Interview mit der LVZ. „Keine Integrationsbemühung ist umsonst.“ Spracherwerb oder der Schulbesuch von Kindern zahlten sich schon allein deshalb aus, weil ein großer Teil der Flüchtlinge tatsächlich hier bleiben werde. Aber auch für diejenigen, die Deutschland wieder verlassen müssen, lohne sich jede Integrationsmaßnahme, weil sie deutsche Sprachkenntnisse, eine gute Ausbildung oder Qualifizierung, „die ihnen auch in den Herkunftsländern nützlich sind“, mit zurücknehmen.

Gugutschkow sprach sich zugleich dafür aus, bei allen Problemen mit der Unterbringung in den Kommunen das Flüchtlingsthema nicht größer zu machen als es wirklich ist. Im vergangenen Jahr nahm Leipzigs Einwohnerzahl um 16 000 Personen zu. 10 250 davon seien Menschen mit Migrationshintergrund gewesen, weniger als die Hälfte von ihnen Flüchtlinge. „Bei einer Stadt, die so rasant wächst und annähernd 570 000 Einwohner hat, sind 4230 Personen, so viele zugewiesene Asylbewerber waren es genau, nicht prädestiniert, eine Stadt stark zu verändern“, sagte Gugutschkow. Die Zahl der Migranten sei 2015 in Leipzig um 17 Prozent gestiegen. „Bei aller berechtigten Fokussierung auf Asylbewerber“, erklärte er, „dürfen wir nicht verkennen, dass wir es auch mit einer wachsenden Zahl anderer Migranten zu tun haben, beispielsweise EU-Bürgern. Ihre Anzahl hat sich im vergangenen Jahr um 14 Prozent erhöht. Da haben wir ähnliche Herausforderungen: Wohnraum, Schul- und Kindergartenkapazitäten, Qualifizierung, Integration in den Arbeitsmarkt.“

Angesprochen auf zunehmende Ängste in der Bevölkerung bis hin zu einer Radikalisierung von Teilen der Gesellschaft angesichts der Zuwanderung erwiderte Gugutschkow, es werde immer Menschen geben, denen mit Sachargumenten nicht beizukommen ist. „Aber auch diejenigen muss man an unser Grundgesetz und die Werte unserer demokratischen Gesellschaft erinnern“, sagte er, „genauso wie sie das bei den Flüchtlingen tun.“ Denn das Grundgesetz gelte für alle Menschen in Deutschland gleichermaßen.

Das ganze Interview lesen Sie in der Printausgabe der LVZ vom 12. Februar und im E-Paper.

Von Klaus Staeubert

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