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Lokales Hundert OP’s: Leipziger Arzt behandelt Kinder in Vietnam kostenlos
Leipzig Lokales Hundert OP’s: Leipziger Arzt behandelt Kinder in Vietnam kostenlos
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11:25 08.04.2019
Der plastische Chirurg Christopher Wachsmuth aus Leipzig und ein internationales Ärzteteam operieren in Vietnam Kinder mit schweren Fehlbildungen. Quelle: Sylke Schumann
Leipzig/Vietnam

Am Anfang stand ein dringender Hilferuf aus Vietnam: Christopher Wachsmuth, plastischer Chirurg aus Leipzig, und ein internationales Ärzteteam sind am Freitag nach Vietnam aufgebrochen.

Dort wollen sie bis zum 12. April Kindern, die von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Hand- und Fußdeformitäten, Verbrennungen oder Tumoren gezeichnet sind, neue Lebensqualität schenken. Mindestens hundert kostenlose Operationen hat sich das Team insgesamt vorgenommen.

Untersuchungs-Marathon in Vietnam

Beim „Screening Day“ am Sonntag stellten sich etwa 270 Kinder vor. In einem Untersuchungs-Marathon wurden die kleinen Patienten von den Chirurgen gesichtet. Anästhesisten und Kinderärzte entschieden, ob die Kinder überhaupt operations- beziehungsweise narkosefähig sind.

Atemwegserkrankungen, schwere Infekte und Herzfehler müssen ausgeschlossen werden. Erst dann werden die Kinder in die OP-Listen für die folgenden Tage eingeteilt. Die Zeit ist knapp bemessen. In nur einer Woche soll so vielen wie möglich geholfen werden

Im Urlaub kranke Kinder behandeln

Seit inzwischen 21 Jahren nehmen die Fachärzte Dr. Christopher Wachsmuth aus Deutschland und Dr. Tristan de Chalain aus Neuseeland jedes Jahr im April eine Woche Urlaub, um Kinder aus den Armenvierteln dieser Welt kostenlos zu operieren. Das gesamte OP-Equipment bringen sie selbst mit.

Um die nötigen Geld- und Sachspenden zusammenzubekommen, hat Christopher Wachsmuth den Verein „Operation Restore Hope Deutschland“ gegründet und Doktor Tristan de Chalain eine Schwesterorganisation in Neuseeland. Bisher waren die Mediziner vorwiegend auf den Philippinen und in Bangladesh tätig.

Hilferuf eines Botschafters in Vietnam

Ein Hilferuf des neuseeländischen Botschafters in Vietnam war der Auslöser, den Einsatz diesmal in unbekanntes Terrain zu verlegen. Die internationale Hilfsorganisation „Operation Smile“ hatte auf diplomatischem Weg um dringende Unterstützung gebeten.

Die Zeitreise ins sozialistische Vietnam dauerte 37 Stunden. In der Region um Da Nang – eine der größten Metropolen neben Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt – wurden die ausländischen Ärzte und Schwestern im Kinder- und Frauenkrankenhaus in Quang Ngai herzlich empfangen. Ein kleiner Ort, zweieinhalb Stunden von Da Nang entfernt. Das internationale Team besteht aus gut 30 Mitgliedern – plastische Chirurgen, Anästhesisten, OP-Schwestern, Techniker, freiwillige Helfer.

Die komplett neue Situation in einer fremden Umgebung stellt die Mission in diesem Jahr vor erhebliche Herausforderungen. Vieles ist anders strukturiert, jedoch gibt es von vietnamesischer Seite große Unterstützung. Die Zusammenarbeit vor Ort ist professionell. Nguyen Dinh Tuyen ist der Direktor des Krankenhauses. Er und „Operation Smile Vietnam“ helfen, möglichst vielen Kindern ein neues Lächeln zu schenken.

Von Kerstin Decker

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