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Leipziger Anwohner enttäuscht: Haltestelle Baaderstraße kommt nicht

Trotz Petitionen Leipziger Anwohner enttäuscht: Haltestelle Baaderstraße kommt nicht

Anwohner haben sich monatelang dafür stark gemacht, doch am Ende hat alles nichts genützt: Die Haltestelle Virchow-/Baaderstraße in Gohlis ist den Leipziger Verkehrsbetrieben zu teuer. Die Bürger sind enttäuscht.

Gohliser Bürger (v.l. Ingeborg Thiele, Helga Brethner, Gesine Jüttner, Ludwig Brethner, Jörg Blüthner und Manfred Blüthner) kämpfen weiter für eine Haltestelle in der Virchow-/Baaderstraße in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Monatelang haben die Gohliser um ihre neue LVB-Haltestelle Virchow-/Baaderstraße gekämpft. Zwei Petitionen mit insgesamt 1500 Unterschriften und eine Ratssitzung waren notwendig, um die städtischen Verkehrsbetriebe von ihrer Notwendigkeit zu überzeugen und die Zusage für den Bau im November diesen Jahres zu erhalten. Doch jetzt stellt sich heraus: Es hat alles nicht ausgereicht – die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) haben das Bauvorhaben vorerst abgeblasen, obwohl die Fördermittel dafür bereits bestätigt waren und auch die Landesdirektion grünes Licht für das Projekt gegeben hatte. „Bei der notwendigen, öffentlichen Ausschreibung wurde nur ein Angebot zur Bauausführung abgegeben, welches signifikant über den geplanten Baukosten lag“, begründet Unternehmenssprecher Marc Backhaus die Entscheidung. „Die Ausschreibung wurde aufgehoben, da wir aus wirtschaftlichen Gründen keinesfalls die momentan von der Bauwirtschaft verlangten Preise akzeptieren können.“

Bei den LVB ist davon die Rede, dass das Vorhaben nur auf das nächste Jahr verschoben wurde. Doch viele Anwohner, die um das Vorhaben gekämpft haben, sind skeptisch. „Mir wurde gesagt, dass der Bau im Jahr 2018 oder 2019 stattfinden könnte – das heißt für mich nie“, ärgert sich Anwohnerin Gesine Jüttner, die die Petitionen für den Stadtrat auf den Weg gebracht hatte. „Denn die Kosten werden nicht sinken, sondern vielleicht sogar noch weiter steigen.“ Es sei auch ungewiss, ob in den nächsten Jahren die Fördermittel bereitstehen werden, die jetzt verfügbar waren. Empörte Anwohner wollen bei den LVB erfahren haben, dass das einzige abgegebene Angebot rund hundert Prozent über den Erwartungen des Verkehrsunternehmens gelegen haben soll.

Auch ohne solche Spekulationen sitzt der Frust in Gohlis tief. „Bei der 700-Jahr-Feier von Gohlis hat Oberbürgermeister Burkhard Jung gesagt, dass Gohlis der am dichtesten besiedelte Stadtteils ist“, schildert Gesine Jüttner. „Wenn das so ist, dann muss auch etwas für die Bürger von Gohlis getan werden, vor allem für die immer größer werdende Zahl der Senioren, die die Haltestelle und den damit verbundenen ampelgesicherten Fußängerübergang dringend benötigen.“ Wie berichtet, herrscht in Gohlis rege Bautätigkeit, durch die sowohl die Einwohnerzahlen als auch das Verkehrsaufkommen ständig zunehmen. Hinzu kommt, dass Autofahrer, die auf der Virchowstraße stadteinwärts rollen und in die Baaderstraße abbiegen wollen, die entgegenkommenden Autos viel zu spät sehen können. Wer diese Autos im letzten Moment sieht und in Straßenmitte auf den Schienen der Straßenbahn stoppt, muss mit einer heranbrausenden Straßenbahn rechnen. „Die Straßenbahnen sind hier mit über 70 Stundenkilometern unterwegs“, schildern Anwohner wie Klaus Höhnert. „Ich habe die Bahn mit meinem Auto eskortiert und dabei 75 Stundenkilometer gemessen.“

Noch tückischer ist der ungesicherte Kreuzungsbereich für Fußgänger und Radfahrer, die zum Beispiel von der Baaderstraße zum gegenüberliegenden Viertelsweg wollen und dabei die Virchowstraße queren müssen: Wegen der parkenden Autos am Straßenrand haben sie keine Chance, die heranbrausenden stadtauswärts fahrenden Autos zu sehen – diese werden erst sichtbar, wenn die Fußgänger auf der Fahrbahnmitte stehen. Doch dann ist eine Kollision fast unvermeidbar – vor allem, wenn es sich um langsame Fußgänger wie ältere Gehbehinderte, Schulklassen oder Kita-Gruppen handelt.
„Die Virchowstraße wird an dieser Stelle täglich von sehr vielen Senioren überquert, die in unser soziokulturelles Zentrum Geyserhaus kommen“, berichtet Anne Lietz, deren Zentrum in der Baaderstraße auch ein Seniorenbüro unterhält. „Es kommen auch viele Schulklassen vorbei, die über die Baaderstraße zum Schwimmunterricht in die Schwimmhalle Nord gehen. Auch Kindergartengruppen sind hier unterwegs, weil sie über die Baaderstraße in den Arthur-Brettschneider-Park wollen, um dort spazieren zu gehen.“

Deshalb trifft der Stopp für das Haltestellenprojekt viele Gohliser enorm. „Wir kämpfen seit 2012 für die Haltestelle und den Ampelübergang“, schildert Gesine Jüttner. „Der Erfolg unserer Petitionen hatte vielen Mut gegeben. Jeder hat gesehen, dass man etwas bewegen kann, wenn man sich einbringt. Und jetzt war wieder alles umsonst.“ Wie berichtet, hatten Politiker von CDU, SPD, Linke und der AfD den Unterzeichnern der Petition Unterstützung zugesagt.

Von Andreas Tappert

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