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Lokales Leipziger Baubürgermeisterin stellt Masterplan zum Wilhelm-Leuschner-Platz vor
Leipzig Lokales Leipziger Baubürgermeisterin stellt Masterplan zum Wilhelm-Leuschner-Platz vor
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23:08 20.06.2017
Seit Jahrzehnten ist der Wilhelm-Leuschner-Platz städtebaulich eine Brache im Herzen Leipzigs.  Quelle: pwbaukunst
Leipzig

Die Stadt Leipzig hat am Dienstag einen Masterplan-Entwurf für den Wilhelm-Leuschner-Platz vorgestellt. „Der Masterplan bedeutet einen entscheidenden Schritt zur Verwirklichung eines der wichtigsten städteplanerischen Vorhaben“, erklärte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) dazu. „Viele Jahrzehnte lang lag dieser bedeutende Platz in großen Teilen brach.“ Nun gebe es die Chance, dass der Platz seine Bedeutung als Scharnier zwischen der City und der Südvorstand bald wieder zurückgewinnen kann.

Die Grundzüge der Planung sind freilich schon lange bekannt. Demnach soll nur die Ostseite des 6,2 Hektar großen Geländes neu bebaut werden. Etwa in der Mitte dieses Bereiches wurden eine Markthalle und ein kleiner Binnenplatz vorgesehen. Im nördlichen Teil - am Roßplatz – kommt ein Ensemble mit einem etwa 55 Meter hohen Gebäude hinzu und im südlichen Teil – an der Windmühlenstraße – ein 32 Meter hohes Bauwerk. Alle Erdgeschosszonen seien von den jeweiligen Bauherren abwechslungsreich und interessant zu gestalten, erläutere Jochem Lunebach, der Leiter des Stadtplanungsamtes. Als Gestaltungselemente für die Wohnbereiche nannte er Loggien und Balkone. Für die Aufbauten über Teilen der künftigen Markthalle seien jetzt mehrere Varianten erarbeitet worden.

Mit dem Masterplan-Entwurf ist nun ersichtlich, wie sich die städtebauliche Konzeption der Architekturprofessoren Petr Pelcák (Brno) und Ingo Andreas Wolf (Leipzig) im Detail umsetzen lasse, fuhr Lunebach fort. Dabei habe dieses Team auch Vorgaben des Stadtrates sowie Anregungen einer ehrenamtlichen Initiative Leipziger Architekten aufgegriffen. Der Masterplan treffe – mit Ausnahme des jeweiligen Wohnungsanteils sowie der Markthalle – keine Aussagen zu den möglichen Nutzungen der neuen Häuser. Er umfasse jedoch den Lageplan der Gebäude, die Grundstückstypologie, Höhen, Quer- und Längsschnitte der Gebäude, Fragen zur Fassadengestaltung, zwei Fußgänger-Passagen sowie den Straßenführungen. Geregelt würden außerdem Abstandsflächen, Tiefgaragenzufahrten und Baumpflanzungen.

Der Masterplan-Entwurf solle im Spätsommer im Neuen Rathaus ausgestellt und im Herbst dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden, sagte Dubrau. Sofern es dort Zustimmung gibt, würden die noch fehlenden Gutachten zum Bebauungsplan Nr. 392 „Wilhelm-Leuschner-Platz Ost“ eingeholt – dabei geht es dann beispielsweise um Lärm- und Artenschutz. Für das erste Halbjahr 2018 sei dann die öffentliche Auslegung des B-Plan-Entwurfs vorgesehen. Wenn alles gut läuft, könne also gegen Ende des kommenden Jahres der B-Plan beschlossen und damit Baurecht hergestellt werden.

Aus dem Leipziger Stadtrat gab es am Dienstag Kritik, weil der Masterplan-Entwurf eigentlich schon seit drei Monaten fertig ist (die LVZ berichtete), den Stadträten aber erst am Montag-Nachmittag – nach einem entsprechenden Beschluss in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters, der ebenfalls am 19. Juni erfolgte – zur Kenntnis gegeben wurde. Bereits am 21. Juni soll der Stadtrat aber darüber entscheiden, ob die Kommune eine 4000 Quadratmeter große Teilfläche für 2,47 Millionen Euro an den Freistaat Sachsen verkauft. Dieser möchte dort bekanntlich einen Neubau für das Leibniz-Institut für Länderkunde errichten.

Mehr dazu lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Leipziger Volkszeitung am 21. Juni.

Von Jens Rometsch

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